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Bad Kreuznach

Zum Bewundern und/oder Reinbeißen: Kleine Läden zaubern Flair in die Einkaufsstadt

Kauf lokal – gerade die kleinen Läden zaubern Flair in eine Einkaufsstadt wie Bad Kreuznach. Zwei Beispiele: Sabina Brasch (42) und ihre Dessous- und Bade-Moden an der Römerstraße und „Oma mia“, wo Maria und Carmelo Basile im ehemaligen Backhaus Daum mit sizilianischen Leckereien locken. Wir haben die Existenzgründerinnen besucht.

Sabina Brasch in ihrem am 4. November 2017 eröffneten Dessous- und Bademodengeschäft an der Bad Kreuznacher Römerstraße. Selbst aus der Pfalz und aus Rheinhessen finden die Kundinnen zu ihr. Fotos: Stefan Munzlinger
Sabina Brasch in ihrem am 4. November 2017 eröffneten Dessous- und Bademodengeschäft an der Bad Kreuznacher Römerstraße. Selbst aus der Pfalz und aus Rheinhessen finden die Kundinnen zu ihr. Fotos: Stefan Munzlinger
Foto: Stefan Munzlinger

Sabina Brasch lockt mit Dessous

Es war schon immer ihr Traum: sich selbstständig zu machen mit stilvollen, edlen, verführerischen Dessous. Sagt die Augenoptik-Meisterin Sabina Brasch, deren Eltern vor über vier Jahrzehnten aus Bosnien nach Deutschland übersiedelten; sie ist in Deutschland geboren. „Ich musste bis Kirchheimbolanden und Mannheim fahren, wenn ich mal etwas Ausgefallenes zum Anziehen suchte.“

In einer Mittagspause entdeckte die Leiterin der Aktiv-Optik-Filiale (2015/16) an der Hospitalgasse den leerstehenden einstigen Kleiderladen (Schatulle) nebenan in der Römerstraße. „In den habe ich mich sofort verliebt“, sagt die dreifache Mutter, die in Mainz aufwuchs, auch in Wonsheim lebte und heute mit ihrem Mann Knut (45), einem Verfahrenstechniker Kunststoff, im zwölf Kilometer entfernten Stein-Bockenheim wohnt. Beider Kinder sind 23, 21 und 11 Jahre alt.

Am 4. November 2017 eröffnete sie ihren Laden auf zwei Etagen mit 120 Quadratmetern Verkaufsfläche und bietet das volle Dessous-Programm – ausgefallene und hochwertige BHs in vielen Farbkombinationen der Größen 70 A bis 100 I; aber auch Still-BHs, Push-ups, Bademoden, Nacht- und Herrenwäsche von zehn Lieferanten.„Die Frauen belohnen sich, sind erleichtert, wenn sie etwas Hochwertiges anprobieren mit einer anspruchsvollen Bügeltechnik, Unterbrustband, stabilisierenden Nähten und breiten Trägern“, freut sich Sabina Brasch über den Erfolg ihres Geschäfts, das seit wenigen Monaten einen guten Zulauf verzeichnet; etwa von Paaren, die sich die Anprobe in Stock eins reservieren. Dort haben sie Zeit und Muse, sich – beraten von Sabina Brasch oder ihren Mitarbeiterinnen Christa Schitthof aus Bingen und Sabrina Frohl aus Wonsheim – für Dessous zu entscheiden. „Unterwäsche ist Emotion, nicht nur Wohlfühlfaktor und Passform“, sagt die Expertin. Die Materialien reichen von Baumwolle bis zu französischer Spitze.

Die Lage ihres Geschäfts? „Top“. Diskret und trotzdem mittendrin. Und Bad Kreuznach als Einkaufsstadt? Ihr Urteil auch hier eindeutig: „Top“. Und wie sieht sie Konkurrenten wie den niederländischen Konzern Hunkemöller, der grade seine Eröffnung in Bad Kreuznach im Mai vorbereitet? „Kein Problem“, sagt Sabina Brasch, „unser Sortiment ist einfach spezieller.“

Maria Basile (61) und ihr Mann Carmelo (62) betreiben seit 19. Januar „Oma mia“ mit sizilianischen Essenspezialitäten im ehemaligen Backhaus Daum.
Maria Basile (61) und ihr Mann Carmelo (62) betreiben seit 19. Januar „Oma mia“ mit sizilianischen Essenspezialitäten im ehemaligen Backhaus Daum.
Foto: Stefan Munzlinger

Basiles sizilianische Spezialitäten

2016, Syrakus in Sizilien: Maria und Carmelo Basile – sie Juwelierin, er Geschäftsführer und Koch eines großen Restaurants – folgen einer ihrer Töchter (40, 38, 30). Und ziehen nach Deutschland, das sie bereits von vielen Messen kennen.

In Bad Kreuznach arbeiten Tochter und Mann als Architekten in Planiger und Winzenheimer Büros. Die Eltern Basile beziehen eine Wohnung an der Engelsgasse – und richten sich häuslich ein. Kaum steht der Verkaufsraum des ehemaligen Backhauses Daum leer, gründen sie „Oma mia“. Ein kleines Restaurant mit zehn Sitzplätzen.

Zu essen gibt es täglich außer montags von 9 bis 19 Uhr (sonntags 10 bis 14 Uhr) handgemachte sizilianische Spezialitäten, etwa gefüllte Teigtaschen mit Kartoffeln, Brokkoli, Tomaten. Oder Pizza mit luftigem Teig. Oder Fingerfood – deftig und süß. „Alles zubereitet nach Rezepten meiner Oma und meiner Mutter“, sagt Maria Basile, die die Kochkünste ihres Mannes lobt. Wo es möglich ist, verzichten sie auf Konservierungsstoffe.

Und freuen sich über die starke Resonanz vom ersten Tag an. Vor der Tür lagen einst 1000 Flyer aus; alle sind sie vergriffen. Die einstige Juwelierin Maria Basile blickt auf die Köstlichkeiten in ihren Frischetheken und sagt: „Lauter kleine Juwele.“

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

Wirtschaftsstandort Bad Kreuznach: Die City lebt

Ansiedlungen und Erweiterungen: In der Bad Kreuznacher City wird zurzeit fleißig gebaut.

Die Tchibo-Filiale an der Mannheimer Straße wandert in Richtung Kornmarkt. Das einstige Juweliergeschäft Giesler, Mannheimer Straße 138, wird derzeit nach Wünschen des Hamburger Konzerns umgebaut – größer wird’s im alten Giesler aber nicht, wie ein Tchibo-Sprecher mitteilt. Die bessere Lage habe den Ausschlag gegeben. Der letzte Verkaufstag der alten Filiale ist der 17. März; Tchibo hegt die leise Hoffnung, bereits im Mai das neue Domizil zu beziehen.

Auch zwei Textilgeschäfte vergrößern sich: Orsay erweitert sein Raumangebot an der Ecke Mannheimer-/Römerstraße, ebenso die C&A-Filiale, die sich zur Beinde hin ausdehnt. Der Schuhfachladen Sneako, der auch Textilien im Sortiment hat, einst Nachbar von Orsay in der Römerstraße, kehrt zurück an seine alte Wirkungsstätte und beendet damit die Zeit in der ehemaligen Buchhandlung Dr. Kohl am Kornmarkt. Ein Aufkleber an der Immobilie in der Römerstraße, die das Schuhhaus Wagner während der Umbauzeit 2017 vorübergehend als Lager und Verkaufsraum nutzte, kündigt die Rückkehr an. Ob die Filiale am Kornmarkt weiter Bestand haben wird, ist nicht bekannt.

Die Geschichte von Sport Menne ist hingegen unwiederbringlich zu Ende, bereits Anfang 2018 schloss der Einzelhändler in der Mühlenstraße.

Ein neues Kapitel wird im ehemaligen Telekomladen in der Mannheimer Straße 122 aufgeschlagen. Dort – das ist einer Stellenanzeige für einen Filialleiter zu entnehmen – siedelt der niederländische Dessous-Konzern Hunkemöller an. Außerdem hat in der Kreuzstraße ein Burgerladen eröffnet. Mojo Burger wird vom Bad Kreuznacher Roberto Porceddu betrieben. Mitte April kommt an der Zimmergasse 4 ein weiterer kleiner Laden hinzu: „Unverpackt Bad Kreuznach“ (Lebensmittel ohne jeden Plastikmüll). „Unverpackt“-Inhaberin ist Anika Kolb. ri

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