40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Kaum noch Spenden: Flüchtlingsnetzwerk vor dem Aus?
  • Aus unserem Archiv
    Kreisstadt

    Kaum noch Spenden: Flüchtlingsnetzwerk vor dem Aus?

    Seit Februar 2015 gibt es das Flüchtlingsnetzwerk Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Montag traf man sich zur Mitgliederversammlung. Wie viele noch folgen werden, ist ungewiss, denn der Verein steht vor massiven Problemen. Zurzeit hat er 17 Mitglieder, hinzu kommen noch rund 80 Helfer, die das Netzwerk mittragen. Anfang des Jahres waren es noch 100. Vorsitzende Heike Krämer-Resch kennt die Gründe. „Viele sind erschöpft“, sagt sie. „Und manche sehen auch keinen Bedarf mehr, sich für Flüchtlinge zu engagieren.“

    Vorsitzende Heike Krämer-Resch bei der Mitgliederversammlung: Der Fortbestand des Vereins ist ungewiss. Foto: Flüchtlingsnetzwerk
    Vorsitzende Heike Krämer-Resch bei der Mitgliederversammlung: Der Fortbestand des Vereins ist ungewiss.
    Foto: Flüchtlingsnetzwerk

    Den gebe es sehr wohl. Doch da das Flüchtlingsthema nicht mehr die Nachrichten beherrsche, entstehe dieser allerdings unzutreffenden Eindruck. „Die Integration ist eine langfristige Aufgabe, und es kommen ja auch noch neue Flüchtlinge. Nur nicht mehr so viele“, sagt Krämer-Resch. Sie weist darauf hin, dass es gar nicht nötig ist, dem Verein beizutreten, um im Netzwerk mitzumachen. Denn sich an einen Verein zu binden, davor schrecken viele zurück, vermutet die Vereinsvorsitzende.

    Noch prekärer ist indes die finanzielle Situation des Vereins, der 2016 mit dem „Zukunftspreis Heimat“ der Volksbank RheinAhrEifel ausgezeichnet wurde. „Im März sind die letzten Spenden hereingekommen“, berichtet Krämer-Resch. Seither zehrt das Netzwerk von dem, was noch auf der hohen Kante liegt. Zuschüsse der Stadt oder des Kreises gibt es nicht. Dabei arbeitet der Verein durchaus erfolgreich. Gut angenommen wird der Second-Hand-Laden. Wöchentlich bietet das Netzwerk im „Café-International – Sprache und Mehr“ im vereinseigenen Begegnungszentrum, Wilhemstraße 6, mittlerweile vier verschiedene Sprachkurse und einen Treffpunkt für Einheimische und Geflohene an. Seit 16 Monaten betreibt der Verein eine Fahrradreparaturwerkstatt, in der Flüchtlinge zusammen mit Ehrenamtlern gespendete Fahrräder reparieren und wieder fahrtauglich machen.

    Doch gerade die seit Mai angemieteten 65 Quadratmeter, die als Begegnungszentrum genutzt werden, stellen eine permanente finanzielle Belastung dar. Zuzüglich Kosten für ein Fahrzeug und Versicherungen beziffert die Vereinsvorsitzende die Fixkosten auf rund 700 Euro monatlich. „Für ein Jahr reicht das Geld noch“, sagt Krämer-Resch. „Im Januar werden wir entscheiden, ob wir weitermachen können.“ Anderenfalls werde das Flüchtlingsnetzwerk seine Arbeit einstellen. Doch noch hat die Vorsitzende Hoffnung, dass sich neue Helfer und Spender finden.

    Kontakt: Tel. 02641/303 16 60; Informationen: www.fluechtlingsnetzwerk-bn-aw.de

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Mittwoch

    4°C - 5°C
    Donnerstag

    3°C - 6°C
    Freitag

    2°C - 5°C
    Samstag

    1°C - 4°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach