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Sinzig: Der "Eifel-Schmitt" tritt zurück – unfreiwillig

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Die Sinziger Eifelverein-Legende Walter Schmitt (rechts) ist nun zurückgetreten. Die Eifel war sein Leben – weitaus schöner als das Himalaya und sämtliche andere Berggegenden, wie er sagt.
Die Sinziger Eifelverein-Legende Walter Schmitt (rechts) ist nun zurückgetreten. Die Eifel war sein Leben – weitaus schöner als das Himalaya und sämtliche andere Berggegenden, wie er sagt.

Dabei dürfte jemand so verbunden mit der Eifel und dem gleichnamigen Verein sein, wie Walter Schmitt aus Sinzig. Seit 1972 gehört er dem Verein an und hat ihn zu einem der mitgliederstärksten Ortsvereine gemacht.

Nur noch 30 Mitglieder sind aktiv

Großes Bedauern darüber, dass Schmitt die Vereinsführung abgegeben hat, äußerte der Arnstädter Wanderleiter Klaus Gusikat per Brief an unsere Zeitung. Renate Herzog, Schmitts Stellvertreterin beim Sinziger Eifelverein sagte: "Walter Schmitt war der Eifelverein, wir wollen nun sehen, dass wir das Angebot weiter aufrecht erhalten." Klar ist für die 81-Jährige, dass sie nicht für eine vierjährige Amtszeit als Vorsitzende zur Verfügung steht. Zwar hat der Verein aktuell 150 Mitglieder, aktiv sind jedoch nur dreißig.

Der 83-jährige Schmitt bedauert diesen Verlauf, war der Eifelverein doch sein Leben, kürzer zu treten kommt trotz seines Alters nicht für ihn in Frage. 2010 noch hat er 118 Wanderungen mit mehr als 1700 Kilometern zurückgelegt, 23 Radwanderungen organisiert und 145 Wanderungen geplant, die für jeden Geschmack und jedes Leistungsniveau etwas zu bieten hatten.

Da seine Eltern aus Meuspath und Zermüllen in der Nähe des Nürburgrings kamen, im Jahr seiner Geburt 1928 nach Sinzig zogen, verbrachte er seine Ferien immer in der Eifel bei Verwandten. "Die Gegend um den Nürburgring ist die schönste, die es gibt", sagt er. Als Schmitt zum Eifelverein Sinzig stieß, lag dieser am Boden. Es wurden lediglich "kleinere Spaziergänge" unternommen. Auch gab es keine Chronik. Dieser Umstand änderte sich schnell, als Schmitt zig Routen auskundschaftete, wie er es fast vierzig Jahre lang tun sollte.

Nach seiner beruflichen Tätigkeit bei der Deutschen Eisenbahn ging es in Wald und Flur, um alle Strecken "abzuklappern". Die Vereinshistorie hielt er nach umfangreichen Recherchen in einer Chronik fest. Das 100-jährige Bestehen 1997 fiel mit dem Eifeltag des Hauptvereins zusammen, wo die Sinziger die Eichendorff-Plakette durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog erhielten. Walter Schmitt verlieh der Haupt-Eifelverein die goldene Verdienstnadel für sein Wirken.

Jedes Wochenende führte er Wanderer durch die schönsten Landschaften der Region. Er organisierte und führte zig Mehrtageswanderungen: von Adenau nach Trier, von Altenahr nach Monschau, an die Mittelmosel, in die Luxemburgische Schweiz und viele mehr.

600 Kilometer zu Fuß nach Zwiesel

Eine besondere Freundschaft knüpfte er ins thüringische Arnstadt nach dem Fall der Berliner Mauer. Im ausgebauten Keller des Hauses von Schmitt fanden die Vereinsversammlungen statt. Die Wände sind voller Erinnerungen. An einen Balken haben die Thüringer ihre letzten DDR-Münzen geklebt.

"Hier bin ich besonders stolz drauf. Es gibt wohl nur wenige, die an vier Wimpelwanderungen teilgenommen haben", sagt Schmitt und nimmt eine Tafel in die Hand, die an seine 600-Kilometerwanderung von Fulda nach Zwiesel 1980 erinnert. In seinem Arbeitszimmer stehen Wanderschuhe Paar an Paar nebeneinander. In Kisten sind die Regionen untergebracht. Die Regale bersten geradezu vor Literatur über die schönsten Wandergegenden der Welt, die er auf seinen Reisen erkundet hat: Schmitt: "Ich war mehrmals im Himalaya, in den Wüsten und Berggegenden auf allen Kontinenten dieser Erde. Aber die Eifel ist in ihrer Schönheit und Vielseitigkeit mit nichts anderem vergleichbar."

Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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