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    Behinderten-WG: Wohnen wie es gefällt

    Menschen mit Behinderung wollen vor allem eines: ein ganz normales Leben führen. Dazu gehört, so wohnen zu können, wie Menschen ohne Behinderungen auch. In diesem Sinne erweitert die Lebenshilfe im November ihr Angebot. In Bad Breisig hat sie zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Mehrfachbehinderungen initiiert, die in den kommenden Tagen in ein von der Lebenshilfe angemietetes Haus ziehen werden.

    In dieses Haus zieht Teamleiterin Christina Käbisch (links im Gespräch mit Harald Köck-Obstfeld) mit den beiden Behinderten-WGs ein.
    In dieses Haus zieht Teamleiterin Christina Käbisch (links im Gespräch mit Harald Köck-Obstfeld) mit den beiden Behinderten-WGs ein.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Bad Breisig - Menschen mit Behinderung wollen vor allem eines: ein ganz normales Leben führen. Dazu gehört, so wohnen zu können, wie Menschen ohne Behinderungen auch. In diesem Sinne erweitert die Lebenshilfe im November ihr Angebot. In Bad Breisig hat sie zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Mehrfachbehinderungen initiiert, die in den kommenden Tagen in ein von der Lebenshilfe angemietetes Haus ziehen werden.

    „Neu ist, dass wir uns auch um Menschen mit erworbenen Behinderungen kümmern“, erläutert Stefan Möller, Geschäftsführer der Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler. Dort häufen sich die Anfragen von Körperbehinderten nach barrierefreien Wohnungen. „Insbesondere an der Rheinschiene gibt es in dieser Hinsicht ein erschreckendes Defizit“, sagt Möller.

    Für Gehbehinderte, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist allerdings auch das für die WGs hergerichtete Wohnhaus Im Laacher Hof nicht geeignet. Barrierefrei sind lediglich die zwölf Wohnungen im Lebenshilfezentrum in Sinzig. Das neue Angebot in Bad Breisig richtet sich an Lernbehinderte, an Menschen mit psychischer Behinderung oder leichter Körperbehinderung, die zwar die Geborgenheit des Zusammenlebens suchen, aber auch Wert auf ihre Privatsphäre legen. „Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Harald Köck-Obstfeld, Bereichsleiter Offene Hilfen.

    Dahinter steht der Gedanke, dass eine Wohngemeinschaft von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen keine Ansammlung von Defiziten bedeutet, sondern ein Zusammenkommen unterschiedlicher Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich idealerweise ergänzen. Kein Wunder, dass die Zusammensetzung der WGs nicht dem Zufall überlassen wurde. In der einen WG ziehen ein Paar und zwei Einzelpersonen zusammen, die zuvor im teilstationären Bereich untergebracht waren und nun in eine gemeinschaftliche Wohnform wechseln wollen.

    Die zweite WG besteht aus drei jungen Frauen unter 25 Jahren, die sich seit Schulzeiten kennen und in der Werkstatt der Lebenshilfe zusammenarbeiten. Nicht nur für sie, die bisher in ihrem Elternhaus gewohnt haben, beginnt im November ein neuer Lebensabschnitt – auch für ihre Familien. „Gerade den Eltern behinderter Kinder fällt es besonders schwer loszulassen“, weiß Köck-Obstfeld. Deshalb arbeitet die Lebenshilfe schon im Vorfeld des Auszuges von zu Hause eng mit den Angehörigen zusammen, bietet psychologische Unterstützung an. Doch gerade in diesem Trennungsprozess sieht der Diplom-Sozialpädagoge eine Annäherung an das Normalisierungsprinzip (siehe Infokasten): „Wenn Kinder erwachsen werden, bleiben sie doch die Kinder ihrer Eltern. Das ist nicht nur bei Behinderten so“, erinnert Köck-Obstfeld.

    Bevor die Zusammensetzung der Wohngemeinschaften endgültig feststand, gab es ein einwöchiges Probewohnen mit einer Mitarbeiterin der Lebenshilfe in einer Ferienwohnung. Eine Mitarbeiterin wird künftig auch unter dem selben Dach wohnen wie die WG-Mitglieder und zur Stelle sein, falls Hilfe nötig ist. In ihrem Alltag werden die Bewohner ohnehin über den „ambulant aufsuchenden Dienst“ der Lebenshilfe individuell betreut, wobei sie ihr Leben soweit wie möglich selbst bestimmen sollen. Die privaten Zimmer in der für rund 15 000 Euro bezugsfertig hergerichteten Gründerzeitvilla sind jeweils mit Fernseh-, Telefon- und Internetanschluss ausgestattet – auch hier wird den Bewohnern nichts vorenthalten, was Nichtbehinderte für sich beanspruchen. Nun kommt es nur noch darauf an, dass die WG-Mitglieder auf die Dauer miteinander auskommen.

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

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