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Bad Kreuznach

Neue schwere Vorwürfe gegen 44-Jährigen: Bei DRK-Ferienfreizeit bereits Zehnjährigen missbraucht?

Ein kaufmännischer Angestellter aus dem Kreis Bad Kreuznach, der wegen sexuellen Missbrauchs eines thailändischen Jungen vor Gericht steht, soll im Jahr 2000 auch einen damals zehnjährigen deutschen Jungen während einer Ferienfreizeit missbraucht haben. Mit diesem neuen Vorwurf begann der dritte Verhandlungstag; zunächst wollte sich der 44-Jährige nicht dazu äußern.

Foto: rcx – Fotolia

Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Bruno Kremer sprach der 44-Jährige dann doch von unhaltbaren Vorwürfen. Die Übergriffe an dem Jungen sollen sich bei einer vom DRK Kreisverband Bad Kreuznach organisierten Ferienfreizeit an der Nordsee im Juni/Juli 2000 ereignet haben.

Der Angeklagte war dort eine Woche als Betreuer tätig, dann soll der Missbrauch ans Licht gekommen sein. Daraufhin wurde der 44-Jährige nach Hause geschickt und kam nie wieder als Betreuer zum Einsatz. Er hatte danach versucht, weiter in Kontakt mit dem Jungen zu bleiben.

Das Kind war damals nicht zu einer Aussage bereit. Nun hat die Staatsanwaltschaft, ausgelöst durch das laufende Verfahren, Nachermittlungen anstellen lassen. Dafür wurde der betreffende junge Mann befragt, nach dessen ersten Angaben es in der Ferienfreizeit zu mehreren Missbrauchshandlungen kam.

Die Übergriffe sollen erst geendet haben, nachdem sich andere Kinder dem Betreuer in den Weg stellten, als er den Jungen wieder zu sich aufs Zimmer holen wollte. Ob der junge Mann im Fortsetzungstermin am Mittwoch, 7. März, als Zeuge gegen den Angeklagten aussagen muss, steht noch nicht fest. Wenn der 44-Jährige diese neuen Vorwürfe einräumt, bleibt dem mutmaßlichen Opfer, das nach eigenen Angaben noch heute unter den Folgen der Übergriffe leidet, die Aussage erspart.

Im Zuge der Nachermittlung ergaben sich zudem Hinweise darauf, dass der Angeklagte nicht nur auf diversen Thailandreisen, sondern auch in Deutschland nach Kontakten zu Jungen gesucht hat. Das geht aus dem E-Mail-Verkehr hervor, den der 44-Jährige mit einem Sexualstraftäter in Berlin unterhielt.

Zum nächsten Termin wird das Gericht zudem einen psychiatrischen Sachverständigen laden, der die psychische Verfassung des 44-Jährigen beurteilen soll. Eine Untersuchung auf freiwilliger Basis durch den Sachverständigen lehnt der Angeklagte ab. Staatsanwältin Christine Mossem hatte am zweiten Verhandlungstag ein Gutachten zur Überprüfung der Schuldfähigkeit des Angeklagten beantragt.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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