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    Bad Kreuznach

    Kindersex-Prozess: Mutmaßliches Opfer sagt aus – Angeklagter verhaftet

    Im Amtsgericht Bad Kreuznach wird ein 43-Jähriger aus dem Kreisgebiet verhaftet, weil er bei einem Thailandaufenthalt mehrmals ein Kind missbraucht haben soll. Am sechsten Verhandlungstag wird der Prozess zugleich ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft geht nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme davon aus, dass der Angeklagte bei einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von mehr als vier Jahren rechnen muss. Deshalb wird der Prozess voraussichtlich vor dem Landgericht neu aufgerollt.

    Nach sechs Prozesstagen wurde die Verhandlung vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach gegen einen 43-Jährigen, dem Kindesmissbrauch vorgeworfen wird, ausgesetzt. Der Fall wird voraussichtlich vor einer Strafkammer des Landgerichtes neu aufgerollt.
    Nach sechs Prozesstagen wurde die Verhandlung vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach gegen einen 43-Jährigen, dem Kindesmissbrauch vorgeworfen wird, ausgesetzt. Der Fall wird voraussichtlich vor einer Strafkammer des Landgerichtes neu aufgerollt.
    Foto: Christine Jäckel

    Zu Beginn des Verhandlungstags eröffnete Richterin Brigitte Hill zunächst den Haftbefehl gegen den Angeklagten, der wegen Verdunkelungsgefahr erlassen worden war. Der 43-Jährige hatte nach Angaben einer Zeugin versucht, das mutmaßliche Opfer zu beeinflussen. Er soll dem heute etwa 24 Jahre alten Mann Geld geboten haben, wenn der seine Aussage gegen ihn zurückzieht.

    Es geht in dem Prozess um einen Thailandaufenthalt des 43-jährigen Angestellten im November 2005. Laut Anklage soll er den damals vermutlich erst zwölfjährigen Jungen in sieben Fällen sexuell missbraucht haben.

    Das Gericht hatte zum Verhandlungstag den jungen Mann aus Thailand geladen, der heute als Discjockey in einer Gaststätte arbeitet. Wie er berichtete, kam er mit acht Jahren in ein Heim, wo er etwa zwei Jahre lebte. Über einen Vermittler lernte er 2005 unter dem Decknamen Moss den Angeklagten kennen, der mit einem Psychologen aus seiner Therapiegruppe einen zweiwöchigen Aufenthalt in Bangkok gebucht hatte.

    „Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, er hat auch Ausflüge mit mir unternommen und es kam mehrmals zu sexuellen Übergriffen“, erklärte der Zeuge. Sein „Freund“ aus Deutschland soll außerdem mit anderen thailändischen Jungen Kontakt gehabt haben.

    Für Moss blieb dieser erste Kontakt die einzige sexuelle Begegnung mit Männern. Die Episode belastete ihn anschließend sehr. „Ich mag so etwas nicht und ich versuche die ganze Zeit, das zu vergessen“, so Moss. Er schäme sich heute noch vor seiner Freundin, die Angst vor Ansteckung entwickelte, als er ihr von den Übergriffen erzählte, erklärte Moss. Nach seinen Angaben ließ er sich auf den Sex ein, weil der Angeklagte ihm Hoffnung auf eine Adoption machte.

    Gericht in Bad Kreuznach
    Gericht in Bad Kreuznach

    Tatsächlich soll der 43-Jährige etwa zwei bis drei Jahre nach dieser ersten Thailandreise einen Adoptionsantrag für den Jungen gestellt haben. Für Moss hatte dieser Antrag wiederum negative Auswirkungen, denn nach seinen Angaben war ihm damit die Möglichkeit abgeschnitten, in das Jugendheim zurückzukehren. „Ich war dann mittellos, habe als Tagelöhner gearbeitet und manchmal auch gebettelt“, bekräftigte Moss, der nach der Antragstellung nichts mehr von dem 43-Jährigen hörte.

    Das Amtsgericht hatte mit der Ladung des Zeugen aus Thailand versucht, weitere Hinweise auf das tatsächliche Geburtsdatum des jungen Mannes zu bekommen. Er konnte Amtsrichterin Hill auch einen Personalausweis und einen Reisepass vorlegen, in denen jeweils ausschließlich das Geburtsjahr 1993 ohne Angabe von Tag und Monat eingetragen ist.

    Kontakt zu seiner Mutter hat der Zeuge nicht. Während seines Aufenthalts im Jugendheim wurde er in einem Krankenhaus untersucht, um sein Lebensalter zu bestimmen. Die Angaben des Zeugen Moss erhärten die Beweislage gegen den 43-Jährigen, der bisher nur zugegeben hat, dass es zwischen ihm und dem Jungen zu Küssen und gegenseitigen Berührungen im Genitalbereich gekommen sei.

    Der Angeklagte hatte sich laut Gerichtsdirektorin Hill wegen seiner pädophilen Neigungen Hilfe bei einem Therapeuten gesucht. „Möglicherweise ist er da an den Falschen geraten“, sagte Hill. Der Therapeut soll den Angeklagten dazu ermutigt haben, seine Pädophilie auszuleben und soll sogar Kontakte in Thailand vermittelt haben. Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt bereite eine Anklage gegen den Therapeuten vor.

    chj

    Bad Kreuznach
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