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Netzbach

Dorferneuerung: Bürger machen Netzbach fit für die Zukunft

Katrin Maue-Klaeser

Unterstützt von den Planern Michael Kürzinger und Björn Lenz nimmt die Dorferneuerung in Netzbach Gestalt an. Rund ein Dutzend interessierte Bürger trafen sich in der Mehrzweckhalle, um die bereits gesammelten Themen zu konkretisieren und teilweise auch schon „Projektleiter“ zu benennen.

Die „Pädchen“, Spazierwege in Netzbach und der Gemarkung, sollen im Zuge der Dorferneuerung wieder regelmäßiger gepflegt werden. Dies soll Vorrang vor einer Ufergestaltung des Kaltenbach haben, fanden die Teilnehmer der Bürgerversammlung mehrheitlich.  Fotos: Uli Pohl
Die „Pädchen“, Spazierwege in Netzbach und der Gemarkung, sollen im Zuge der Dorferneuerung wieder regelmäßiger gepflegt werden. Dies soll Vorrang vor einer Ufergestaltung des Kaltenbach haben, fanden die Teilnehmer der Bürgerversammlung mehrheitlich. Fotos: Uli Pohl
Foto: Uli Pohl

Neben den gemeindeeigenen Gebäuden, die teils umfassender Sanierung und Umbauten bedürften, haben die Netzbacher Bürger folgende Anliegen zusammengetragen (wir berichteten):

  • die „Pädchen“, Spazierwege um das Dorf, begehbar gestalten und Ufergestaltung Kaltenbach
  • generationenübergreifende Projekte und kulturelle Aktionen
  • Aufbau einer digitalen Serviceplattform
  • Verbesserung der Strom- und Wasserversorgung am Dorfplatz
  • attraktive Nutzung von Wohnraum und Gewerbeflächen

Nun regte Kürzinger an, die Punkte auszuarbeiten und möglichst auch Verantwortliche zu benennen, die sich federführend der Umsetzung der Vorschläge gemeinsam mit anderen annehmen, damit aus den Wünschen auch konkrete Aktionen hervorgehen können. Für manches Anliegen legte der Planer auch schon Lösungsvorschläge vor.

So zeigte er beispielhaft Bilder von Versorgungspollern mit Strom- und Wasseranschlüssen, wie sie etwa in Burgschwalbach für den Weihnachtsmarkt angebracht wurden. Er empfahl, die Standorte solcher Poller genau zu überdenken, damit Veranstaltungen auf dem Dorfplatz logistisch unterstützt werden. Hinsichtlich der Serviceplattform regte Kürzinger an, dort etwa das bereits angelaufene Carsharing und einen vorgeschlagenen Einkaufsservice online zugänglich zu machen. Generell schlug er vor, genauere Vorstellungen zu entwickeln, damit mit seiner Unterstützung geprüft werden könne, welche Vorhaben über das Dorferneuerungsprogramm bezuschussungsfähig sind.

Das Carsharing in Netzbach hat Thorsten Janning initiiert und leitet es. Der Bescheid über die Leader-Förderung (wir berichteten) für ein Elektroauto plus Marketing und Software wird noch in diesem Monat erwartet. „Rechnet man drei Monate für die Beschaffung, sollte das Elektroauto am Ende des ersten Quartals 2018 bereitstehen“, hofft Janning. Dann können Organisation und Zusatzleistungen aufgebaut werden.

Entscheidend ist seiner Aussage nach ein digitales Buchungssystem, das zugleich der Abrechnung dienen kann. Es stelle sich die Frage, wie Serviceelemente wie ein Fahr- oder Einkaufsdienst technisch und inhaltlich damit verknüpft werden können. Eine Möglichkeit sieht Janning etwa darin, dass junge Leute, die sich für Wochenendtouren ein Elektromobil leihen, im Gegenzug Taxi- oder Einkaufsfahrten übernehmen. Ortsbürgermeister Horst Ackermann regte an, eine mögliche Nachbarschaftshilfe in der Verbandsgemeinde als Baustein in die Serviceplattform zu integrieren.

Für generationenübergreifende kulturelle Aktionen wollen Patricia Janning und Monika Adelmann die Federführung übernehmen. Janning ist erfahren in der Organisation von Feiern wie dem von ihr initiierten Kukunat-Farbenfest. Ackermann regte an, die örtliche Kirmes auch für ältere Bürger wieder attraktiver zu gestalten.

Planer Kürzinger schlug vor, über eine Dorfkneipe nachzudenken – diese könne als Einkehrmöglichkeit auch dem Tourismus auf dem Aarhöhenweg zugutekommen. Eine daraus erwachsende Nachfrage nach Ferienwohnungen böte dann Nutzungsmöglichkeiten für Immobilien.

Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

Sanierung von Rathaus und Mehrzweckhalle extrem kostenträchtig

Mehrzweckhalle, Rathaus und die Leichenhalle auf dem Friedhof sind Gebäude, die die Netzbacher im Zuge der Dorferneuerung gern auf Vordermann bringen möchten. Das hat die Ideensammlung im Ort ergeben. Ortsbürgermeister Horst Ackermann sieht den Handlungsbedarf, aber auch ein entscheidendes Problem: „Diese drei Projekte sind sehr kostenaufwendig.

Selbst wenn wir uns nur eines vornehmen, nehmen wir uns auf Jahre hinaus finanziell jeglichen Spielraum“, warnt er und verweist auf eine vorliegende Kostenschätzung für die Instandsetzung der Mehrzweckhalle, die auf rund 500.000 Euro lautet. Da diese Vorhaben sich so massiv auf den Gemeindehaushalt auswirken werden, muss die Priorisierung und Vorgehensweise intensiv im Gemeinderat besprochen werden, da waren auch die anderen Teilnehmer der Bürgerversammlung seiner Meinung. Angeregt wurde, über einen Verkauf des Rathauses nachzudenken, um die Zahl der gemeindeeigenen Gebäude und den damit verbundenen Unterhaltungsaufwand zu reduzieren. Allerdings fielen damit auch die Einnahmen aus der Vermietung der Wohnung im Obergeschoss des Rathauses weg, gab ein Teilnehmer zu bedenken. kat

Diez
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