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    Kreis Bad KreuznachViel Eiswein angemeldet - aber nicht an der Nahe

    Der erste Eiswein ist gelesen. In der Nacht zum Mittwoch wurde in den meisten deutschen Weinbaugebieten die dafür vorgeschriebene Mindesttemperatur von minus 7 Grad erreicht. Bereits vor zwei Wochen war das Anmeldeverfahren für Eiswein bei der Landwirtschaftskammer (LWK) Rheinland-Pfalz zu Ende gegangen.

    Die für die Eisweinlese erforderlichen Temperaturen von minus 7 Grad sind in der Nacht zum Mittwoch für den Jahrgang 2016 erstmalig erreicht worden.  Foto: dpa
    Die für die Eisweinlese erforderlichen Temperaturen von minus 7 Grad sind in der Nacht zum Mittwoch für den Jahrgang 2016 erstmalig erreicht worden.
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

    2016 würde "in ungewöhnlich hohem Maß auf Eiswein gesetzt", lies die Kammer im Anschluss verlauten. Doch im Gegensatz zu den Weinanbaugebieten Rheinhessen und Pfalz, in denen erhebliche Steigerungen der ohnehin bereits hohen Meldequote des vergangenen Jahres zu verzeichnen sind, liegen die Anmeldezahlen an der Nahe und der Mosel weit unter Vorjahresniveau.

    2015 hatten 29 Nahe-Winzer Eiswein angemeldet, in diesem Jahr sind es zehn. Auch die Fläche, die für den edelsüßen Wein vorgehalten wird, schrumpfte: von 10,6 Hektar auf nur noch 4 Hektar. An der Mosel sieht es ähnlich aus, dort schrumpfte die Fläche für Eiswein von 15,4 auf 11 Hektar.

    Seit Einführung der Anmeldung für Eiswein bei der LWK 2013 sei 2016 prinzipiell die mit Abstand höchste Meldequote erreicht worden - wenngleich die Produktion stets mit einem hohen betriebswirtschaftlichen Risiko für die Winzer verbunden ist. "Aber dessen sind sich die Winzer bewusst", sagt Frieder Zimmermann, Pressereferent der LWK, "die Entscheidung für Eiswein ist immer auch eine unternehmerische Entscheidung". Tatsächlich muss auch einiges gut laufen, damit Winzer Eiswein ernten können. Voraussetzung sind etwa Trauben von hoher Qualität - und die entsprechende Kältephase, die die Beeren gefrieren lässt.

    Meist findet die Lese nachts statt. "Das ist unheimlich viel Arbeit, zumal Eiswein ein Nischenprodukt ist", erklärt Zimmermann. Zudem habe das gefrorene Erntegut auch schon manche Mechanik von Keltern zerstört. "Da fragt man sich, ob solche Risiken durch den Verkaufspreis ausgeglichen werden", versucht der Mann von der LWK den Rückgang der Meldezahlen an der Nahe zu analysieren.

    Dr. Thomas Höfer vom Weingut Schlossmühle, Präsident des Weinbauverbands Nahe, hat noch eine andere Erklärung parat. "An der Nahe gibt es mehr als 50 Prozent Selbstvermarkter, in anderen Weinbaugebieten setzt man auf andere Geschäftsmodelle. Unsere Winzer wissen zum Großteil bereits vor der Lese, welcher Wein sich auch verkaufen lässt", sagt Höfer. Auch in seinem eigenen Betrieb produziert er nur alle zwei, drei Jahre Eiswein - so viel, wie die Nachfrage eben hergibt.

    Zudem seien 2016 an der Nahe auch einige der Lagen, die üblicherweise für Eiswein vorgehalten würden, ausgefallen - für ihn ein wesentlicher Grund für die geringeren Anmeldezahlen an der Nahe. "Wir hatten große Schäden durch den Pilz Peronospora", erläutert Höfer. Wenngleich der 2016er-Jahrgang ein trinkfreundlicher werde, werde es etwa 20 bis 30 Prozent weniger Prädikatsweine wie Kabinett oder Spätlese geben.

    Bad Kreuznach
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