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Oberhausen

Leukämie mit 3: Alle wollen Lana helfen – mit Theater, Toren und ohne Trübsal

Sebastian Schmitt

„Ein Tag für Lana“ wurde am Sonntag in Oberhausen trotz Dauerschneefall ein Volltreffer mit Theater, Toren und ohne Trübsal. Dabei ging es von morgens bis abends um die Hilfe für ein dreijähriges an Leukämie erkranktes Mädchen aus Oberhausen.

Die Oberhausener ließen sich auch vom Schneetreiben nicht abhalten. Rund 300 Menschen kamen auf dem Sportplatz, um der kleinen Lana zu helfen.  Foto: Sebastian Schmitt
Die Oberhausener ließen sich auch vom Schneetreiben nicht abhalten. Rund 300 Menschen kamen auf dem Sportplatz, um der kleinen Lana zu helfen.
Foto: Sebastian Schmitt

Einige Wochen war Lana Rieß in der Mäusegruppe des Kindergartens, als bei ihr Leukämie festgestellt wurde. Seitdem ist das Mädchen in Herdecke in Behandlung. Für die Familie von Björn und Jacqueline Ries ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Als SV-Vorsitzender Daniel Scholz und Ortsbürgermeister Thomas Jung von Lanas Schicksal hörten, stand fest: Wir müssen helfen.

Los ging der Tag um kurz vor elf Uhr mit der Theateraufführung im Kindergarten. Die Gruppe um Conny Jung übte zwölf Wochen für „Thomas, der Truthahn“. Selbst bei dem zweiten Auftritt – Premiere war am vergangenen Samstag beim Dämmerstündchen – platze die Turnhalle im Kindergarten aus allen Nähten.

Ab 11.45 Uhr ging das Programm auf dem Sportplatz weiter. Bereits bei der Spendenübergabe vor den Spielen wechselte die Farbe des Platzes von grün auf schneeweiß. „Glühwein und andere warme Getränke liefen in Strömen und dies, bevor wir überhaupt mit dem Programm starteten“, berichtet Daniel Scholz. Vor Beginn der Fußballspiele übergab der Bayern-Fanclub um den Vorsitzender Olaf Hess einen Scheck. Der Verein spendete 1000 Euro und weitere 2500 Euro, die bei der biblisch-musikalischen Weinprobe im evangelischen Gemeindehaus in Kirn gesammelt wurden (wir berichteten).

Trotz des Schneetreibens waren 300 Menschen auf dem Sportplatz, Scholz hatte Straßenmarkierungsfarbe besorgt und machte den nicht mehr sichtbaren Elfmeterraum mit leuchtender Farbe bespielbar.

Zum Auftakt liefen die Kinder der Jugend des SV Oberhausen – Bambini, F und E – mit den Erwachsenen ein. Das Ed Wilhelms Team um Jürgen Wilhelm aus Bad Kreuznach besiegte im ersten Spiel die Soonwaldkicker I mit 3:1 Toren. Insgesamt waren mehr als 50 Fußballer an diesem weißen Sonntagmittag im Einsatz. Im zweiten Spiel bezwangen die Soonwaldkicker II den SV Oberhausen II knapp mit 4:3.

Der sechsjährige Leon Scholz schaffte es, für seine Freundin Lana ein Tor bei den Erwachsenen zu schießen. Auch Lanas Papa Björn Ries spielte eine Halbzeit mit und konnte ebenfalls ein Tor erzielen.

Der Spaß stand im Vordergrund, so waren spaßige Nickligkeiten oder das Wälzen im Schnee keine Seltenheit. Die Kicker waren zwischen sechs und 60 Jahre alt, Männer und Frauen spielten mit.

Als der Schnee zunahm, wurde Roland Eidenberg zum Schneefeger und hielt auch beim Spiel der ersten Mannschaft die Linien frei. Er erntete viel Applaus für seinen Dauereinsatz. Der Schiedsrichter wollte das Punktspiel absagen, drückte aber beide Augen zu unter der Bedingung, dass die Linien sichtbar blieben. Trotz der Absagen aller anderen Spiele im Kreis durch den Verband erklärte sich Niederwörresbach bereit zu spielen und überreichte eine Spende. In einem spannenden Duell unterlag dann der SV den Niederwörresbachern mit 2:3 Toren.

Den Erlös aus dem Verkauf der Getränke und Würste spendet der SV Oberhausen an Lana. Während es auf dem Platz hin und her ging, war heißer Glühwein das Getränk der Wahl. SVO-Grillmeister Stefan Stilz bereitete mehr als 250 Würste zu, die reißenden Absatz fanden. Auch im Sportlerheim herrschte reger Betrieb. Hier wurden 21 Kuchen verkauft. „Es gilt ein großes Dankeschön an alle Spender zu sagen“, lobte Scholz das Kuchenbüfett. Organisiert hatte es der Frauentreff, aber auch Eltern von Kinder aus der Jugendabteilung waren laut Scholz beteiligt. Auch dieser Erlös geht als Spende an Lana. Den Kindern wurde eine Spielecke angeboten, organisiert von Heike Zerfaß, Daniel Scholz und Madeleine Greber.

Betreut durch den Kindergarten konnten sich die Kinder bei Malen, Basteln, Fußball und Tischtennis beschäftigen. Mehr als 30 Helfer waren im Einsatz. Spendendosen gingen mehrmals um den Sportplatz, an den Ständen und auch im Kindergarten standen welche. Am Ende passte kaum noch was hinein. „Zuschauern und Teilnehmern, die dieses Event durch Verzehr und Spenden unterstützt haben, gilt ein riesiges Dankeschön. Es war unglaublich, wie viel Interesse die Bevölkerung zeigte. Trotz der Witterung ist es ein Tag für Lana geworden“, zieht Scholz schließlich sehr zufrieden Bilanz.

Von unserem Reporter Sebastian Schmitt

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