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Bad Kreuznach

Eine Hol- und Bringzone für die Elterntaxis auf dem Parkplatz an der Jahnhalle: Ist das die Lösung im "wilden Norden"?

Harald Gebhardt

Dreimal täglich während der Schulzeit bricht in der Hofgartenstraße und im Steinweg für kurze Zeit das große Chaos aus. Immer noch. Daran hat auch das neue Verkehrskonzept der Stadtverwaltung nicht viel geändert. Außer vielleicht, dass sich die Lage in der Hofgartenstraße etwas entspannt, sie sich im Bereich Steinweg, Rosengarten und Kinscherfstraße dagegen verschärft hat.

Die neuen Kiss-and-Ride-Plätze im Steinweg sind für die Anwohner ein Ärgernis. Sie fordern stattdessen eine Hol- und Bringzone für die Elterntaxis am Parkplatz an der Jahnhalle des VfL. Foto: Harald Gebhardt
Die neuen Kiss-and-Ride-Plätze im Steinweg sind für die Anwohner ein Ärgernis. Sie fordern stattdessen eine Hol- und Bringzone für die Elterntaxis am Parkplatz an der Jahnhalle des VfL.
Foto: Harald Gebhardt

Das wurde bei der Anwohnerversammlung (wir berichteten) mehr als deutlich: Zugeparkte Bürgersteige, versperrte Grundstücks- oder Garageneinfahrten, gefährliche Wendemanöver, Parkplatzmangel, gestresste Eltern, genervte Anwohner – der ganz alltägliche Verkehrswahnsinn im wilden Kreuznacher Norden. „Was da im Moment passiert, ist unter aller Sau!“, schimpfte ein Anwohner. „Wir sind diejenigen, die das Problem für die Stadt ausbaden müssen.“ Das Problem seien letztendlich die Eltern, nicht die Anwohner, meinte auch Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer. Doch Gespräche im Vorfeld und Appelle, mehr Rücksicht zu nehmen, hätten nicht gefruchtet. Die in dem Verkehrskonzept umgesetzten Maßnahmen gingen aber zulasten der Anwohner, brächten diesen Nachteile. „Wieso arbeitet man nicht an dem Problem, den Eltern?“, fragte Karin Gräff die OB.

Vielleicht ist der Fußweg zur Schule ja nicht mehr zeitgemäß, doch auch das Elterntaxi bis auf den Schulhof birgt Gefahren. Die Anwohner fordern Anwohnerparken in den Straßen im Umfeld der beiden Grundschulstandorte und der zwei Kitas, eine Zurücknahme der Einbahnstraßenregelung im Steinweg, die vor allem den angrenzenden Rosengartenweg und die Kinscherfstraße mit mehr Verkehr belastet, und stattdessen eine Parkfläche für die Eltern am Parkplatz an der Jahnhalle und von dort einen Hol- und Bringservice zur Schule. Dadurch würde man den Verkehr nicht in das Viertel und vor die Schulen und Kitas hineinziehen, sondern die Verkehrssituation dort beruhigen.

„Die zehn Kiss-and-ride-Plätze im Steinweg ziehen den Verkehr erst rein, der vorher nicht da war“, kritisierte auch die frühere Grünen-Stadträtin Barbara Kutsch. Bestätigt können sich die Anwohner in dieser Frage durch gleich mehrere Untersuchungen, so von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, dem ADAC oder der Landesverkehrswacht fühlen. Danach, so der ADAC, ist, sein Kind in die Schule zu fahren, gefährlicher als es selbst gehen zu lassen. Risiko Elterntaxi also? An manchen Schulen wird sogar schon über Bannmeilen für Elterntaxis diskutiert.

Die Studie zeigt, dass vor Grundschulen in vielen Fällen es die Eltern selbst sind, die durch regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver die Sicherheit anderer Schulkinder gefährden. Ein weiterer negativer Nebeneffekt: Durch die Hol- und Bringdienste geht auch die selbstständige Mobilität von Schulkindern immer mehr verloren.

Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse spricht sich der ADAC dafür aus, spezielle Haltestellen in Hol- und Bringzonen für die Elterntaxis auszuweisen. Diese sollten etwa 250 Meter von der Schule entfernt liegen, um so den Verkehr von den Schulen selbst fernzuhalten. Der Weg dorthin muss dann allerdings sicher sein.

Die OB selbst ist der Idee, eine Bring- und Holzone auf dem Parkplatz an der Jahnhalle einzurichten, nicht abgeneigt. Zumindest soll dieser Vorschlag, wie andere auch, geprüft werden. Selbst wenn die Situation nicht vergleichbar ist: An der Martin-Luther-King-Grundschule (wo es früher ebenfalls viele Klagen über gefährliche Zustände gab) hat sich die Situation beruhigt, nachdem man den Bereich vor der Schule mithilfe zweier versenkbarer Poller verkehrsfrei bekommen hat. Ein Vorbild für die Hofgartenschule?

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

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