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Bingen

Aufatmen in Bingen: Zwergschule in Gaulsheim bleibt am Leben

Erleichterung im Binger Stadtteil Gaulsheim: Die Rheinwiesen-Grundschule, die schon auf der Streichliste der Landesregierung stand, bleibt von der Schließung verschont. „Ein guter Tag für die Stadt“, sagte Oberbürgermeister Thomas Feser. Er dankte allen Eltern und Bürgern, die sich gemeinsam mit der Verwaltung und dem Stadtrat mit Vehemenz gegen die drohende Schließung gestemmt hatten, und erneuerte sein Versprechen, im nächsten Doppelhaushalt die Sanierung der Schultoiletten anzugehen.

Auch im Stadtrat protestierten Eltern und Kinder gegen die Schließungspläne der Landesregierung.  Foto: Rainer Gräff
Auch im Stadtrat protestierten Eltern und Kinder gegen die Schließungspläne der Landesregierung.
Foto: Rainer Gräff

Vier Zwergschulen sollen aktuell schließen, so die Pressemitteilung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion vom Mittwoch. Die Schulaufsichtsbehörde hatte 40 kleine Grundschulen von insgesamt 962 in Rheinland-Pfalz überprüft. Alle 40 erfüllten die vom Schulgesetz geforderte Mindestzügigkeit von einer Klasse pro Jahrgang nicht mehr. Nach einer ersten Prüfung im Herbst des Vorjahrs blieben noch acht Schulstandorte übrig, für die ein Aufhebungsverfahren eingeleitet werden sollte – darunter Gaulsheim.

Nach weiteren ausführlichen Gesprächen entschloss sich die Schulaufsichtsbehörde, nun für insgesamt vier dieser Schulstandorte das Verfahren zur Aufhebung einzuleiten. „Wir haben es uns mit diesem umfangreichen Überprüfungsverfahren wirklich nicht leicht gemacht, denn wir wollen weiterhin ein dichtes Netz an Grundschulen in unserem Land vorhalten. Nur da, wo sich keine nachvollziehbaren schulischen Ausnahmegründe für den Erhalt des Standortes finden ließen, leiten wir ein Verfahren zur Aufhebung des Schulstandorts ein“, erklärte ADD-Präsident Thomas Linnertz. Ein Aufhebungsverfahren wird demnach für die Schulstandorte Reifferscheid, Lieg, Frankenstein und Herkersdorf eingeleitet.

Der Standort Gaulsheim bleibt erhalten, da in der benachbarten Grundschule Bingen-Kempten keine ausreichenden Aufnahmekapazitäten für die Schüler vorhanden sind. Der Schulweg zur „übernächstgelegenen“ Schule Burg Klopp wäre deutlich länger als die in den maßgeblichen „Leitlinien für ein wohnortnahes Schulangebot“ vorgegebenen 30 Minuten.

Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Standort hat die Stadt als Schulträger bereits angekündigt. Die Schulträger in den Gemeinden, wo die Schließung noch abgewendet wurde, sind jedoch von der ADD aufgefordert, die Schulstandorte im Rahmen ihrer Schulentwicklungsplanung unter besondere Beobachtung zu stellen. Geprüft wurde bei allen in Frage stehenden Standorten unter anderem, ob die Schulen künftig durch steigende Schülerzahlen wieder dauerhaft mehr Klassen bilden können, ob eine weitere Schule in erreichbarer Nähe ist und diese genügend Kapazität hat, die Schüler auch aufnehmen zu können, und wie die jeweilige Schule von den Eltern angenommen wird. Weiter heißt es: „Alle Schulstandorte wurden individuell und sehr ausführlich geprüft, um ein zukunftssicheres Grundschulangebot wohnortnah zu erhalten. Die verfügten Schließungen sind zum nächsten Schuljahr 2018/2019 vorgesehen.“ rg

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