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    Hochstätten

    Neue Perspektiven für Dorferneuerung: Hochstätten will den Leischbach umbetten [Fotogalerien]

    So schlimm das Hochwasser des Leischbachs vor knapp einem Jahr auch war, es bietet der Ortsgemeinde ganz neue Perspektiven für die Dorferneuerung. So soll nach dem Willen des Rates der Leischbach verlegt werden und das Gewässer bis auf zwei Überfahrten geöffnet werden.

    Gegenwärtig ist der Leischbach nur provisorisch gesichert. Rechts im Bild ist die Trafostation zu sehen. Es würde 100.000 Euro kosten, sie an eine andere Stelle zu rücken. Zu viel für die kleine Gemeinde.  Foto: Josef Nürnberg
    Gegenwärtig ist der Leischbach nur provisorisch gesichert. Rechts im Bild ist die Trafostation zu sehen. Es würde 100.000 Euro kosten, sie an eine andere Stelle zu rücken. Zu viel für die kleine Gemeinde.
    Foto: Josef Nürnberg

    Gleich zwei Fördertöpfe kann die Gemeinde dafür in Anspruch nehmen. Für die Renaturierung des Bachs lockt die „Aktion Blau“ mit einer Förderung von 90 Prozent und für die Gestaltung des Umfelds stünden Mittel aus der Dorferneuerung von bis zu 65 Prozent bereit.

    Herz was willst Du mehr – dachten sich da wohl auch die Ratsmitglieder. Nachdem auch die Anwohner keine Bedenken gegen die Maßnahme äußerten, könnte Hochstätten bald ein attraktives innerörtliches Umfeld bekommen.

    Flutopfer will Grundstück verkaufen

    Möglich wird die Sache nur dadurch, dass ein Anwohner sein Grundstück mit den dort stehenden Gebäuden der Gemeinde zum Kauf angeboten hatte.

    Gerade dieses Gebäude war beim Hochwasser am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden, wurde das Haus doch total von den Fluten des Leischbachs eingeschlossen.

    Die Planung, die Thomas Heidenreich vom Ingenieurbüro Monzel-Bernhardt den Ratsmitgliedern vorstellte, sieht den kompletten Abriss des Gebäudes und der einstmals 27 Meter breiten Überfahrt der Kanalstraße vor.

    Stattdessen wird es zwei Überfahrten geben: die eine in vier Meter Breite stellt die durchgängige Verbindung der Kanalstraße zwischen Haupt- und Fürfelder Straße sicher, die andere, eine 8,5 Meter breite Überfahrt, schließt die dort liegenden Gebäude an. Ob sie tatsächlich die Breite von 8,5 Metern braucht, wird noch in einem Gespräch mit den Anliegern geklärt. Beigeordneter Karl Heil forderte, diese Brücke so schmal wie möglich zu halten.

    Leischbach bekommt ein neues, offenes Bett – und Hochstätten einen Park

    Durch den Ankauf des Grundstücks wird nicht nur der Bach verlegt, sondern auch dessen Gefälle angeglichen. Zudem bekommt Hochstätten mitten im Ort einen Park. Dabei sollen auch die alten Sandsteine der bisherigen Bacheinfassung wieder verwendet werden. Sie könnten laut Heidenreich den Park einerseits strukturieren und andererseits so gesetzt werden, dass sie bei Hochwasser die dahinter liegenden Gebäude schützen, in dem ihnen eine Leitungsfunktion zu kommt.

    Leider muss das in diesem Bereich stehende Trafohäuschen der Pfalzwerke erhalten bleiben. Eine Alternativlösung würde 100.000 Euro kosten. Eine Summe, die niemand übernehmen kann und will.

    Aufwertung kann kommen – aber wenn, dann schnell

    „Es ist eine Aufwertung für unsere Gemeinde und wir hätten den Bach im Auge“, warb Ortsbürgermeister Hermann Spieß für die Bachverlegung. Durch sie habe man überdies im Falle von kleineren Hochwassern im alten Bachbett eine Art Retentionsfläche. Der Ortsbürgermeister machte allerdings auch klar, dass „die Ortsgemeinde jetzt zu Potte kommen muss, denn die Anträge sind bis zum 30. Juni zu stellen“.

    Am 23. Mai wird es zu diesem Thema eine Bürgerversammlung geben. Bis dahin sollen auch die Kosten der Maßnahme feststehen, wobei auch die Verbandsgemeinde Bad Kreuznach mit im Boot ist, denn der Leischbach ist ein Gewässer dritter Ordnung.

    Von unserem Reporter Josef Nürnberg

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