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Dümpelfeld

Dümpelfeld: Bürger sind stolz auf die Dünalü-Halle (16)

Wenn am Nürburgring was los ist, brummt hier der Verkehr. 640 Menschen leben in Dümpelfeld und seinen beiden Ortsteilen Lückenbach und Niederadenau. Dem demografischen Wandel zum Trotz sind die Einwohnerzahlen in etwa konstant. „Wir haben keinen großen Zuzug von außerhalb", gibt Ortsbürgermeister Rainer Schlömp zu – aber es gebe eben auch keinen nennenswerten Wegzug.

640 Einwohner hat die Gemeinde Dümpelfeld – und diverse Vereine. Auf dem Foto sind Dümpelfelds Bürgermeister Rainer Schlömp (links) und sein Amtsvorgänger Udo Stratmann vor der alten Kirche zu sehen. Foto: Petra Ochs
640 Einwohner hat die Gemeinde Dümpelfeld – und diverse Vereine. Auf dem Foto sind Dümpelfelds Bürgermeister Rainer Schlömp (links) und sein Amtsvorgänger Udo Stratmann vor der alten Kirche zu sehen.
Foto: Petra Ochs

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Wer in der Gemeinde neu bauen will, muss aber nach Niederadenau ausweichen. Zwar hätte die Gemeinde nur zu gerne das Gelände am ehemaligen Bahndamm von Dümpelfeld zu Bauland gemacht, doch die Nähe der Ahr machte einen Strich durch die Rechnung. Apropos Ahr: Der Umstand, dass der Adenauer Bach in Dümpelfeld in die Ahr mündet, hat in der Vergangenheit schon für allerlei Unannehmlichkeiten gesorgt.

So lösten sintflutartige Regenfälle in der Mainacht von 1959 eine Flutwelle aus, die die gerade fertiggestellte neue Ahrbrücke am Sportplatz mit sich riss. „Irgendwann hörte man Metall klingen. Da wussten wir: Jetzt ist sie weg", erinnert sich der ehemalige Ortsbürgermeister Udo Stratmann, der das Ereignis als Kind miterlebte.

Blick in die alte Kirche. Foto: Petra Ochs
Blick in die alte Kirche.
Foto: Petra Ochs

Die Junggesellen, die noch im Gasthaus feierten, wollten es zunächst nicht glauben. „Der Mai ist gekommen, die Brücke ist weg", sangen sie scherzend. Umso größer war die Bestürzung, als sie mit eigenen Augen sahen, dass sie nicht verulkt worden waren: Die Brücke, in die sie selbst so viel Arbeit investiert hatten, war tatsächlich fort. Im Winter drei Jahre zuvor hatte es tatsächlich einen Eisgang gegeben: Da war der von der Ahr überflutete Sportplatz nach einem Kälteeinbruch ganz und gar von dicken Eisschollen bedeckt.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Dümpelfeld trägt den skurrilen Namen Dünalü. In einem Wort sind hier die Abkürzungen der drei Ortsteilnamen Dümpelfeld, Niederadenau und Lückenbach vereint. Zustande kam der Name nach dem Neubau 1997 durch einen Wettbewerb. Und zur allgemeinen Überraschung fiel die Entscheidung des Gemeinderats damals auf „Dünalü". „Was ist denn das für ein Name?", fragten daraufhin viele. „Es gab große Aufregung", erinnert sich Stratmann. Die hat sich zwischenzeitlich aber gelegt – und die Dümpelfelder sind mit ihrem Dünalü voll und ganz zufrieden.

Die Ahrbrücke bei Dümpelfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1153. Foto: Petra Ochs
Die Ahrbrücke bei Dümpelfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1153.
Foto: Petra Ochs

Gerahmt hängen hier historische Fahnen an der Wand: die Gründungsfahne des Junggesellenvereins aus dem Jahr 1910 und die Fahne des Männerchors Cäcilia. Vereine gibt es in Dümpelfeld übrigens noch einige: die katholische Frauengemeinschaft, den SC, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert und den Cyria Chor, der die Gottesdienste begleitet. Auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt es noch – die plagen allerdings Nachwuchssorgen.

Und überhaupt ist in dem 640-Einwohner-Ort vieles nicht mehr so, wie es mal war. Vor 60 Jahren hat es in Dümpelfeld noch etwa zwei Dutzend Gewerbetreibende gegeben. Fast nichts ist davon übrig geblieben, was auch an der Schließung der Bahnlinie 1985 liegt. Früher war Dümpelfeld ein Eisenbahnknotenpunkt. „Da waren wir immer ganz stolz drauf", so Stratmann. Von der Bahn geblieben ist die große Uhr am Dorfplatz an der Brücke über den Adenauer Bach. Die beiden Eisenbahnbrücken, die das Bild im Ortskern prägten, wurden dagegen 2010 abgerissen.

Die Bahnhofsuhr von Dümpelfeld. Foto: Petra Ochs
Die Bahnhofsuhr von Dümpelfeld.
Foto: Petra Ochs

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1153. In Teilen noch aus dem 13. Jahrhundert stammt die alte Kirche St. Cyriakus mit barocker Innenausstattung. 1998 bis 2002 wurde das sehenswerte Gotteshaus für gut 650 000 Euro aufwendig restauriert. Für diesen Zweck hatte sich extra ein Förderverein zusammengefunden. Doch Dümpelfeld hat noch eine andere Kirche. Wegen Platzmangel in der alten Kirche wurde diese 1966 auf Initiative von Pastor Stephan Berg gebaut und ist Maria, der Mutter der Kirche, geweiht. Prägend ist das große buntverglaste Fenster an der Giebelwand nach Osten.

Zu sehen gibt es aber noch mehr in (oder eher bei) Dümpelfeld: Im Norden der Gemarkung liegt ganz in der Nähe des Wochenendgebiets Ommelbachtal das Naturschutzgebiet Teufelsley. Namensgebend ist die Teufelsley selbst, ihres Zeichens der größte zusammenhängende Quarzitfelsen Europas.

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