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Limburg/Diez

Mord auf B 49: Urteil gegen Westerwälder Geisterfahrer Heiko K. (46) rechtskräftig

Das Mordurteil gegen den Westerwälder Geisterfahrer ist rechtskräftig: Heiko K. (46) flüchtete 2015 vor der Polizei, raste nahe Limburg auf der Bundesstraße 49 absichtlich in den Gegenverkehr – und tötete bei einer Frontalkollision eine Frau (21).

Raste 2015 eine Frau (21) tot: Der Geisterfahrer Heiko K. (46) – hier im Gericht in Limburg – ist mit seiner Revision gegen das Mordurteil gescheitert. Foto: dpa
Raste 2015 eine Frau (21) tot: Der Geisterfahrer Heiko K. (46) – hier im Gericht in Limburg – ist mit seiner Revision gegen das Mordurteil gescheitert.
Foto: dpa

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

Er war Freigänger des Diezer Gefängnisses und unbelehrbarer Verkehrssünder. Das Landgericht Limburg verurteilte ihn wegen Mord zu lebenslanger Haft. Jetzt hat der Bundesgerichtshof den Revisionsantrag seiner Verteidiger gegen das Urteil abgewiesen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihren Antrag zurückgezogen.

Im Prozess forderte der Chef der Limburger Staatsanwaltschaft, Michael Sagebiel, eine härtere Strafe. Das Gericht solle die besondere Schwere der Schuld feststellen, damit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren unmöglich wird. Die Anwälte von Heiko K. beantragten eine mildere Strafe – maximal fünf Jahre Haft. Sie bewerteten die Geisterfahrt nicht als Mord, sondern als fahrlässige Tötung.

Der Bundesgerichtshof wies die Revision der Anwälte zurück, ohne dies zu begründen (Az.: 4 StR 158/16). Die Staatsanwaltschaft Limburg hatte ihre Revision bereits zurückgenommen, als das Landgericht sein schriftliches Urteil veröffentlichte. Ihr Chef begründet dies so: "Das Urteil war sehr gut geschrieben und in allen Bereichen zutreffend."

Das Landgericht lehnte es ab, die besondere Schwere der Schuld festzustellen, da der Staat eine Mitverantwortung an dem Horrorunfall trage. Es übte scharfe Kritik am Gefängnis in Diez und an der Polizei.

K., der zuletzt im Kreis Neuwied wohnte, hatte nie einen Führerschein, ist 22-mal wegen Fahren ohne Führerschein vorbestraft, saß bereits 14 Jahre in Haft. Zuletzt trat er 2013 eine gut einjährige Haftstrafe des Amtsgerichts Andernach an – unter anderem, weil er sich nahe Koblenz auf der A 48 mit bis zu Tempo 230 eine Verfolgung mit sieben Polizeiautos geliefert hatte.

Das Landgericht kritisierte die Justizvollzugsanstalt Diez, weil sie zuließ, dass K. am Tattag nicht inhaftiert war, sondern 2013 bereits zwei Monate nach Haftantritt zum Freigänger geworden war. Und es kritisierte die Polizei, die K. am 28. Januar 2015 während der Geisterfahrt mit Blaulicht verfolgte. Dies sei möglicherweise ursächlich für den Horrorunfall gewesen. Ohne die Verfolgung hätte K. seine Geisterfahrt vielleicht abgebrochen.

Diez
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