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    Limburg

    Mordversuch: Ex-DSDS-Kandidat weist Schuld von sich

    Der Prozess wegen versuchten Mordes gegen Ex-DSDS-Kandidat Manuel H. hat in dieser Woche am Limburger Landgericht begonnen. Laut Anklage soll der 27-jährige Braunfelser versucht haben, einen Mitbewohner mit einem Pokal zu erschlagen.

    Wegen versuchten Mordes muss sich M. Hoffmann (links) vor dem Limburger Schwurgericht verantworten. Verteidigt wird der Ex-DSDS-Kandidat von Anwalt Dieter Henze. Foto: Steffen Gross
    Wegen versuchten Mordes muss sich M. Hoffmann (links) vor dem Limburger Schwurgericht verantworten. Verteidigt wird der Ex-DSDS-Kandidat von Anwalt Dieter Henze.
    Foto: Steffen Gross

    Nur knapp eine Viertelstunde dauerte der erste Verhandlungstag vor dem Limburger Schwurgericht. Staatsanwalt Daniel Faß verlas die Anklageschrift, dann war auch schon wieder Schluss. Grund dafür war laut dem Vorsitzenden Richter Andreas Janisch, dass noch ein psychiatrisches Gutachten zum mutmaßlichen Opfer ausstehe. Der 30-Jährige tritt als Nebenkläger auf, zum Auftakt nahm er noch nicht am Prozess teil.

    Manuel H. wirkte gefasst, als er um Punkt 9 Uhr den Gerichtssaal betrat und neben seinem Verteidiger Dieter Henze auf der Anklagebank Platz nahm. Selbstbewusst blickte er in die Kameras. Seit genau einem halben Jahr sitzt der Drittplatzierte der „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel von 2010 in Untersuchungshaft in der JVA Limburg. Am 8. Mai war er vor seiner Wohnung in Braunfels vorläufig festgenommen worden, einen Tag später erging der Haftbefehl gegen ihn. Die Vorwürfe, die der Staatsanwalt vortrug, sind schwerwiegend: versuchter, heimtückischer Mord, dazu schwere Körperverletzung. Laut Anklage soll Manuel H. am 7. Mai gegen 18.30 Uhr seinen Mitbewohner und Freund in sein Schlafzimmer gebeten haben. Dort soll er den 30-Jährigen aufgefordert haben, die Augen zu schließen unter dem Vorwand, ihm ein Geschenk überreichen zu wollen, so Faß. In Tötungsabsicht soll der Sänger dann den wehrlosen Zustand seines Gegenübers ausgenutzt und ihm so lange mit einem Pokal auf den Kopf geschlagen haben, bis der 30-Jährige reglos am Boden lag. Das Motiv sei unbekannt.

    „Der Angeklagte ging dann davon aus, dass der Tod eingetreten ist“, erklärte der Staatsanwalt. Manuel H. sei daraufhin ins Badezimmer gegangen, der durch eine Schädelfraktur lebensgefährlich verletzte Mitbewohner habe dies genutzt, um aus dem Haus zu fliehen. Draußen habe er um Hilfe gerufen. Nachbarn hätten die Rufe gehört und die Polizei alarmiert.

    Ob sich der Ex-DSDS-Kandidat während des Prozesses – weitere zehn Verhandlungstage sind bis Anfang Februar geplant – zu den Vorwürfen äußern wird, hänge auch von dem ausstehenden psychiatrischen Gutachten ab, erklärte Verteidiger Henze. Im Interview nach der Verhandlung bezeichnete Henze den Mordvorwurf als „konstruiert“. Er sprach von einem klassischen „Aussage gegen Aussage“- Fall. Es habe sich am 7. Mai um eine „ganz klare Notwehrsituation“ gehandelt. Der Nebenkläger sei psychisch krank, das sei gesichert. Der 30-Jährige werde psychiatrisch behandelt, er leide an „einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Depressionen, Panikattacken und Flashbacks“, sagte der Anwalt: „Wir gehen davon aus, dass das Jahre zurückliegende Trauma in Form eines Flashbacks wieder hochkam.“ Daraufhin seien Wahrnehmungsstörungen eingetreten, das Denken habe ausgesetzt. Gespannt sehe die Verteidigung dem Gutachten entgegen.

    Bevor Manuel H. von den Justizbeamten aus dem Gerichtssaal geführt wurde, erklärte er in die laufenden Kameras: „Mir geht es der Situation entsprechend gut.“ Gemeinsam mit seinem Anwalt sei er „guter Dinge, dass alles gut ausgeht“. Er setze große Hoffnungen darauf, „dass die Wahrheit ans Licht kommt“. Der Sänger hatte schon kurz nach seiner Festnahme gegenüber der Polizei erklärt, dass er in Notwehr gehandelt habe, weil er von seinem Mitbewohner angegriffen worden sei.

    Schwer zu ertragen waren die Ausführungen des Staatsanwalts für Manuel H. Vater, der den Prozessauftakt – wie auch einige Freunde des Sängers – von den Zuschauerplätzen aus verfolgte. Für ihn seien die Vorwürfe „an den Haaren herbeigezogen. Das wird sich auch beweisen.“ Sein Sohn sei „der friedlichste Mensch, den man sich vorstellen kann“, sagte der 56-Jährige. Das Ganze bedrücke die Familie sehr, stelle das Leben auf den Kopf. „Manuel ist stabil“, berichtete der Vater über die Verfassung seines Sohnes.

    Von Steffen Gross

    Karriere von DSDS bis "The United"

    Bekannt wurde Manuel H. als 19-Jähriger durch seine Teilnahme bei DSDS 2010, wo er am Ende Drittplatzierter hinter Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich wurde. Der gelernte Sozialassistent galt damals als eher zurückhaltend und schüchtern. Anschließend stürmte er als Mitglied der internationalen Boyband The United vor allem die Charts in Japan.

    Nach der Auflösung der Band im Jahr 2013 wurde es stiller um ihn. Als Solo-Künstler hatte der nun Angeklagte zuletzt eher kleine Auftritte in seiner Heimat.

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