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Kreis Bad Kreuznach

Die Weiber übernehmen überall die Macht

Kreis Bad Kreuznach. Auch in diesem Jahr gelang es den närrischen Weibern die Verwaltungen unter ihre Kontrolle zu bringen. Vor ihrem gemeinsamen Sturm auf das Zentrum der Macht in der Kreisverwaltung hatten es die Frauen geschickt verstanden, dem Ersten Beigeordnete Hans-Dirk Nies um 11.11 Uhr einen „wichtigen Termin“ bei Landrätin Bettina Dickes zu vermitteln.

Unvermittelt stürmten die närrischen Weiber das Büro, und schon war es um seine Krawatte geschehen. Bettina Dickes sträubte sich nach Kräften und hielt zunächst tapfer den Schlüssel ihrer Behörde fest. Schließlich musste sie aber doch die Macht bis Aschermittwoch abgeben.

Die Meed der VG-Verwaltung Langenlonsheim gingen Bürgermeister Michael Cyfka an den Schlips. In den Jahren zuvor war das die Aufgabe der närrischen Weiber der Karneval-Freunde Langenlonsheim (KFL). Die, so war zu hören, grippekrank die Segel streichen mussten. Quasi im Handstreich brachten die aufgekratzten Weiberleut das Rathaus in ihren Besitz. Als der Schlips ab war, hieß es: „So, jetz kannsche heem gehen, hier hosche jetz nix mehr zu saan.“ Cyfka nahm es mit Humor: „Dehem hon ich aach nix se saan“, köpfte die erste Flasche Schampus, griff sich ein Stück Fleischwurst und feierte mit.

Während Peter Frey, Bürgermeister der VG Bad Kreuznach, so tat, als sei er unersetzbar und bis 11.11 Uhr Dokumente bearbeitete, ließen sich die Narrenweiber nicht von seinem Eifer täuschen. Seine Krawatte und die seiner Mitarbeiter mussten dran glauben. Frey brüstete sich damit, dass er einen Fundus von rund 40 Krawatten besitze und ihm das Symbol männlicher Autorität vorerst nicht ausgehe. Nach und nach entspannten sich jedoch die Fronten, und letztlich prosteten sich alle Beteiligten mit Sekt zu. Ganz gelassen blieben die Damen der VG-Verwaltung Rüdesheim. Sie beließen es dabei, den anwesenden Herren der Schöpfung die Krawatten abzuschneiden. Auf eine Machtübernahme verzichteten die Damen, wahrscheinlich wegen der anstehenden Bürgermeisterwahl in zehn Tagen. Als Schornsteinfeger präsentierten sie sich als Glücksbringer. Lüttger ging in seiner gereimten Ansprache auf seinen Tagesablauf ein. Er sah in vielem „einen Grund, dass er leide wie ein Hund“. Das beginne schon mit der morgendlichen Zeitungslektüre und dem Terminkalender, den zum Glück seine Vorzimmerdame Claudia Ehle immer im Griff habe.

Hinzu kämen die vielen Wünsche aus den Dörfern der VG und auch den Nachbarkommunen, die er nicht alle erfüllen könne. Trotzdem mache ihm seine Arbeit Spaß.

spg/nn/bj/wld

Bad Kreuznach
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