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    LangenlonsheimAbfindungen und Zusage des Konzerns: Kein Delphi-Beschäftigter wird vor 1. Januar 2019 entlassen

    Einigung zwischen IG Metall und Delphi Langenlonsheim: Über 90 Prozent der IG-Metall-Mitglieder stimmten für das Verhandlungs-ergebnis. Kein Beschäftigter wird vor dem 1. Januar 2019 arbeitslos.

    29. Juni vor Delphi Tec Center in Langenlonsheim: Die 92 Mitarbeiter und 14 Azubis demonstrierten gegen die geplante Werksschließung. Verhandlungsergebnis jetzt: Die Schließung wird kommen, doch vor dem 1. Januar 2019 werde keiner der Beschäftigten arbeitslos. Außerdem werden Abfindungen gezahlt. Und Mitarbeiter können in weiterqualifizierende Transfergesellschaften wechseln.
    29. Juni vor Delphi Tec Center in Langenlonsheim: Die 92 Mitarbeiter und 14 Azubis demonstrierten gegen die geplante Werksschließung. Verhandlungsergebnis jetzt: Die Schließung wird kommen, doch vor dem 1. Januar 2019 werde keiner der Beschäftigten arbeitslos. Außerdem werden Abfindungen gezahlt. Und Mitarbeiter können in weiterqualifizierende Transfergesellschaften wechseln.

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Die 14 Azubis werden ihre Ausbildung auch über das Jahr 2019 hinaus beenden können, so die Zusage des Konzerns mit weltweit rund 166.000 Mitarbeitern in über 30 Ländern.

    Rückblick auf Ende Juni: Zum Jahresende, das gab der US-Autozulieferer vor drei Wochen bekannt, werde er den Standort Langenlonsheim schließen. Das aber wollten die 92 Mitarbeiter und 14 Azubis nicht hinnehmen, protestierten am 29. Juni vor der Werkshalle – ohne ein Wort zu verlieren. Denn von der Konzernmutter war zuvor eine Mail eingetroffen, die Kontakte mit der Presse untersagte.

    Daraufhin klebten sie sich bei der Kundgebung den Mund mit rotem Klebeband zu. Aufschrift: „Gesperrt“. Auf einem T-Shirt „Wir sind schuld!“ oder auf Plakaten „Ein Standort – eine Lösung“ oder „Billiglösung ohne uns!“ war aber auch so zu lesen, was sie von den Konzernplänen halten. In letzter Minute und damit vor einem langen Arbeitskampf hätten sich Delphi und die IG Metall auf einen Sozialtarifvertrag zum Ausgleich für die Nachteile geeinigt, die den Beschäftigten durch die Standortschließung zum 31. Dezember 2017 entstünden, schreibt die IG Metall.

    In einem geheimen Mitgliedervotum, einer Urwahl, hätten die Mitglieder der IG Metall bei Delphi mit 90,2 Prozent für die Annahme des Verhandlungsergebnisses gestimmt. „Damit ist die Tarifbewegung beendet“, erklärte IG-Metall-Bevollmächtigter Edgar Brakhuis, „der Sozialtarifvertrag ist aber nur die zweitbeste Lösung. Die Wut und das Unverständnis über die falsche unternehmerische Entscheidung von Delphi bleibt trotzdem groß.“

    Für die Beschäftigten habe die IG Metall eine weitaus höhere Abfindung erkämpfen können als von der Firmenleitung vorgesehen. Zudem könnten die Beschäftigten in eine Transfergesellschaft wechseln – für zwölf Monate und bei einem Transfergeld von 80 Prozent des bisherigen bei Delphi gezahlten Nettoentgeltes. Das bedeute, dass niemand vor dem 1. Januar 2019 arbeitslos werde, so Brakhuis weiter. Außerdem gebe es einen Bonus nur für IG-Metall-Mitglieder. Hier sei es gelungen, einen Tabu der Geschäftsführung zu brechen. Beteiligung, Aktivierung und Solidarität hätten trotz schwieriger Lage zur Verhandlungslösung beigetragen.

    Die Geschäftsführung von Delphi habe sich bei der Schließung des Standortes einen „schlanken Fuß“ machen wollen und sei zunächst nicht bereit gewesen, die Nachteile für die Beschäftigten angemessen auszugleichen. Brakhuis: „Wir konnten Billiglösung und Spaltungsversuche von Delphi verhindert. Alle Mitglieder bekommen eine Abfindung.“ Die werde nicht dadurch gekürzt, dass die Beschäftigten zum Wechsel ins 308 Kilometer entfernte Nürnberg gezwungen würden, sagt auch Verhandlungsführer Uwe Zabel von der IG-Metall-Bezirksleitung Mitte.

    Zum Verhandlungsergebnis meinte Delphi-Pressesprecher Thomas Aurich (Wuppertal) auf Anfrage des „Oeffentlichen“ am Dienstagmittag: „Unser Ziel war eine einvernehmliche Einigung.“ Lange habe man versucht, Alternativen für den Standort zu eruieren. Ohne Erfolg. Daher die Schließungsentscheidung. Die Automobilindustrie erlebe einen tief greifenden Wandel weg von der Komponenten-Fertigung (Knöpfe und Schalter) hin zu Gesamtsystemen, beispielsweise der Fahrer-Fahrzeug-Vernetzung und der Gestensteuerung. Dieser Wandel werde durch die Digitalisierung forciert. In Langenlonsheim habe man bis zum Schluss validiert und getestet; eine Aufgabe, die man nun auf die Standorte Nürnberg, Wuppertal oder Rüsselsheim übertrage.

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