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Grafschaft

Hundekot stinkt Grafschafter Obstbauern gewaltig

Die Obstbauern in der Grafschaft sind richtig sauer. Für sie „stinkt es immer häufiger zum Himmel“, als Zugabe ärgern sich die Landwirte immer häufiger über immense Schäden, die obendrein auch noch für heiße Debatten zwischen Herrchen oder Frauchen und den Landwirten führen. Das Ärgernis: freilaufende Hunde, die wild durch Plantagen hetzen, dabei teuere Schutzfolien auf Erdbeerfeldern zerstören und nicht selten stinkende, fette Hundehaufen hinterlassen.

Obstbauer Albert Kreuzberg am „Tatort“: Was Hunde hier hinterlassen, ruiniert Lebensmittel.
Obstbauer Albert Kreuzberg am „Tatort“: Was Hunde hier hinterlassen, ruiniert Lebensmittel.
Foto: Horst Bach

Grafschaft – Die Obstbauern in der Grafschaft sind richtig sauer. Für sie „stinkt es immer häufiger zum Himmel“, als Zugabe ärgern sich die Landwirte immer häufiger über immense Schäden, die obendrein auch noch für heiße Debatten zwischen Herrchen oder Frauchen und den Landwirten führen. Das Ärgernis: freilaufende Hunde, die wild durch Plantagen hetzen, dabei teuere Schutzfolien auf Erdbeerfeldern zerstören und nicht selten stinkende, fette Hundehaufen hinterlassen.

„Jedem, der diese Hundescheiße zwischen unseren Erdbeeren sieht, dem vergeht doch garantiert auch der Appetit. Zudem nimmt uns kein Markt die verunreinigte Frucht mehr ab“, erklärte Obstbauer Albert Kreuzberg. Der Birresdorfer Landwirt appelliert bereits seit Jahren an die Vernunft der Hundebesitzer, mit ihrem vierbeinigen Liebling auf den Feldwegen zu bleiben und dessen Hinterlassenschaften zu entfernen. „Wir produzieren hier schließlich Nahrungsmittel, das müsste doch auch Hundebesitzer einleuchten", sagte Kreuzberg. Zudem sei es für seine Erntehelfer eine ständige Belastung und schon gar kein Vergnügen, bei der Ernte in die „Tretminen“ zu fassen.

Vielen Mitbürgern scheint jedoch der Bezug zur Landwirtschaft verloren gegangen zu sein. Denn was dem Landwirt ein Betrieb und Arbeitsplatz, ist dem Nachbarn seine geliebte Route fürs Gassigehen mit ihrem Waldi oder Hasso. Bedenkenlosigkeit kann da auch ganz schnell zum Übel werden. „Einige Hundehalter animieren ihre Vierbeiner sogar mit Stöcken oder Steine, über die Erdbeerfeldern zu jagen. Dabei reißen die Tiere große Löcher in die Fliese und Folien. Dann kacken sie noch in die Pflanzen“, erklärte Kreuzberg. Eine kostspielige Angelegenheit. „Alleine ein kleines Flies kostet schon rund 1500 Euro. Da ist unser Arbeitslohn noch gar nicht mit eingerechnet. Zusätzlich muss die zerstörte Abdeckung dann auch noch umweltgerecht durch uns Bauern entsorgt werden“, hält Kreuzberg fest.

Den Schaden, den die Hunde durch das zerfetzen der Fliese auf den Grafschafter Feldern insgesamt anrichten, schätz Kreuzberg jährlichen auf rund 30000 Euro. Nur moralische Unterstützung bekommen die betroffen Obstbauern der Grafschaft indes vom Ordnungsamt der Gemeinde. „Wir kennen das Hunde-Problem, aber wir können und dürfen nicht einschreiten“, sagte Edgar Schwanz vom Ordnungsamt der Gemeinde. Ein bis zwei Veröffentlichungen gebe es jährlich in der Grafschaft als Aufruf an die Hundehalter, so Schwanz. „Darin weisen wir darauf hin, dass Hundehalter ihre Tiere neben den Erdbeerkulturen nicht frei Raumlaufen lassen und schon gar nicht in die Kulturen lassen sollen“, hielt Schwanz fest.

Strafen könne das Ordnungsamt der Gemeinde schon gar nicht aussprechen. „Wenn der Hund sich ablässt, dann könnte man höchstens von einer illegalen Abfallentsorgung sprechen – wobei noch nicht einmal klar ist, ob es sich tatsächlich um Abfall handelt“, bekundete Edgar Schwanz. Länger tatenlos hinnehmen will Kreuzberg das „Hundeproblem“ in der Grafschaft jedoch nicht. „Zuletzt habe ich einen erwischt, dessen Hund eines meiner Fliese zerstörte. Ich habe ihm eine Rechnung von insgesamt 2500 Euro geschickt. Mal sehen, ob und wann er bezahlt“, hofft Kreuzberg darauf, seine die feuerroten Früchte „alsbald frei von Zusätzen ernten zu können“.

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