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Niederneisen

Finanzielle Herausforderung für die TuS Niederneisen: Wie geht es mit vereinseigener Turnhalle weiter?

Rolf Kahl

Die 1968 errichtete vereinseigene Turnhalle der TuS Niederneisen wurde als Sporthalle gebaut. So wie in den meisten anderen örtlichen Vereinssporthallen der Region wurde stillschweigend gestattet, dass neben rein sportlichen Betätigungen auch andere Veranstaltungen abgehalten werden durften. Ausdruck davon waren die jeweils erteilten Ausschankgenehmigungen. In Niederneisen wurden Jahrzehnte lang Veranstaltungen wie Fastnacht, Frühlingsfest, Kirmesburschen-Party, die Kirmes, Oktoberfest, Theateraufführungen oder Kulturabende des MGV durchgeführt.

Vereinsvorsitzender Uwe Welter zeigt Vereins- und Gemeinderatsmitgliedern bei einem Rundgang durch die Halle, welche Auflagen bereits erfüllt wurden und welche Maßnahmen der Verein noch vor der Brust hat.  Foto: Rolf Kahl
Vereinsvorsitzender Uwe Welter zeigt Vereins- und Gemeinderatsmitgliedern bei einem Rundgang durch die Halle, welche Auflagen bereits erfüllt wurden und welche Maßnahmen der Verein noch vor der Brust hat.
Foto: Rolf Kahl

Dies war der Fall bis etwa vor eineinhalb Jahren. Dann stellte die Kreisverwaltung fest, dass die erteilte Baugenehmigung auf Turn-/Sporthalle laufe und eine Umwandlung in eine Versammlungsstätte notwendig sei, um auch weiterhin – in der Anzahl unbegrenzt – genehmigungspflichtige Veranstaltungen durchführen zu dürfen. In einer ersten Sofortlösung erfüllte der Sportverein im vergangenen Jahr eine ganze Reihe von Auflagen gemäß der Versammlungsstätten-Verordnung wie Brandschutztüren, Notbeleuchtung und Veränderungen im Eingangsbereich, um wenigstens den eingeschränkten Betrieb von maximal zwei Veranstaltungen zu ermöglichen. Dies waren die Kirmes und die Fastnacht. Mit viel Eigenleistung konnte die TuS diese Kosten auf rund 17.000 Euro begrenzen.

Zur Umwidmung der Baugenehmigung auf eine Versammlungsstätte sind jedoch eine Fülle von weiteren Auflagen notwendig, bei denen sich die Kosten im höheren, sechsstelligen Bereich bewegen, die der Verein natürlich alleine nicht leisten kann. Gleichwohl hielt sich die TuS die Optionen offen und meldete das Projekt zur Förderung an. Nach erteilter Antwort der Kreisverwaltung rangiert die „Turnhalle Niederneisen“ auf Listenplatz vier mit einer möglichen Bezuschussung im Jahr 2020. Nun ist die TuS Niederneisen kein Wirtschaftsunternehmen und kann rein finanziell auch nicht als ein solches agieren. Vereinsvorsitzender Uwe Welter sagte: „Wir müssen bei der Zukunftsgestaltung unserer Halle klaren Kopf bei den Entscheidungen bewahren. Harakiri werden wir nicht durchführen.“ In Zusammenarbeit mit der Gemeinde, anderen Ortsvereinen, dem Kreis, dem Land, dem Sportbund und dem Landessportbund sei zu entscheiden, wie die Halle der Zukunft aussehen soll. Dabei seien die limitierten Optionen der Gemeinde allgemein bekannt. Dies dürfe nach den Worten von Welter jedoch nicht bedeuten „dass wir als Verein in ein Risiko von mehreren hunderttausend Euro gehen, um unsere Halle umzubauen“. Aus diesem Grund stellte der Verein nun am Donnerstagabend dem Gemeinderat drei mögliche Varianten eines Turnhallenumbaus vor: eine Minimal-, eine Anbau- und eine Maximalvariante, mit grob geschätzten Kosten von jeweils 300.000, 500.000 und 800.000 Euro. Bei allen drei Varianten wären dann die Erfordernisse für eine Versammlungsstätte erreicht. „Bei der ersten Variante erzielen wir als Verein jedoch keinerlei Verbesserung des sportlichen Regelbetriebs“, so Uwe Welter, „wobei bei Variante zwei eine Verbesserung durch einen zusätzlichen Gymnastikraum und der möglichen Zweiteilung der Halle durch eine Trennwand erzielt wird.“ Variante drei biete ein „reiches Konzept“ durch Aufstockung eines zweiten Geschosses und einer deutlichen Verbesserung des Regelbetriebs. Sowohl der Sportverein als auch der Gemeinderat erachten die Umwandlung der Turnhalle in eine Versammlungsstätte als enorm wichtig für die Dorfgemeinschaft.

Deshalb beschlossen alle Beteiligten zunächst eine gemeinsame Auslotung aller Zuschussmöglichkeiten, Fördertöpfe und sonstiger finanzieller Zuwendungsmöglichkeiten wie Sponsoring. Danach sollen die weiteren Schritte angegangen und entschieden werden.

Von unserem Mitarbeiter
Rolf Kahl

Auswirkungen auf andere Vereine am Beispiel des MGV

Welche Auswirkungen der Jetzt-Zustand für andere Ortsvereine hat, zeigte sich im Frühjahr bei der Hauptversammlung des MGV Niederneisen. Dort musste Kassiererin Karina Behler im Gegensatz zu den zurückliegenden Jahren, wo der Verein schwarze Zahlen schrieb, erstmals einen Minusbetrag von 900 Euro vermelden. Durch den Wegfall der Veranstaltungen Kultur Pur und der Theateraufführung des MGV konnten keine Erlöse mehr für den Verein erzielt werden.

krf
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