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Weinsheim

Bauabnahme in Weinsheim: Kein Hochwasser mehr an der neuen Ellerbachbrücke?

Stefan Munzlinger

Kein Staatsakt: Nach 20 Minuten war der gestrige Behördentreff mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), Landrätin Bettina Dickes und Ortsbürgermeister Thomas Fischer an der neuen Ellerbachbrücke mitten in Weinsheim rum. Fazit: alles gut gelaufen, alles im Zeitplan – so wie es sich derzeit auch für den Bad Kreuznacher Kornmarkt andeutet. „Ob das so bleibt, glaube ich erst, wenn der Platz tatsächlich fertig ist“, schwenkte LBM-Chef Norbert Olks Blick kurz auf die Großbaustelle im Herzen Bad Kreuznachs.

150.000 Euro mehr für Flutschutz

ach der Bauabnahme am Donnerstag: die neue Weinsheimer Ellerbachbrücke. Oben LBM-Chef Norbert Olk, Landrätin Bettina Dicke und Ortsbürgermeister Thomas Fischer mit Behördenmitarbeitern, Ratsleuten und Baufirma. Das Foto aus dem Bachbett zeigt: Die Breite dürfte selbst nach Starkregen kaum mehr zu den über die Ufer tretenden Hochwassern führen – oder etwa doch, weil das Bachbett dahinter viel zu schmal ist? Voraussetzung für einen effizienten Flutschutz an dieser Stelle sei ein kontinuierlich beschnittener Uferbewuchs, so Olk zur Aufgabe von unterer Wasserbehörde und Gemeinde. Foto: Stefan Munzlinger<br>
ach der Bauabnahme am Donnerstag: die neue Weinsheimer Ellerbachbrücke. Oben LBM-Chef Norbert Olk, Landrätin Bettina Dicke und Ortsbürgermeister Thomas Fischer mit Behördenmitarbeitern, Ratsleuten und Baufirma. Das Foto aus dem Bachbett zeigt: Die Breite dürfte selbst nach Starkregen kaum mehr zu den über die Ufer tretenden Hochwassern führen – oder etwa doch, weil das Bachbett dahinter viel zu schmal ist? Voraussetzung für einen effizienten Flutschutz an dieser Stelle sei ein kontinuierlich beschnittener Uferbewuchs, so Olk zur Aufgabe von unterer Wasserbehörde und Gemeinde.
Foto: Stefan Munzlinger

Zur neuen Weinsheimer Schulstraßenbrücke über den Ellerbach: Nach zwei Unfällen an Geländer und Einmündung und einem verheerenden Hochwasser hatte man die knapp zehnmonatige Sanierung im August 2017 in Gang gesetzt; Kosten: 700.000 Euro und damit 150.000 mehr als geplant. 64 Prozent Landeszuschuss sind zugesagt, den Rest trägt der Kreis, denn die Brücke gehört zur K 53. Die Gründe für die Mehrkosten: Für den Hochwasserschutz wurde der Querschnitt vergrößert und der problematische, weil zu enge Einmündungsbereich aufgeweitet.

Die Brücke misst 14,30 Meter in der Länge und 6,10 Meter in der Breite samt zweier neuer Gehwege, die von einem stabilen Metallgeländer flankiert werden. Es dürfte den leichten Aufprall eines Pkw kompensieren, aber schwerere Fahrzeuge werden es durchbrechen, denn Stahlseite werden nur in Geländern von Brücken ab 20 Metern Länge integriert.

Olks kritischer Blick fiel nach unten ins Bachbett, wo sich die Pflanzenwelt mit jungen Bäumen und Sträuchern seitlich auszubreiten beginnt. Für einen freien Durchfluss der Wassermassen müsse man, bei aller Ökologie, die Ränder frühzeitig freischneiden, appellierte er an den Kreis (untere Wasserbehörde) und an die Gemeinde. Ortsbürgermeister Thomas Fischer dankte für die „uns geschenkte Brücke“ und gab den Hinweis zur Begrünung an den Kreis weiter: Zwar stehe die Gemeinde als Eigentümer im Grundbuch, habe aber bei der Pflege des Bachbetts nichts zu melden, da sei der Kreis der Entscheider. Das Grün sei sehr wohl Sache der Gemeinde, hielt Thomas Neumann vom LBM, der Brückenprojekt-Sachbearbeiter, dem gegen. Die Zahl der Brücken im Bereich des LBM Bad Kreuznach bewegt sich im Dreistelligen, so Leiter Norbert Olk anschließend zum immens hohen Unterhaltungsaufwand.

Diskussion: K-20-Brücke abreißen?

Möglich, aber noch nicht entschieden sei, dass die nach einem Lkw-Aufprall beschädigte K-20-Brücke bei Pferdsfeld abgerissen wird. Gespräche mit den sie nutzenden Landwirten folgten aber erst noch. Keine Brücke zu haben, sei die unterhaltungsgünstigste Variante, so Olk, der auf weitere Straßensanierungen bis ins Jahr 2019 hinwies: die K 13 zur L 230 in Horbach, der zweite Bauabschnitt der K 43 bei Dorsheim, die K 55 bei Sponheim und die K 8 bei Meckenbach. Für die teilsanierte K 16 in Seesbach wird zurzeit die Abstufung zur Gemeindestraße diskutiert, weil die Landesstraße 230 näher als 600 Meter vorbeiführt. Außerdem stehen die K 51 bei St. Katharinen und die K 33 bei Seibersbach für eine Sanierung an.

Bleibt die Frage, wie es mit den anderen Ellerbachbrücken Weinsheims weitergeht: zum einen die Kirchgassenbrücke an der Bushaltestelle in Richtung Ortsausgang nach Sponheim; kalkulierte Kosten: 430.000 Euro. Und die Steinerne Brücke am anderen Ortsende, die vor allem von Landwirten genutzt wird. Grade habe VG-Bürgermeister Markus Lüttger in Berlin angefragt, ob und aus welchem Topf ein Zuschuss für diese Brückensanierung fließen könne.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger
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