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    Nordschleife: Der ultimative Test für Autohersteller

    Bevor ein Auto - egal, ob PS-Monster, Nobelkarosse oder Kleinwagen - irgendwo in der Welt in Serienproduktion geht, muss es den ultimativen Härtetest auf der Nordschleife des Nürburgrings bestehen. Deshalb schicken alle Firmen der Automobilindustrie ihre Ingenieure, Entwickler, Mechaniker jedes Jahr für einige Wochen zu Tests in die Eifel.

    Im Industriepool am Nürburgring haben sich 39 Firmen zusammengeschlossen, um Prototypen auf der legendären Nordschleife zu testen. Weltweit geht kaum ein Auto in Serienproduktion, das bei diesem Belastungstest durchfällt.
    Im Industriepool am Nürburgring haben sich 39 Firmen zusammengeschlossen, um Prototypen auf der legendären Nordschleife zu testen. Weltweit geht kaum ein Auto in Serienproduktion, das bei diesem Belastungstest durchfällt.
    Foto: Stefan Baldauf /

    Ob aus Ingolstadt, München, Wolfsburg, Japan, Südkorea oder den USA. 39 Firmen sind seit 20 Jahren im Industriepool zusammengeschlossen (siehe Infokasten). 300 Menschen haben dieses Jubiläum jetzt im Ringwerk gefeiert.

    Für die Hotels, Pensionen, Restaurants und Einzelhändler in der Region ist das ein großes Geschäft: Sie profitieren von den Hunderten Testern, die während der insgesamt 16 Testwochen pro Jahr rund um den Ring übernachten, essen und einkaufen. Es ist natürlich die Strahlkraft des Nürburgrings, die die Autofirmen in die Eifel zieht.

    Vor allem aber ist es das ungeschriebene Gesetz des Faktors zehn: Der besagt, dass eine Runde auf der 20,8 Kilometer langen Nordschleife 200 Kilometern auf einer regulären Straße entspricht. Für die Firmen ist es also ungleich günstiger, weil zeit- und kostenssparender, ihre Prototypen durch die 73 Kurven über den hügeligen Asphalt zu jagen. Die Kompression auf die Autos ist viel größer. Zudem sind auch Reifen- und Komponentenhersteller vor Ort, was die Abstimmung effizienter macht.

    Ring-Geschäftsführer Mirco Markfort sagt: "Manche bezeichnen die Nordschleife auch als Material mordend." Er betont, dass der Kurs schon bei der Eröffnung mehr gewesen ist als eine Rennstrecke: "Heute ist sie es mehr denn je." Obwohl die Zeit auf der Nordschleife äußerst begehrt ist, sei eine Ausdehnung der 16 Testwochen kein Thema.

    Rennteams, Tuningfirmen und Motorradhersteller werden nicht im I-Pool aufgenommen - zu gefährlich. Das Thema Sicherheit hat oberste Priorität, wie Markfort und Pool-Koordinator Thorsten Unger betonen. Negativschlagzeilen über folgenreiche Unfälle kann niemand in dieser hochsensiblen Branche gebrauchen. Unfälle gibt es auf der Nordschleife während der Testwochen laut Markfort nicht.

    Sehr wohl gibt es vermehrt Beschwerden von Einheimischen über driftende und zu rasante Testfahrer auf den kleinen Eifelsträßchen. Während auf der Nordschleife im fahrdynamischen Grenzbereich getestet wird, prüfen die Entwickler auf öffentlichen Straßen und der A 61 den Fahrkomfort. Gleichwohl sorgen nicht immer die Tester der Firmen für Ärger, die sich anhand der Kennzeichen leicht ausmachen ließen. Oft sind es chaotische Touristenfahrer. Volker Strietzek, Mitglied der Steuerungsgruppe des I-Pools, appellierte jedenfalls in die Runde: "Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Bevölkerung nicht verärgern. Wir wollen Vor-, nicht Feindbild sein."

    Er wies auch darauf hin, dass die Firmen immer schnellere Autos entwickelten: "Die Nordschleife muss daran angepasst werden. Vor allem die digitale Streckensicherung sollte rundum funktionieren."

    Beim 20. Geburtstag des I-Pools erinnerte Strietzek auch daran, wie dieser 2011 kurz vor dem Zusammenbruch stand. Denn damals schickten sich die ehemaligen Ring-Pächter Jörg Lindner und Kai Richter an, die finanziellen Konditionen zu ihren Gunsten deutlich zu verändern.

    Es kam zu einem Machtkampf, in den irgendwann auch die Vorstandsetagen von Mercedes-Benz, BMW, VW, Bridgestone und Co. eingriffen und mit einer deutlichen Ansage dafür sorgten, dass die Bedingungen so blieben wie sie waren. Viele atmeten auf, als die Kurzzeitära Lindner/Richter im Juli 2012 beendet war. Strietzek sagte: "Die beiden Herren haben versucht, dem I-Pool das Fürchten zu lehren. Mission misslungen, kann ich da nur sagen." Dieser Versuch habe den Verbund nur stärker gemacht.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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