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Adenau

Förderprogramm: In Adenau beginnt der Umbau der Stadt

Beate Au

Urige Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert flankieren den Marktplatz und die innerörtliche Hauptstraße in Adenau. Doch hinter manch einer Fassade an der stark frequentierten B 257 findet kein Leben mehr statt, weil die Häuser nicht dauerhaft bewohnt sind. Das soll ein Förderprogramm ändern.

Schöne historische Kulissen am Adenauer Markt: Der Wohnraum dahinter entspricht oft nicht mehr modernen Ansprüchen. Foto: Dreschers
Schöne historische Kulissen am Adenauer Markt: Der Wohnraum dahinter entspricht oft nicht mehr modernen Ansprüchen.
Foto: Dreschers

„Wir blicken in tote Fenster“, schildert eine Anwohnerin bei der Bürgerversammlung in der Komturei Adenau ein Problem, das in vielen historischen Ortskernen bekannt ist: Die Bausubstanz entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen. Museumsreife Häuser verwaisen, werden zu Kulissen. Ein Motor für Veränderung soll jetzt das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau“ in Adenau von Bund und Land werden.

Fokussiert ist das Förderprogramm auf ein Gebiet entlang der innerörtlichen Hauptstraße, wo Einkaufen und Wohnen auf Verkehr in einer autoverrückten Stadt im Dunstkreis des Nürburgrings treffen. 5,4 Millionen Euro können über einen Zeitraum von zehn Jahren an Fördermitteln abgerufen werden. Einer der Schwerpunkte: die Förderung von Privatinvestitionen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien. Die Bürger so früh wie möglich mitnehmen. Das ist das Credo von Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann und Klaus Zimmermann vom Büro ISU aus Bitburg, das den Stadtumbau fachlich begleitet. Die Bürgerinformation war der erste Aufschlag für das langfristige Sanierungsprojekt, das der Kommune in Zeiten klammer Kassen die Chance bietet, in die Zukunft zu investieren und dabei pro Jahr 540.000 Euro einzustreichen. 25 Prozent sind dabei über den städtischen Etat zu erbringen, den Rest zahlt das Land.

Neben den Investitionen in den öffentlichen Bereich, liegt ein zweiter Schwerpunkt im Anschub privaten Engagements. Denn im Untersuchungsgebiet zu beiden Seiten der mitten durch Adenau verlaufenden Hauptstraße fällt den Planern auf: Während einige Eigentümer in ihre Immobilien investiert haben, ist an anderer Stelle seit Jahrzehnten nichts passiert. Es gibt Leerstände. Die Planer warnen vor einem Abwärtstrend. 42 Prozent der Häuser werden von ihnen als sanierungsbedürftig eingestuft. Ebenfalls dringend notwendig: ein altersgerechter Umbau von Wohnungen im Ortskern. Viele Häuser wirken unattraktiv durch verschachtelte Nebengebäude und triste Innenhöfe. Uneinheitliche Fassaden erzeugen ein unruhiges Stadtbild. Es fehlt Grün. Hinzu kommt die Verkehrssituation in der Hauptstraße. Die Stadt am Nürburgring ist auf Autos fixiert, verfügt aber nur über eingeschränkte Parkmöglichkeiten und eine in die Jahre gekommene Parkpalette.

Ein Manko vieler Geschäftshäuser: Sie haben nur einen gemeinsamen Eingang für das Ladenlokal und die darüberliegende Wohnung. Andere lassen die Standardgrundrisse vermissen, die beispielsweise Filialisten brauchen. Um zu ermitteln, was hinter den Fassaden im Sanierungsgebiet an Maßnahmen vom Schall- und Wärmeschutz bis hin zur neuen Heizungsanlage ansteht, bekommen die Eigentümer einen Fragebogen, auf dem sie auch weitere Ideen vermerken können.

Das Dokumentieren von Missständen in der vorbereitenden Untersuchung und ein daraus resultierendes städtebauliches Entwicklungskonzept sind die Grundlage zum Abruf der Zuschüsse. Abzustimmen sind die Maßnahmen mit dem Stadtrat und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Erst wenn die Sanierungsvereinbarung unterschrieben ist, können die Eigentümer loslegen. Eines machten Planer und Bürgermeister Hoffmann klar: „Wir werden mit dem Sanierungsprojekt nicht alle Probleme lösen können.“

Von unserer Redakteurin
Beate Au

Was Bürger wissen sollten

Für die private Förderung gibt es eine fixe Obergrenze: Übernommen werden 30 Prozent der Sanierungskosten, maximal 30.000 Euro.

  • Für die private Förderung gibt es eine fixe Obergrenze: Übernommen werden 30 Prozent der Sanierungskosten, maximal 30.000 Euro.
  • Für gewerbliche Objekte, die im Sanierungsgebiet liegen, gibt es nach Paragraf 7 (Einkommenssteuergesetz) die Möglichkeit, größere Summen zusätzlich steuerlich günstiger abzusetzen. Das gilt auch für Wohneinheiten.
  • Die Befragung der Eigentümer beginnt in den nächsten Tagen. Bis zum 31. Januar 2018 sollen die Fragebögen zurückgegeben werden.
  • Loslegen können Bürger erst, wenn die Sanierungsvereinbarung in trockenen Tüchern ist. Die Planer rechnen damit, dass in einem Jahr die formale Basis dafür gelegt ist.
  • Wenn Baumaßnahmen im öffentlichen Raum umgesetzt werden, können Anliegerbeiträge anfallen, die im Sanierungsgebiet aber deutlich geringer ausfallen.
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