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Antweiler

Jubiläum: Ältester Bischof feiert als "Müscher Jong" in der Heimat

Werner Dreschers

Gleich drei Jubiläen gibt es für den emeritierten Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert in diesem Jahr. Er vollendet sein 90. Lebensjahr, vor 50 Jahren wurde er zum Weihbischof im Bistum Trier ernannt, und vor 65 Jahren ließ er sich in Rom zum Priester weihen. Obwohl er dies am 17. Juni schon im Hohen Dom zu Trier gefeiert hat, war es sein ausdrücklicher Wunsch, dies auch in seiner Heimat mit alten Weggefährten und Freunden zu tun.

Wieder zu Hause in Müsch: Weihbischof Kleinermeilert feierte hier gleich drei Jubiläen.  Foto: Werner Dreschers
Wieder zu Hause in Müsch: Weihbischof Kleinermeilert feierte hier gleich drei Jubiläen.
Foto: Werner Dreschers

Die Gläubigen feierten in der Antweiler Pfarrkirche St. Maximin eine Festmesse zu Ehren des Jubilars, die von den Kirchenchören der Pfarreiengemeinschaft aus dem Adenauer Land gestaltet wurde. Bernd Prämassing, Küster und Organist, leitete die Chorgemeinschaft. Dr. Kleinermeilert ist in Müsch geboren, hat seine Kindheit im Ort verbracht und dort die Grundschule besucht. Sein Elternhaus stand unweit der Stelle, an der sich heute die Katharinenkapelle befindet. Der Jubilar erinnerte sich an den damaligen Pfarrer Steffens, dem zu Ehren ein Kreuz auf einer Anhöhe gegenüber der Pfarrkirche in Antweiler errichtet ist. Besonderen Dank empfindet Dr. Kleinermeilert gegenüber seinem damaligen Religionslehrer Alois Schneider, der ihn maßgeblich dazu inspiriert hatte, Priester zu werden. Seine Studienzeit verbrachte Dr. Kleinermeilert in Trier und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort empfing er die Priesterweihe durch Bischof Dr. Bernhard Stein. „Im Vertrauen auf Gottes Güte“ lautet der Wahlspruch, der Dr. Alfred Kleinermeilert seitdem begleitet.

Der Bischofsstab wurde dem Jubilar seinerzeit von Gläubigen seiner Heimatpfarrei Antweiler und Müsch überreicht. Auf die Verbundenheit des Jubilars mit seiner Heimat ging Pfarrer Dr. Rainer Justen ein: In allen Jahren habe der Weihbischof den Kontakt zur Heimat gehalten, heute noch spreche er gerne mit Freunden und Bekannten in der Eifeler Mundart. In seinem Herzen sie er immer ein „Müscher Jong“ geblieben. Justen ging auf Sternstunden im Leben des Jubilars ein, in denen er Freude, Licht und Wärme empfangen durfte, indes habe es auch Zeiten mit Grenzerfahrungen gegeben. Seinem Dienst sei der Jubilar stets treu geblieben, als Beweis seiner Liebe zu Gott und den Menschen.

Hatte Ilona Lenzen als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Grußworte zu Beginn der Messe gesprochen, so würdigte Dechant Jörg Meyrer den Jubilar in der Messe und gratulierte Alfred Baur später für den Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land.

Eine Überraschung erwartete Dr. Kleinermeilert beim anschließenden Empfang im Pfarr- und Jugendheim unweit der Pfarrkirche. Der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Müsch überreichte Dr. Alfred Kleinermeilert eine Urkunde, die ihn zum bisher einzigen Ehrenbürger von Müsch ernennt. Die Ernennung erfolge aus Respekt für das geistliche Wirken und die tiefe Verbundenheit zum Heimatort, und sie würdige sein Lebenswerk, betonte Udo Adriany. Herzlicher Beifall brandete auf angesichts der eindrucksvollen Wertschätzung für den sehr beliebten Geistlichen.

Für die Ortsgemeinde Antweiler gratulierte Ortsbürgermeister Peter Richrath. Und mit einer weiteren Überraschung wartete ein Spontanchor Müscher Bürger auf. Er sang das „Müscher Lied“. Text und Musik des Liedes stammen von Paul Kaster, der Refrain lautet: „Es kann doch nirgends schöner sein als an der Oberen Ahr. Mein Heimatland ist Müsch allein und bleibt es immerdar.“ Unter den Aufmerksamkeiten befand sich ein Foto des ehemaligen Elternhauses von Dr. Kleinermeilert. In Müsch feierte der emeritierte Weihbischof am Montagmorgen in kleinem Kreis eine heilige Messe in der St. Katharinen-Kapelle, bevor er die Rückreise nach Trier antrat.

Von unserem Mitarbeiter Werner Dreschers

Ein Leben im Dienst der Kirche

Dr. Alfred Kleinermeilert wurde am 30. März 1928 in Müsch geboren.

Am 10. Oktober 1953 wurde er in Rom zum Priester geweiht, war Kaplan in Saarbrücken und Gymnasial-Religionslehrer in Merzig. Seine Weihe zum Weihbischof erfolgte am 11. Juni 1968 in Trier. Im Jahre 1975 wurde der Jubilar zum Domkapitular ernannt, im Jahre 1998 zum Domdechant. Im April 2003 nahm Papst Paul II. sein Rücktrittsgesuch aus Altersgründen an. Kleinermeilert ist neben Friedrich Kardinal Wetter, Erzbischof em. von München und Freising ältester Bischof Deutschlands. Der gebürtige Müscher ist Titularbischof von Pausula, er war als Bischofsvikar Visitator für die ehemaligen Regionen Trier und Westeifel. Fünf Jahre lang war er Direktor des Bischöflichen Konviktes in Linz/Rhein. Er hatte den Vorsitz der Bistumskommission für ökumenische Fragen inne. Sein lateinischer Wahlspruch lautet „Dei Benignitate Confisus“ („Im Vertrauen auf Gott“). Im Wappen des Bischofs ist dem Namen gerecht ein Kohlenmeiler abgebildet, mit sieben züngelnden Flammen für das alles antreibende Feuer. dre

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