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Remagen

Rostschäden an Apollinariskirche: Restauratoren steigen Türmen aufs Dach

Judith Schumacher

Umfangreiche Sanierungen der gusseisernen beiden Spitztürme auf der westlichen Seite der Apollinariskirche zu Remagen stehen an. Die 16 Meter hohen Spitzdächer die in den Jahren 1842/43 auf die 29 Meter hohen Steintürme montiert wurden, haben an verschiedenen Stellen starke Korrosionsschäden. In der kommenden Woche werden im Vorfeld der Apollinaris-Wallfahrt aus Sicherheitsgründen die äußeren Verzierungen (Krabben) mittels eines Krans abmontiert.

Hier oben wurde das Ausmaß der Schäden erst richtig sichtbar.
Hier oben wurde das Ausmaß der Schäden erst richtig sichtbar.
Foto: Architekturbüro Ernst

Insgesamt sind es 76 Krabben. Die Bauleitung liegt beim Architekten des Bistums Trier, Peter Peters, und dem Architekturbüro Ernst. „Es werden nicht, wie schon im vergangenen Jahr, nur die lockeren Krabben entfernt – die Dächer müssen ohnehin generalsaniert werden“, erklärt Erhard Wacker, Schatzmeister des Fördervereins Apollinariskirche.

Eher zufällig hatte man im September 2017 die Schäden entdeckt, zunächst hatte sich der Förderverein nur mit den korrodierten Kreuzen aus Gusseisen beschäftigt. „Wir dachten uns, wenn diese Schaden genommen haben, müsste das bei den Dächern ebenso sein – und so war es auch“, so Wacker. Umgehend wurde eine Notsicherung an den sogenannten „Helmen“ vorgenommen.

Hierfür kooperierten das Architekturbüro Ernst aus Zülpich, die Kunstschmiedefirma Hoppen aus Dattenberg und die beim Bischöflichen Stuhl in Trier angesiedelte Stiftung Wallfahrtskirche Sankt Apollinaris. 37.000 Euro kostete diese Aktion. 25.000 Euro schulterte der Förderverein.

Nun wird, nachdem alle Krabben abgebaut sein werden, der Kölner Professor Rainer Hempel sich des Falles annehmen und den genauen Sanierungsbedarf dokumentieren. Hempel ist Professor für Ingenieurhochbau und Tragwerkslehre an der FH Köln. Er erhielt den Auftrag für die umfassende Analyse der gusseisernen Pyramiden von der Stiftung Wallfahrtskirche.

Nur mit einem Spezialkran kommt man überhaupt an die gusseisernen Türme heran.
Nur mit einem Spezialkran kommt man überhaupt an die gusseisernen Türme heran.
Foto: Erhard Wacker

„Hempel geht dabei geradezu medizinisch vor mit den drei Phasen Anamnese, Diagnose und Therapie“, sagt Wacker. Er rechnet damit, dass binnen zwei Monaten mit einem Ergebnis zu rechnen ist. Allein die Sicherungsmaßnahmen und die Erstellung des Gutachtens kosten 130.000 Euro.

„Die Sanierung selbst wird dann wohl mehrere Hunderttausend Euro kosten“, vermutet Wacker. „Der Fehler anderer Restaurierungen, dass die Kosten sich im Verlauf immer weiter von den Ersteinschätzungen entfernen, soll an der Apollinariskirche vermieden werden“, so Wacker.

Involviert ist auch die Landesdenkmalpflege in Mainz, die zusätzlich noch von Rolf-Dieter Blumer, einem Experten für Metallrestaurierung der Denkmalpflege Baden Württemberg, unterstützt wird.

„Unser 80 Mitglieder zählender Förderverein kann zwar helfen, Spenden werden gerne genommen, aber den größten Brocken müssen die Partner tragen“, so der Schatzmeister. Gemeint sind etwa die staatliche Denkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Banken und eventuell – wegen des ungewöhnlichen Einsatzes von Eisenguss – entsprechende Industriestiftungen. Für Wacker denkbar ist auch die Förderung durch Forschungsgelder. Die Apollinariskirche ist ein Herzstück der rheinischen Spätromantik, zitiert Wacker den ehemaligen Landeskonservator Werner Bornheim, der dies 1962 so festhielt.

Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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