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    Bad Kreuznach

    Prunksitzung: Weisse Fräck erschaffen ein buntes Paradies

    Als Heike Kaster-Meurer begrüßt wird an diesem Abend, kurz vor der Pause der ersten Prunksitzung der Weisse Fräck, ist sie darauf vorbereitet. Die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin springt auf und eilt zur Bühne. Sie hat eine Rose in der Hand und überbringt sie – mitsamt eines dicken Busserls auf die Wange – an: Heike Kaster-Meurer! Oder, korrekter ausgedrückt: Sie reicht die Blume an Rochus Budde weiter.

    Der hat die OB gerade imitiert, mit Schal und Hut in SPD-Rot. Ein Gesangsduell mit Kaster-Meurers Bürgermeisterkollegen Wolfgang Heinrich (imitiert von Julian Gamper) hat sich Budde geliefert. Tenor: „Du nervst mich so!“ Und Kaster-Meurer, also das Original? Hat sich in der ersten Reihe prächtig amüsiert. Politik ist eben, wenn man trotzdem lacht. Auch und gerade auf einer Sitzung in der VfL-Hochburg.

    Mit auf der Bühne stehen die WF-Hofsänger als kompletter Bad Kreuznacher Stadtrat, in allen Formen und vor allen Dingen: Farben. Rot, schwarz, grün, gelb, blau, lila, hellblau, orange und so weiter und so heiter. Eine perfekte Steilvorlage ist dieses Sammelsurium politischer Ausrichtungen in doppelter Hinsicht. „Schau dir diese Liste doch mal an!“, sagt Lothar Faller, der Casinogeist, der im Stadtrat lebt und versucht, Ordnung ins heillose Durcheinander zu bringen. Da blickt niemand mehr durch, gibt er zu verstehen. Aufziehen lässt sich die Mannigfaltigkeit also. Aber: Sie passt sogleich ins Motto des Abends: „Do wird's bunt, denn Lache' hält uns all' gesund.“

    Bunt wahrlich ist das Programm, das um 19.11 Uhr beginnt und um 0.15 Uhr endet – traditionell unterbrochen durch dreimal 11 Minuten Pause, die am Stück abgehalten werden. 24 Programmpunkte, Tänze, Sketche, Comedy, Musik, Gesang – da ist für jeden der 400 Gäste im Saal etwas dabei. Richtig locker-lustig wird's freilich erst, nachdem Olaf Budde, Sitzungspräsident der Fräck, sein Protokoll gehalten hat. Dafür sind die Worte des Moderators an diesem Abend zu ernst, sie regen zum Nachdenken an. Die ein oder andere Pointe versteckt er in seinen Ausführungen, doch die meisten Sätze stehen für sich. Etwa: „Ob Trump, ob Höcke, Le Pen und Farage, ob Wilders, Johnson und Petrys Bagage, wenn mer die all' hert, dann mehnt mer gleich, mer wehr zurück im dritte Reich.“

    Dem halten die Weisse Fräck bewusst ihr buntes Paradies entgegen. Freiheit, Offenheit und natürlich auch Humor sind ihre Zutaten des Frohsinns. Die lokale Politik bekommt's nach Buddes Einleitung im Verlauf des Abends besonders ab. Stark dabei, wie die WF-Junioren hiesige Geschichten und Gesichter aufs Korn nehmen – und das als Zeitungsredaktion, die alles komprimiert unterbringen muss. „Schlagzeilen, wir brauchen Schlagzeilen!“, tönt Chefredakteur Norbert Räuber alias Kai Fleischmann, doch muss er sich eigentlich keine Sorgen machen, wie das Lied belegt, das Anna-Lena Zimmermann gemeinsam mit allen Redakteuren zum Abschluss stimmgewaltig intoniert: „So 'n Scheiß gibt's auch nur in Kreuznach!“ (als Melodie dient „An Angel“, ein 90er-Jahre-Klassiker der Kelly Family).

    Haben vor der Pause die Sketche und Witze das meiste Potenzial, sind am späten Abend die Tänzer das Maß der Dinge. War aber auch so zu erwarten, wenn etwa Own Risk, die VfL-Hip-Hop-Formation von Weltformat, ihre Salti auf die Bühne zaubert und dafür sorgt, dass in der ohnehin bebenden Halle an diesem Abend der Dezibelrekord gebrochen wird. Ähnlich stark: die Butterflies der Weisse Fräck, die letzte Tanzgruppe des Abends.

    Am Ende, nach Mitternacht, kommen dann noch mal alle 120 Aktive des Abends auf der Bühne zusammen und feiern sich und ihre geliebte Stadt mit zwei neuen Liedern: „Gässjer von de Noh'“ untermalt durch die Melodie der Mainz-Hymne „Im Schatten des Doms“ sowie „Du Stadt an de Noh, ich lieb' dich so“ (Les Champs-Elysées). Und auch Heike Kaster-Meurer feiert weiterhin mit – in doppelter Ausführung sozusagen.

    Von unserem Redakteur Christoph Erbelding

    Das Programm im Überblick
    In die Prunksitzung der Weisse Fräck (WF) leiten die Jockelcher unter Leitung von Sabine Ehry und Rosi Leswich ein. Dem Einmarsch folgen der Gardetanz, Olaf Buddes Rede, die Stimmungsrunde mit Musiker Alexander Mohnfeld und Stand-up-Comedy mit Joshua Vogelgesang. Die BKC-Cheerleader, die WF-Junioren und die WF-Hofsänger als Stadtrat komplettieren den ersten Abschnitt. Nach der Pause gibt's Andreas Gabaliers „Hulapalu“, interpretiert von Oliver Boos, Rochus und Thilo Budde sowie Johannes Dietz und Ingolf Kampa, anschließend ist „Lampenmann“ Edwin Beißmann dran. Die WF-Girls und „Own Risk“ tanzen, Daniela Hermes philosophiert über Brillen, Friseur Peter Lewisch debattiert mit seinen Kunden Pablo Niebergall und Phil Kirkland, ehe der Abend mit dem Tanz der WF-Butterflies, dem Musikbeitrag von Frank und Gitte Herzog und Kreuznacher Liedern endet. ce
     

     

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