40.000
Aus unserem Archiv
Kreis Ahrweiler

Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt im Ahrkreis

Der Arbeitsmarkt in der Region ist ins Sommerloch gefallen. In den ersten Wochen der großen Ferien steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Ahrweiler um 196 auf 2977 an. Die Arbeitslosenquote klettert um 0,2 auf 4,5 Prozent.

Beunruhigen müsse diese Entwicklung allerdings nicht, meint Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, denn sie sei saisonüblich.

Das zeige sich schon daran, dass es vor allem die unter 25-Jährigen waren, die sich in den vergangenen vier Wochen arbeitslos meldeten. Bei ihnen stieg die Arbeitslosigkeit, statistisch betrachtet, um 120 auf 404 an. Zum Vergleich: In der Gruppe der über 50-Jährigen kletterte die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 13 auf 907. "Bei den Menschen, die im Juli arbeitslos wurden, handelt es sich vor allem um junge Leute, die in den vergangenen Wochen ihre Ausbildung beendet haben und nun darauf warten, dass es weitergeht. Viele Betriebe stellen erst nach der Sommerpause wieder Personal ein. Die allermeisten, die jetzt neu in der Statistik auftauchen, sind in einigen Wochen wieder verschwunden. Dieses Phänomen begleitet uns schon seit Jahrzehnten."

Die Vorjahreswerte zeigen eine ähnliche Entwicklung – obwohl die Zahlen damals deutlich niedriger lagen. Vor allem der sehr lange Winter habe die übliche Frühjahrsbelebung nachhaltig ausgebremst, erinnert Mohrs. Zwar klafft hier noch immer eine Lücke, denn im Juli 2012 waren im Landkreis 310 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als heute. Aber der Abstand ist in den vergangenen vier Wochen geringer geworden. So liegt die Arbeitslosenquote zwar um 0,4 Punkte über der des Vorjahres. Ende Juni betrug die Differenz allerdings noch 0,5 Prozent. "Wir liegen noch immer über den Werten von 2012. Trotz der saisonbedingten Zunahme der Arbeitslosigkeit ist der Abstand kleiner geworden."

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit macht sich ausschließlich in der Versichertengemeinschaft des SGB III bemerkbar, also bei jenen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind. Hier steigt der Wert um 197 auf 1338 an. Bei den Hartz-IV-Empfängern verzeichnet die Statistik einen Rückgang um eine Person. Trotzdem bezieht die Mehrheit der Arbeitslosen im Landkreis Ende Juli Leistungen aus der Grundsicherung: Es sind 1639, also gut 55 Prozent aller Arbeitslosen in der Region.

Hoffnungsvoll stimmt Ulrike Mohrs der Blick auf den Stellenmarkt. Obwohl erst die Hälfte der Ferien vorüber ist, wurden dem Arbeitgeberservice in den vergangenen vier Wochen aus der Region 146 offene Stellen gemeldet – zehn mehr als im Juni. Insgesamt liegen 323 Stellenangebote aus dem Kreis vor.

Kurz bevor die ersten Jugendlichen ihre Lehrstellen antreten, widmet die Agenturchefin auch dem Ausbildungsmarkt Aufmerksamkeit. Zwar fragten bei der Agentur seit Oktober deutlich mehr Bewerber an, als Ausbildungsplätze gemeldet wurden – insgesamt standen 740 Bewerber "nur" 656 Stellenangebote gegenüber. Doch wenige Wochen vor Beginn des Ausbildungsjahres hat sich dieser Abstand deutlich verringert.

So tauchen in der Statistik für den Ahrkreis zurzeit noch 203 unversorgte Bewerber und 187 unbesetzte Lehrstellen auf. Allerdings geht Agenturleiterin Mohrs davon aus, dass am Ende deutlich mehr Stellen als Bewerber übrig sind. Die Erfahrung zeigt, dass viele junge Leute nicht daran denken, sich bei der Arbeitsagentur abzumelden, wenn sie eine Stelle gefunden oder sich für eine Alternative wie Studium oder einen Freiwilligendienst entschieden haben. red

Bad Neuenahr-Ahrweiler
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
Montag

11°C - 24°C
Dienstag

11°C - 24°C
Mittwoch

11°C - 23°C
Donnerstag

10°C - 19°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach