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    Region Soonwald-Nahe

    Ministerin wirbt für Nationalpark-Idee

    Ein klares Nein sagen derzeit schon viele Gemeinden und Bürger zur Frage, ob im Soonwald ein Nationalpark eingerichtet werden sollte: Umweltministerin Ulrike Höfken bedauert dieses vorschnell gefasste Meinungsbild. Denn die Landesregierung will das Projekt im Dialog mit den Bürgern entwickeln.

    Umweltministerin Ulrike Höfken verbindet die Einrichtung eines Nationalparks mit der Hoffnung, dass die Menschen in der Region mitziehen und den Dialog suchen.
    Umweltministerin Ulrike Höfken verbindet die Einrichtung eines Nationalparks mit der Hoffnung, dass die Menschen in der Region mitziehen und den Dialog suchen.
    Foto: PIELmedia/Umweltmisterium

    Das, so die Ministerin, sei besser, als vorab eine Rechtsverordnung zu entwerfen und sie den Bürgern gleichsam überzustülpen. Höfken kündigt an: Es sollen Busreisen in Nationalparke angeboten werden, damit sich Bürger aus Rheinland-Pfalz dort persönliche Eindrücke verschaffen können. Der Oeffentliche Anzeiger sprach exklusiv mit Ulrike Höfken über kontrovers diskutierte Nationalpark-Themen, wie Arbeitsplätze, Tourismus, Wildschäden und Jagd, über den Nutzen für die Natur oder darüber, wie bereits „abgesprungene“ Gemeinden wieder eingefangen werden können. Zum Thema Brennholz kündigt Höfken im Interview mit unserer Zeitung ein Konzept an, das für die örtliche Bevölkerung am Nationalparkrand genügend Holz garantieren soll. Gewerbliche Kunden könnten auch mit Holz aus anderen Regionen beliefert werden.

    Zum Thema Holz sagt Höfen auch: „Die Holzmenge, über die wir im Soonwald reden, entspricht weniger als einem Prozent des gesamten Holzaufkommens in Rheinland-Pfalz. Sie ist für die Holzwirtschaft ohne größere Bedeutung. Es wird oft übersehen, dass Landesforsten in den vergangenen zehn Jahren den Holzeinschlag im Staatswald um bis zu 40 Prozent gesteigert hat. Es ist notwendig, in einigen Bereichen die Natur wieder Natur sein zu lassen. Ein Nationalpark ist das ideale Instrument, um Nutzen und Schutz zu vereinbaren. Es gibt – das zeigen unsere Inventuren – gleichzeitig noch viele Holzvorräte im Privatwald, in dem oft aufgrund kleinteiliger Strukturen und mangels Erschließung gar keine Nutzung erfolgt. Im Zuge verschiedener Maßnahmen der sogenannten Holzmobilisierung unterstützt Landesforsten die Privatwaldbesitzenden, um deren Einkommen und Wertschöpfung zu steigern.“

    Im Hinblick auf die Arbeitsplätze sagt sie auch: „Der Blick allein auf die holzbasierte Wertschöpfung verbaut die Sicht darauf, dass ein Nationalpark ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor ist – dies belegen wissenschaftliche Untersuchungen aus den bestehenden Nationalparken. Da entstehen neue Möglichkeiten für den Tourismus oder die Vermarktung zum Beispiel von Wein und Wild. Auch die Gesundheitswirtschaft und die Anbieter von Naturerlebnisaktivitäten profitieren vom Nationalpark. Vor allem aber der Nutzen für die Natur bewertet die Umweltministerin als sehr hoch: „Der Anteil schöner, alter Bäume nimmt zu. Davon profitieren Arten wie Spechte oder Fledermäuse, die in Baumhöhlen siedeln oder in Horsten auf mächtigen Baumriesen wie der Schwarzstorch.
    Besonders unter den Käfern gibt es viele Arten, die auf altes und absterbendes Holz angewiesen sind. Viele seltene Moos-, Flechten- und Pilzarten sind von den natürlichen Zerfallsphasen des Waldes abhängig. Es entstehen Feuchtbiotope, die zum Beispiel für Libellen, Schmetterlingen oder Sumpfpflanzen zusätzlichen Lebensraum schaffen. Diese Naturleistung könnten wir nie von Menschenhand schaffen oder bezahlen.“ Armin Seibert

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