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VG Rhein-Nahe

Die Schritte in die Zukunft sollen viele mitgehen

„Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer“, so heißt es in Xavier Nadoos Hymne für die Fußball-WM 2006. Irgendwie passt der Text zu dem Aufbruch in eine positive Zukunft, den die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe mit der Unterstützung vieler Akteure und mit einer Anschubfinanzierung aus Landesmitteln gehen will. Für die VG und ihre Ortsgemeinden geht es nicht um einen Titel, sondern um das Leben und Überleben in einer ländlichen und touristischen Region voller Reize, aber auch voller Probleme.

Traumkulisse im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Das Ufer auf der rechten Bildseite gehört hier bei Bacharach zur Verbandsgemeinde Rhein-Nahe, gegenüber liegt hessisches Terrain. Im Vordergrund ist die Burg Stahleck zu sehen, als Jugendherberge ein wichtiges touristisches Ziel.  Foto: dpa/Viking
Traumkulisse im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Das Ufer auf der rechten Bildseite gehört hier bei Bacharach zur Verbandsgemeinde Rhein-Nahe, gegenüber liegt hessisches Terrain. Im Vordergrund ist die Burg Stahleck zu sehen, als Jugendherberge ein wichtiges touristisches Ziel.
Foto: dpa/Viking

Mit dem „Kommunalen Entwicklungsmanagement“ macht man sich gemeinsam auf den Weg. Im November 2017 fiel der Startschuss für die Prozessschritte, die zunächst auf drei Jahre ausgelegt sind. „Mit dem Prozess will man die Bevölkerung aktiv einbinden und Projekte und Maßnahmen realisieren, die die Attraktivität der Region als Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort fördern“, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Karl Thorn. Bei der Zukunftswerkstatt zum Auftakt mit rund 200 Teilnehmern gelang ein beeindruckender Auftakt. Und auch von dem Schwung, der in den bislang abgehaltenen zwei Workshoprunden spürbar wurde, sind neben Thorn auch die Projektbegleiterinnen des Büros „entra Regionalentwicklung GmbH“ aus Winnweiler begeistert. Isabelle Schmidtholz und Sandra Heckenberger stellten den aktuellen Sachstand der Presse vor und bereiteten den Boden für die anstehende Konsensveranstaltung am Montag, 28. Mai, um 18 Uhr in der Rhein-Burgen-Halle in Trechtingshausen.

In den Workshops wurden die zentralen Handlungsfelder definiert: Wirtschaft und Energie, Tourismus, Lebensqualität für alle Generationen sowie Ehrenamt. Aus vielen Ideen sind dabei elf konkrete Projekte entstanden, die zu einem Fahrplan ausgearbeitet wurden. Die Details sollen nun in der Konsensveranstaltung vermittelt und abgestimmt werden. Denn eines ist allen Beteiligten klar: „Nur wenn alle begeistert sind und mitmachen, werden wir unsere ambitionierten Ziele erreichen“, weiß der Bürgermeister.

Mit dem Abschluss der Strategieentwicklungsphase geht es in die konkrete Umsetzung in den Projektgruppen, bei denen alle Interessierten mitmachen – und auch später noch zusteigen – können. „Wir sind bestens in der Zeit“, so die Expertinnen vom Beratungsbüro. Große Vorteile der VG sind die Lage in der Förderungskulisse der Leader-Region, die bereits vorhandenen touristischen Grundstrukturen und die landschaftlich reizvolle Lage. Gesucht und gefördert werden sollen die „Haltefaktoren“ in diesem ländlichen Raum: „Die Leute sollen etwas davon haben, dass sie hier wohnen.“

Das Kommunale Entwicklungsmanagement wird über drei Jahre mit insgesamt 216.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz gefördert, die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe wendet weitere 54.000 Euro auf. Außerdem soll stets der wache Blick auf weitere Fördertöpfe gerichtet werden, „denn wir haben keinen vollen Geldspeicher wie Dagobert Duck“, betonte Thorn. Gute Drähte und die Mitarbeit des Förderlotsen des Landes sollen die Finanzierung erleichtern.

Dass bereits die Anfangsbeteiligung sehr hoch war, beweist, dass die Themen auf den Nägeln brennen. Rasche Resultate sollen die „phänomenale positive Aufbruchsstimmung“ dauerhaft erhalten und die Motivation fördern. „Wir dürfen keinen gering schätzen und keinen zurücklassen“, unterstreicht Beraterin Sandra Heckenberger. Dass am Ende wohl nicht alles umzusetzen ist, was in den Workshops als wünschenswert aufgelistet wurde, ist den Akteuren bewusst. Klares Ziel ist jedoch die Verstetigung dessen, was geschafft werden kann. Wichtig ist auch: „Die gewählten kommunalen Vertreter müssen den Weg mitgehen“, wie Welterbeführer und Kulturbotschafter Horst Maurer aus Oberdiebach anmahnte.

Zum Handlungsfeld Wirtschaft und Energie zählen die Stärkung der Wirtschaftsstruktur, die Optimierung der Energieversorgung (vor dem Hintergrund des Weltkulturerbestatus) und die Sicherung der Mobilität. Das Thema Tourismus umfasst die Erhaltung und Weiterentwicklung bestehender Betriebe, aber auch das Schaffen neuer Angebotsstrukturen und ein effizientes Tourismusmarketing. Unter Lebensqualität aller Generationen werden ein Zuhause für alle Altersgruppen, Versorgungsinfrastruktur und Mobilität sowie Familienfreundlichkeit zusammengefasst. Ganz zentraler Punkt ist das Ehrenamt, das in alle Handlungsfelder hineinspielt.

Trumpf der Kommunalentwicklung soll das Zusammenwirken von Hauptamt und Nebenamt sein. Für die jeweiligen Projektleiter werden Schulungen und ein Arbeitshandbuch entwickelt werden, die Fäden laufen bei einer Lenkungsgruppe zusammen. Koordinierungsstelle des Prozesses ist die VG-Verwaltung.

Zur Konsensveranstaltung ist eine Anmeldung bis zum 21. Mai erbeten: Tel. 06721/304.238 oder per E-Mail an birgit.spira@vgrn.de

Von unserem Redaktionsleiter Rainer Gräff

Die VG Rhein-Nahe in Kürze

Ortsgemeinden: Bacharach, Breitscheid, Manubach, Niederheimbach, Oberdiebach, Oberheimbach, Trechtingshausen, Waldalgesheim, Weiler

  • Ortsgemeinden: Bacharach, Breitscheid, Manubach, Niederheimbach, Oberdiebach, Oberheimbach, Trechtingshausen, Waldalgesheim, Weiler
  • Einwohner: circa 15.500
  • Größe:115 Quadratkilometer / 11.478 Hektar, davon 7000 Hektar Wald sowie 425 Hektar Weinberge (Weinanbaugebiete Mittelrhein und Nahetal)
  • Verwaltungssitz: Bingerbrück
Bad Kreuznach
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