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Bad Kreuznach

Kauf statt Neubau als Lösung?

Es ist groß, bietet auf 7662 Quadratmetern Platz für viele Verwaltungsmitarbeiter und verfügt über 87 Pkw-Stellplätze. Außerdem liegt es in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei zentralen Standorten der Stadtverwaltung, dem Stadthaus in der Hochstraße und dem bereits zu großen Teilen angemieteten anderen Telekom-Gebäude im Brückes. Das Telekom-Gebäude mit der Adresse Poststraße 20 könnte zur unverhofften Lösung bei der Suche nach einem Domizil für Teile der Stadtverwaltung werden.

Das Gebäude in der Poststraße wurde 1988 gebaut und dient aktuell dem Field Service der Deutschen Telekom als Heimat.  Foto: Marian Ristow
Das Gebäude in der Poststraße wurde 1988 gebaut und dient aktuell dem Field Service der Deutschen Telekom als Heimat.
Foto: Marian Ristow

Eigentümerin ist die Deutsche Telekom AG, die sich von dem Gebäude trennen will. Als Preis werden 3,25 Millionen Euro gehandelt. Der vierstöckige Großbau beherbergt zurzeit den Field Service des Mobilfunkanbieters. Gänzlich aufgeben möchte der Konzern das Gebäude nicht, der Käufer verpflichtet sich dazu, einen gewissen Teil der Räumlichkeiten zu vorgeschriebenen Konditionen an die Telekom rückzuvermieten. Bei 7662 Quadratmeter Mietfläche allerdings kein Problem, das Gebäude bietet auch dann noch genug Platz, um eventuell Teile der Stadtverwaltung dorthin auszulagern. Die Telekom baut zurzeit ein neues Domizil im Gewebepark General Rose, gut möglich, dass dort ein Teil der Belegschaft untergebracht wird – vorausgesetzt, das Gebäude in der Poststraße wird verkauft. Was bei Bauten dieser Größe nach Einschätzung von Experten aus der Immobilienbranche kein leichtes Unterfangen wird.

Trotzdem: Neben den baulichen Vorrausetzungen bringt der Telekom-Bau einiges mit, was den Verantwortlichen bei der Stadt gefallen dürfte. Da wäre zum einen die Tatsache, dass das Gebäude zum Verkauf bereitsteht. Kommunen kaufen lieber, statt zu mieten. Außerdem braucht die Stadtverwaltung mehr Platz. Und das dringend. Der relativ gute Zustand des gerade mal 30 Jahre alten Gebäudes ist ein weiterer.

Dieser vor allem energetisch gute Zustand ist bei einigen Verwaltungsgebäuden innerhalb der Stadt nämlich nur ein Wunschtraum. Der vorhandene Sanierungsstau bei Gebäuden wie zum Beispiel dem Sitz der Bauverwaltung in der Viktoriastraße sowie die generelle Platzknappheit, die nur durch Anbauten zu lösen ist, werden die Stadt in Zukunft Millionen kosten. Auch deswegen hat man seitens der Stadt bereits Ende 2015 eine Machbarkeitsstudie für den Bau eines zusammenfassenden Verwaltungsgebäudes in Auftrag gegeben.

Diese bewertete die Idee eines neuen Stadthaues auf dem Parkplatz der Jahnhalle als erstrebenswert. Die hohen Kosten von 20 bis 30 Millionen Euro, je nach Standpunkt und welche heute nötigen Investitionen an bestehenden Gebäude man mit einrechnet, sorgte für Diskussionen. Seit geraumer Zeit liegt die Studie zur Beurteilung bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier. Ausgang ungewiss, aber schwer vorstellbar, dass man dort der klammen Stadt Bad Kreuznach einen derart kostspieligen Neubau zutraut – auch wenn dieser in der Summe helfen könnte, Kosten zu sparen.

Politisch bewertet man die Option Poststraße durchaus als mögliche Alternative. Andreas Henschel, SPD-Fraktionschef, sieht die Nähe zum Stadthaus. „Die Lage ist ideal. Sollten die Rahmenbedingungen dort zu Anforderungen der Verwaltung passen, könnte das interessant sein.“ Das sieht Werner Klopfer ähnlich. „Man sollte das sehr genau prüfen“, findet der Fraktionsvorsitzende der CDU. Vor allem das Vorhandensein von Parkplätzen sei ein Pluspunkt.

Von unserem Redakteur Marian Ristow

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