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Weilburg

Kunstinitiative: Museum entsteht im Eiltempo

Olivia Heß

Wo früher einmal Bier gebraut wurde, soll ab 3. Juni zeitgenössische Kunst ausgestellt werden. Nach nur neun Monaten Bauzeit. Das verblüfft auch den hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Jetzt besuchte er die Baustelle im Ahäuser Weg.

Joachim Legner präsentiert eine Architektenzeichnung des entstehenden Museums Rosenhang im Ahäuser Weg in Weilburg.
Joachim Legner präsentiert eine Architektenzeichnung des entstehenden Museums Rosenhang im Ahäuser Weg in Weilburg.
Foto: Sabine Gorenflo

Von der dichten Staubwolke in den Räumen der ehemaligen Brauerei Helbig lässt sich der Minister nicht abhalten. Er will sehen, was in Weilburg nahezu in Rekordtempo aufgebaut wird. Im August vergangenen Jahres reifte bei Antje Helbig und Ehemann Joachim Legner der Wunsch, das ehemalige Brauereigebäude zu einem Museum umzubauen. Sie holten sich den Berliner Galeristen Michael Schultz als Kurator an Bord. Im September starteten die Bauarbeiten. Am 3. Juni soll dann alles fertig sein – denn dann soll zusammen mit den Weilburger Schlosskonzerten Eröffnung gefeiert werden.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun, wie sich Rhein beim Rundgang über die vier Etagen erklären lässt. 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf 13 Räume erwarten die Besucher später. Dort wollen Legner und Helbig etwa 200 Werke zeitgenössischer Künstler aus ihrer Sammlung ausstellen. In regelmäßigen Abständen sollten diese durch andere Gemälde und Skulpturen ausgetauscht werden, erklärt Legner. Seine Philosophie: Kunst zu erwerben, um sie in Containern oder Lagerhallen zu verstecken, mache aus seiner Sicht keinen Sinn. „Ich will mich nicht nur allein daran erfreuen.“

Zur Eröffnung will Kurator Schultz außerdem eine Sonderausstellung mit Kunstwerken von Gerhard Richter und Stephan Balkenhol unter dem Dach des großen Gebäudes initiieren. Dort entsteht ein Raum für Vernissagen, Lesungen und Konzerte. Auch zwei Ateliers werden geschaffen, wo junge Künstler in Ruhe arbeiten können.

Das Museum soll weniger dem Charakter klassischer Museen gleichen, sondern in Teilen den Charme des Industriegebäudes mit den Kunstwerken verbinden. So werden Bruchstein- oder Ziegelsteinwände als solche zu erkennen sein und nicht verputzt werden.

Doch bevor die Kunstwerke aufgehängt und aufgestellt werden können, haben die Bauarbeiter noch einiges zu tun. Das Trockeneisstrahlen der Wände, um diese zu säubern, dauert noch an. In den kommenden Wochen sollen Fenster ausgetauscht, Elektronik installiert, neue Treppen eingefügt werden, bevor die Räume hergerichtet wird. Eine Besonderheit wird gleich von außen zu sehen sein: eine goldfarbene Fassade.

„Wir sind im Zeitplan“, sagen Antje Helbig und Architekt Gerd Nink unisono. Dass ein solches Gebäude in so kurzer Zeit zu einem Museum umgebaut werde, sei bei Vorhaben der öffentlichen Hand nicht vorstellbar, meint Rhein.

Der Minister, der sich mehr als eine Stunde Zeit nimmt für den Rundgang auf der Baustelle, zeigt sich beeindruckt. Die private Sammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und auch noch den Raum dafür zu schaffen, sei eine „außergewöhnliche Initiative“. Davon gebe es nur wenige Beispiele, ergänzte Rhein. Mit ihm schaute sich CDU-MdL Andreas Hofmeister auf der Baustelle um.

Von Olivia Heß

Diez
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