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    Kreis Bad KreuznachWenn Alice Stäglich die Sammelwut packt: Paarweise (Schrott-)Kunst im Flur des Kreisbauamtes

    Schrott am Straßenrand? Uta Grün steigt in die Eisen. Denn ihre Künstlerfreundin und Beifahrerin Alice Stäglich hat ein Faible fürs Alltägliche, fürs zivilisatorische Treibgut. Sie sammelt nahezu alles, was sie findet und kreiert daraus ihre Skulpturen.

    Foto: Stefan Munzlinge

    „Paarweise“ heißt die fünfte „Blaupause“-Ausstellung, die noch bis Anfang September im Kreisbauamt an der Salinenstraße (dritter Stock der Kreisverwaltung) zu sehen ist. Zwischen 500 und 5000 Euro kosten die elf paarweisen Werke, die man sich zu den normalen Bürozeiten ansehen kann.

    Alice Stäglich hat Bildhauerei unter anderem in Trier studiert, gehört seit 1989 der Künstlergruppe Nahe und seit 2015 dem Kunstverein Ingelheim an. Ob in Kreuznacher Schlossparkmuseum und Römerhalle (1998 und 2011), im OrgelArt-Museum Windesheim (2005) – ihre Kunst ist in der Region verankert, hier entsteht sie.

    „Alice Stäglich ist ein maßloser Mensch“, sagt Malerin Uta Grün (Boppard), mit der sie seit zehn Jahren befreundet ist, „wer das nicht glaubt, sollte sie einmal erleben, wenn Sperrmüll oder Schrott am Straßenrand abgestellt sind. Sie ist eine hemmungslose Sammlerin.“ Ihr Grundgesetz: Die Würde alter Dinge, insbesondere des Schrotts ist unantastbar. Ausgemustertem verhilft sie zu einer zweiten, einer künstlerischen Existenz. Unmäßig auch ihr Drang, sich Kunst lustvoll einzuverleiben und sich ständig für neue Ausstellungen zu begeistern. Als Schutz vor einer Überdosis Kunst habe sie einen Filter in ihre Wahrnehmung eingebaut: Was weder zum spontanen Genuss noch als Anregung für die künstlerische Arbeit tauge, werde nicht zur Kenntnis genommen, lenke somit auch nicht ab, beschreibt Uta Grün ihre Beobachtungen. „Und das ist gut so, denn es ist ein Vorrecht von Künstlern, sich aus dem Diskurs über Kunst auszuklinken, um sich auf ihr Ding zu konzentrieren.“ Künstler müssten nicht wie der bildungsbeflissene Kunstliebhaber oder -kenner überlegen: Oh, das Werk erreicht mich nicht oder ich das Werk nicht. Was muss ich jetzt tun, was muss ich jetzt wissen, um es zu verstehen? „Unmäßigkeit und Subjektivität gehören zu den Privilegien der Kunst wie der Künstler.“ In Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Religion solle man sich vor solcher Subjektivität hüten.

    Alice Stäglich genieße die Üppigkeit, lasse sich aber nicht dazu verleiten, das Werk zu überladen. Nicht ohne Grund fühle sie sich zur „Arte Povera“, zur armen Kunst, hingezogen. Aus der Fülle an Material zu schöpfen, sei das eine, zu einer Reduktion, zu einer Strenge zu finden, das andere. Hausherrin und Landrätin Bettina Dickes hieß zur Ausstellung willkommen, dankte Hans Bergs und seinem Team, unter anderem Christoph Liesenfeld, für die Vorbereitung.

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Bad Kreuznach
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