40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Schnupperkurs: Ein Wochenende arbeiten, wie die alten Steinhauer
  • Aus unserem Archiv
    Weibern

    Schnupperkurs: Ein Wochenende arbeiten, wie die alten Steinhauer

    Schnupperkurse des Steinhauervereins Weibern haben sich in der Republik herumgesprochen. Auch bis in die Schillerstadt Marbach am Neckar. Dort sind Bernd Renz und Ilona Nill zu Haus, die zusammen mit 18 weiteren Personen beim zweiten Kurs des Jahres mit von der Partie sind.

    Bei Bedarf helfen gelernte Steinmetze über Hürden hinweg.
    Bei Bedarf helfen gelernte Steinmetze über Hürden hinweg.
    Foto: hjs

    Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

    Warum er den 450 Kilometer langen Weg in die Eifel auf sich genommen habe, antwortet Ingenieur Renz wie aus der Pistole geschossen: "Weil es hier so schön ist." Zu verdanken hat er dieses einmalige Erlebnis seiner Lebenspartnerin, die ihm die Teilnahme zu seinem Geburtstag geschenkt hatte. "Ich hatte bei meiner Freundin die Ergebnisse eines solchen zweitägigen Kurses gesehen und war spontan derart begeistert, dass ich das selbst mal ausprobieren wollte", lautete ihre Begründung. Und wie so viele in den zurückliegenden 18 Jahren wollen auch sie wiederkommen.

    "Neue und Wiederholer halten sich bei uns die Waage", weiß Vereinschef Norbert Kraus zu berichten. Er und seine Mitstreiter freuen sich darüber, dass das Interesse an ihrem außergewöhnlichen Angebot wieder gewachsen ist. "Inzwischen mussten wir wieder eine Warteliste einrichten", erklärte Werner Willems am Rande der zweitägigen Veranstaltung. Vor einem Jahr hatte er schon befürchtet, dass ähnliche Angebote mit Ytong dem Weiberner Original den Rang ablaufen könnten.

    Dass der Laden wie geschmiert läuft, davon konnte man sich wieder beim jüngsten Kurs überzeugen. Da stimmt einfach alles. Angefangen beim Kursgelände: Nahe am Ort und doch abgeschieden und zudem geschützt vor neugierigen Zaungästen bietet das zum Domizil der Steinhauer umgebaute ehemalige Sägehaus Neis Rückzugsmöglichkeiten zum Essen und Trinken und für eine schöpferische Pause. Die Kursteilnehmer werden von einem eingespielten Betreuungsteam versorgt, ihnen wird jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Ob es sich um Hilfestellung bei der Bearbeitung des Tuffsteins handelt, um das Besorgen eines passenden Werkzeugs, oder um ein Tässchen Kaffee zwischendurch - die Rundumversorgung stößt auf große Anerkennung, die Wohlfühlatmosphäre wird geschätzt.

    Steinmetze wie der 81-jährige Manfred Dahm gehören zu denen, die noch ihr Handwerk von der Pike auf erlernt haben und ihr Wissen an Andere weitergeben. Bevor die Neulinge unter den Hobbykünstlern mit der Bearbeitung des Gesteins beginnen, werden sie mit den Werkzeugen vertraut gemacht. Im Einsatz sind Knüppelhammer, Schlag-, Zahn-, Rund- und Spitzeisen, Zweispitz, Spitzer (auch Wolf genannt) und Fläche. Zeitaufwendig ist die Auswahl eines geeigneten Steins. Hier zögern und zaudern die Teilnehmer, weil sie sich unsicher sind, ob die Ausmaße die richtigen sind.

    Alsbald beginnt ein von Knüppelhammer und Werkzeugschlägen erzeugtes Konzert. Die Neueinsteiger gehen in der Regel zaghafter ans Werk als diejenigen, die schon bei vorherigen Kursen Erfahrungen gesammelt haben. "Traut euch etwas zu, ihr könnt mehr als ihr meint", bekommen vor allem die Neulinge als Aufmunterung mit auf den Weg. Und siehe da, die meisten entwickeln ungeahnte Fähigkeiten, obwohl der Umgang mit Tuffstein für sie Neuland ist. Nach wenigen Stunden erhält der Rohling schon eine erkennbare Form.

    "Zu unseren Aufgaben gehört es, die Kursisten darauf hinzuweisen, dass sie vorsichtig zu Werke gehen müssen, insbesondere bei feingliedrigen und kniffligen Partien. Hier ist neben der Sorgfalt auch größte Geschicklichkeit gefordert" berichtet Werner Wilms. Wenn sonntags gegen 15 Uhr der Hammer fällt, werden alle geschaffenen Kunstwerke nebeneinander aufgestellt und zusammen mit den Akteuren in einem Foto festgehalten. Es ist erstaunlich, wie vielfältig und gelungen die Arbeiten in der Regel sind. Die Zufriedenheit, aber auch berechtigter Stolz spiegelt sich in den Gesichtern der Kursteilnehmer wieder", weiß Dahm aus Erfahrung.

    Wer auch Interesse an einem Steinhauerwochenende hat kann zwei Tage abschalten und kreativ sein in lockerer Atmosphäre, unter Betreuung erfahrener Steinmetze ein eigenes Werk erstellen, Und das bei voller Verpflegung, Grillabend mit Erfahrungsaustausch: Das alles wird bei dem Kurs geboten, der auf dem Vereinsgelände des Steinhauervereins unterhalb der alten Steinbrüche in Weibern stattfindet. Steine und Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt. In der Kursgebühr von 100 Euro ist alles enthalten, und am Ende kann das Werk mit nach Hause genommen werden. Die Teilnehmerzahl beträgt 20 Personen, das Mindestalter ist 16 Jahre, Gruppenanmeldungen für maximal 5 Personen. Die nächsten Termine: Anfang Mai und September 2017. Interessenten erfahren unter www.steinhauervereinweibern.de mehr.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Montag

    10°C - 13°C
    Dienstag

    13°C - 14°C
    Mittwoch

    10°C - 18°C
    Donnerstag

    11°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach