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Katerstimmung bei Solarfirmen in der Region

Kreis Bad Kreuznach. Kahlschlag oder Bereinigung des Markts? Beide Thesen vertreten betroffene Firmen aus der Region, wenn es um die Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarstromförderung geht. Einig sind sich alle jedoch in einem Punkt: „Die Kurzfristigkeit ist eine Frechheit.“ Ursprünglich sollten die Einspeisevergütungen schon am 9. März um bis zu 30 Prozent gekappt werden, neuer Stichtag ist nun der 1. April.

Kreis Bad Kreuznach – Kahlschlag oder Bereinigung des Markts? Beide Thesen vertreten betroffene Firmen aus der Region, wenn es um die Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarstromförderung geht. Einig sind sich alle jedoch in einem Punkt: „Die Kurzfristigkeit ist eine Frechheit.“ Ursprünglich sollten die Einspeisevergütungen schon am 9. März um bis zu 30 Prozent gekappt werden, neuer Stichtag ist nun der 1. April.

Arno Kluschat hat für sich schon Konsequenzen gezogen. „Wir können das Thema Solartechnik nach dem 1. April wohl abhaken“, erklärt der Elektroinstallateurmeister aus Guldental. Seit 17 Jahren bringt er bereits Solarstromanlagen auf Dächer in der Region. „Ich war einer der Pioniere“, unterstreicht er. Jetzt ist er hauptsächlich frustriert. Die radikalen Pläne von Umweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler würden nur zeigen, von wem sie gesteuert werden: von den großen Energiekonzernen. „Ganz klar, die haben Angst um ihre Lobby“, glaubt Kluschat.

Was ihn noch mehr auf die Palme bringt, ist die Entscheidung, dass künftig nur noch 85 bis 90 Prozent des produzierten Solarstroms vergütet werden sollen. Der Rest soll vom Produzenten selber verbraucht oder verkauft werden. „Ein weiterer Nachteil für Anlagenbesitzer – zum Vorteil der Energieversorger“, macht Kluschat deutlich. Er hat bereits beobachtet, dass sich Kunden zurückziehen: „Normalerweise haben wir mindestens eine Anfrage pro Woche, im Moment passiert gar nichts.“

Zwei Anlagen bringt er bis zum 1. April noch ans Netz. „Danach ist Totentanz.“ Das gilt bei ihm aber nur für die Sparte Solar und nicht fürs komplette Unternehmen. Denn: „Wir sind ein kleiner Betrieb. Ich arbeite mit einem Gesellen und einem Lehrling. Der Rest sind Aushilfskräfte.“ Gemeinsam müsse man sich jetzt wieder mehr auf die klassische Elektrotechnik konzentrieren. Klar ist dennoch: „Wir werden kleinere Brötchen backen müssen“, betont Kluschat.

Ähnlich geht es weiteren kleinen Elektrobetrieben, die stark auf das Pferd Photovoltaik gesetzt haben. Das bestätigt Rainer Wink. Er ist Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik im Kreis Bad Kreuznach. Innerhalb der Innung kennt Wink fünf Firmen, die betroffen, aber auch nicht gänzlich auf Solar spezialisiert sind – und deshalb ebenfalls keine Existenzangst haben müssten. (sbr)

Mehr dazu lesen Sie in der Montagsausgabe des Oeffentlichen Anzeigers.

 

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