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    Walporzheim

    Weinbergsmauersanierung ist Lebensaufgabe

    Während in den Weinbergen rund um Walporzheim die Mauersanierungsarbeiten der 368 Mitglieder starken "Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Walporzheim" zufriedenstellend vorangehen, ist bei der privaten Mauersanierung bisher noch nichts passiert. Das soll sich nun ändern.

    Die notwendige Grauwacke zur Sanierung der Weinbergsmauern wird aus dem Bergischen Land angeliefert. Sie hat nach Aussage von Willi Beu die gleichen Eigenschaften wie das sonst aus der Eifel gelieferte Material, ist aber kostengünstiger.
    Die notwendige Grauwacke zur Sanierung der Weinbergsmauern wird aus dem Bergischen Land angeliefert. Sie hat nach Aussage von Willi Beu die gleichen Eigenschaften wie das sonst aus der Eifel gelieferte Material, ist aber kostengünstiger.
    Foto: tar

    Rund 30 bis 40 Prozent der sanierungsbedürftigen Mauern entlang der öffentlichen Wege wurden bereits im vergangenen Jahr in der Zeit zwischen dem 15. Juli und 30. September in den Lagen Alte Ley, Pfaffenberg, Kräuterberg und Gährkammer abgerissen. Sie werden derzeit neu aufgebaut.

    Das ist nicht ganz einfach, da die instabilen Hänge inzwischen teilweise weiter nachgerutscht sind. Genauere Bodenuntersuchungen sind vor rund 100 Jahren, als man die Mauern baute, nicht durchgeführt worden. So weiß man heute nicht, wo nun Fels, loses Gestein oder Erdboden ist. Zwei spezialisierte Mauertrupps des "Verbands der Teilnehmergesellschaften" sind dabei, die fehlenden Mauerstücke zu ersetzen. "Die Leute machen nichts anderes als Trockenmauerbau und kennen ihr Fach", so Willi Beu, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Walporzheim.

    Es geht bei diesen Arbeiten um 3,4 Kilometer Mauern, von denen etwa die Hälfte sanierungsbedürftig ist. Verwendet wird Grauwacke, die aus dem Bergischen Land aus der Gegend von Gummersbach angeliefert wird. "Eifler Grauwacke ist nicht besser, aber teurer", so Willi Beu, und die alten Abbaustellen im Ahrtal seien längst stillgelegt. Die Arbeit ist nicht einfach, denn Trockenmauerbau ist eine knifflige Sache, die Baustellen an den Wegen sind eng und entsprechend schwierig ist ein Maschineneinsatz. Bedacht werden muss auch, dass die Mauern über lange Zeit große Drücke aushalten und deshalb entsprechend konzipiert sein müssen. Für den Abriss muss auch das Zeitfenster Juli/September beachtet werden, um in den Mauerrissen lebende Eidechsen möglichst zu schonen. "Die meisten Tiere hauen einfach ab. Nur ganz wenige bleiben auf der Strecke", so Fachmann Beu. Er rechnet damit, dass noch rund sechs Jahre allein im öffentlichen Bereich jährlich etwa 500 000 Euro verbaut werden müssen, ehe alles fertig ist. 10 Prozent davon müssen die betroffenen Winzer tragen, 90 Prozent kommen aus Bodenordnungsgeldern von EU, Bund und Land.

    Weitere 24 Kilometer private Weinbergsmauern müssen saniert werden, um sie für nachfolgende Winzergenerationen und auch als Kulturlandschaft für den Tourismus zu erhalten. Sie liegen meist schwer erreichbar abseits der Wege und notwendige Materialien können dorthin nur per Hubschrauber, über Rutschen oder mit Kleinraupen transportiert werden. "Wir müssen spätestens für 2016 ein Zeichen setzen, damit gesehen wird, dass wir bemüht sind, unsere Kulturlandschaft insgesamt zu erhalten und es vorwärtsgeht", so Willi Beu, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. Problem dabei: Die vom Land eingeplanten Fördergelder kommen nicht wie erhofft. Es muss bereits bei der Finanzierung der Mausersanierung entlang der öffentlichen Wege arge Klimmzüge machen. Es gehe trotzdem nicht an, dass den Winzern vorgegeben werde die Kulturlandschaft zu erhalten, aber dann notwendige Fördergelder zu streichen, so Beu. Gesamtkosten zwischen 12 und 20 Millionen Euro werden erwartet. Angedacht ist als erster Schritt, auch Kompensationsgelder aus Ausgleichsmaßnahmen für Gewerbegebiete in den Mauerbau fließen zu lassen. Das wäre immerhin ein Tropfen auf den heißen Stein. Es entspräche aber nicht dem EU-Beihilferecht und es ist deshalb ungewiss, ob das rechtlich durchzuführen ist.

    Erfreulich sei, dass Kreis und Stadt treu zu ihren Winzern ständen und helfen würden, wo es nur geht. So sieht Willi Beu trotzdem kleine Lichtblicke, obwohl er die private Mauersanierung zeitlich durchaus als Lebensaufgabe bewertet.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

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