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Bad Kreuznach

Sex mit verliebter 13-Jähriger: Gericht spricht mildes Urteil über geständigen Mann

Christine Jäckel

Wenige Wochen vor ihrem 14. Geburtstag lernte ein Mädchen aus Bad Sobernheim einen 28-jährigen Mann kennen und verliebte sich unsterblich in ihn. Das Paar hatte drei Mal einvernehmlichen Sex, als das Mädchen noch 13 Jahre alt war, deshalb saßen sich der 28-jährige Arbeiter aus Bad Sobernheim und seine ehemalige Freundin nun im Gerichtssaal in Bad Kreuznach gegenüber.

Prozess im Bad Kreuznacher Justizzentrum.
Prozess im Bad Kreuznacher Justizzentrum.
Foto: Christine Jäckel

Die zweite Strafkammer des Landgerichtes verurteilte den nicht vorbestraften Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Trotz des schweren Tatbestands kam die Kammer zu einem milden Urteil, denn für den 28-Jährigen, der sich von Beginn der Ermittlungen an geständig gezeigt hatte, sprach einiges. Auch die Anklage, die Staatsanwältin Christine Mossem verlas, blieb in dieser Hinsicht unmissverständlich. Die 13-Jährige hatte sich in den wesentlich älteren Mann verguckt und für sich entschieden, dass er der erste Mann sein sollte, mit dem sie Sex hat. In ihrem Plädoyer sprach die Anklägerin von einem „Lolita“-Fall, denn die 13-Jährige hatte ihren Freund angelogen, was ihre sexuelle Erfahrungen betraf. Tatsächlich war die Schülerin noch Jungfrau. Aus diesem Grund beantragte Mossem, von einem minder schweren Fall des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs auszugehen.

„Das Mädchen war überwältigt von seinen Gefühlen, das zeigt, wie wichtig das Gesetz ist, um Kinder vor sich selbst zu schützen“, sagte Mossem. Die heute 15-Jährige sagte auch aus. Sie hatte zunächst offenbar Probleme damit zuzugeben, dass sie aus freien Stücken mit dem Mann verkehrte. Nach einer kurzen Unterbrechung gab Rechtsanwältin Bettina Hill, die als Nebenklagevertreterin für die Schülerin agierte, eine Erklärung ab. Ihre Mandantin sei nicht zu dem Sex gezwungen worden, aber der Mann habe gewusst, wie alt sie sei, so die Anwältin.

Die Jugendliche zeigt keine Auffälligkeiten und hat offensichtlich keine negativen psychischen Folgen von dem Verhältnis mit dem Angeklagten davongetragen. „Es war wenige Wochen vor dem 14. Geburtstag und es gab hier gegenseitige Zuneigung, so dass es nicht der typische Fall von Kindesmissbrauch ist“, führte Verteidiger Axel Balzer aus. Sein Mandant hatte schon zu Beginn des Verfahrens erklärt, dass er einen schweren Fehler begangen hat, den er sehr bereut. „Es ist sehr selten, dass Täter so rückhaltlos gestehen wie in diesem Fall“, betonte der Vorsitzende Richter Bruno Kremer. Der 28-Jährige erhielt die Auflage, eine Geldbuße von 1300 Euro in Raten an den Verein Frauen helfen Frauen zu zahlen.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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