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    Hirschberg

    Feste feiern: Gotteshaus hat in 125 Jahren viel mitgemacht

    Bauliche Probleme begleiteten das Gotteshaus in Hirschberg seit seiner Errichtung im Jahr 1892 durch die Geschichte, doch an diesem Wochenende feiert die Gemeinde das 125-jährige Bestehen ihrer Kirche.

    Das Gotteshaus in Hirschberg wurde im Jahr 1892 errichtet. Bei seinem Jubiläum wird auch eine „Chronik der Erinnerungen“ vorgestellt. Foto: Gerhard Funk
    Das Gotteshaus in Hirschberg wurde im Jahr 1892 errichtet. Bei seinem Jubiläum wird auch eine „Chronik der Erinnerungen“ vorgestellt.
    Foto: Gerhard Funk

    Den Humor hatte Kerstin Janott nicht verloren: Bevor im November in einer Gemeindeversammlung die Kandidaten für den Kirchenvorstand vorgestellt werden, „feiern wir unser Kirchenverputzfest.“ Nicht ohne eine Portion Galgenhumor hatte die Pfarrerin damals beherzt aufgelacht. Es war im August 2014. Seit beinahe sechs Jahren fehlte dem Mauerwerk oberhalb des Sockels der Außenputz, erst wenige Wochen zuvor hatten die Arbeiten begonnen, den andauernden Missstand zu beheben.

    Probleme mit der Feuchtigkeit gab es am Hirschberger Gotteshaus „schon immer.“ Doch nicht von unten zog Feuchtigkeit in die Ziegel hoch, nein, es war einer Kombination aus widrigen Umständen geschuldet, die seit Jahrzehnten für Verdruss in der Gemeinde sorgte.

    Vereinfacht ausgedrückt: Die teils in Eigenarbeit gebrannten Ziegel enthalten zu viel Salz, das der verwendete Zementputz mit Feuchtigkeit zusammen so wirkungsvoll einschloss, dass die Außenhaut abgesprengt wurde. Zum Vorschein kamen an beschädigten Stellen die aus dem Mauerwerk austretenden Salze.

    Schon in den 90er Jahren wurden Gegenmaßnahmen ergriffen. Eine Horizontalsperre kam in die Außenwände, außerdem wurde jede Fuge des Bruchsteinsockels bis tief ins Innere erneuert. 2007 schließlich begannen umfangreiche Untersuchungen und Begutachtungen mit teils spektakulären Vorschlägen. So sollte, erinnerte sich Kerstin Janott an ein „wahnsinnig teures“ Modell, das Mauerwerk des 1892 erbauten Gotteshauses bis hinauf zu den Fenstern komplett ersetzt werden. Rundum.

    In einer zweiten Variante sollte Opferputz das Salz aus dem Stein ziehen. Eine Maßnahme, die „alle paar Jahre“ zu wiederholen und auf Dauer ähnlich teuer geworden wäre. Wirklich Abhilfe hätte aber auch das nicht geschafft, wie Proben an sogenannten Musterachsen ergaben. Es machte keinen großen Unterschied, die Belastung, das stand fest, würde dauerhaft nicht sinken.

    2008/2009 erfolgte dann jener Schritt, der lange Zeit sofort ins Auge fiel: Bis auf Fensterhöhe musste oberhalb der Bruchsteine der Putz weichen – mit freier Sicht auf die Ziegel. Jahr um Jahr verging in der Hoffnung, die Belastung würde sich verringern. Parallel wurden erneut Untersuchungen vorgenommen und Musterachsen angelegt. Als die seit 2013 ohne Schäden blieben, schien der Zeitpunkt gekommen, die Außenhaut wieder zu vollenden. Schicht für Schicht wurde Kalkputz aufgetragen, der das Mauerwerk atmen lässt. Insgesamt ist der Aufwand in den sechsstelligen Bereich vorgedrungen. Die Denkmalpflege hat die einzelnen Bauabschnitte mit Zuschüssen mehrfach gefördert, und die Landeskirche stockte ihren Beitrag auf – mit Folgen für die Kirchengemeinde: Die Eigenleistung von zunächst einem Drittel schrumpfte auf ein Fünftel, was Kerstin Janott „total klasse“ fand.

    Jahrelang musste die Gemeinde auf die nicht unerhebliche Beteiligung „hinsparen“. Am Ende sollte sie dann zwar glimpflicher davon als erwartet, doch die nächste Reparatur zeichnet sich bereits ab. Es ist das Dach, und das wird wieder „richtig teuer“.

    Am Samstag steht nun für die Feier zum 125-jährigen Bestehen des Gotteshauses zunächst um 18 Uhr ein Konzert des Paul-Simpson-Projects auf dem Programm. Danach folgt für alle Besucher ein geselliges Beisammensein. Der Sonntag sieht zunächst einen Festgottesdienst um 10.30 Uhr vor. Es folgt das Mittagessen mit buntem Programm und die Vorstellung der „Chronik der Erinnerungen“.

    hbw

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