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Bad Ems

Sport und Spaß: Stadtlauf geht in die zwölfte Runde

Das beliebte Breitensport-Spektakel lockte Starter und Zuschauer aus der ganzen Region nach Bad Ems.

„Papaaa!“ „Mega, Schatz! Nur noch eine Runde!“ Locker vorbeitrabende Menschen, lautstarke Anfeuerungsrufe, lachende Gesichter. Richtig geraten: Hier macht gerade der Bad Emser Stadtlauf das Dutzend voll. Zum zwölften Mal in Folge geht an diesem Samstagnachmittag die, wie der Running-Team-Vorsitzende und Cheforganisator Jürgen Zanger nicht ohne Stolz vermerkt, größte Sportveranstaltung des Rhein-Lahn-Kreises über die Bühne. Die bisher teilnehmerstärkste Auflage des Spektakels sei es zwar nicht, aber: „Wir haben wieder die magische Grenze von 500 geknackt.“

516 Läufer und Walker sind es, um genau zu sein, die heute ihre Runden durch die Römerstraße und den angrenzenden Kurpark drehen. Oder wie die Bambini 250 Meter weit von Torbogen zu Torbogen flitzen – und damit traditionsgemäß zum Auftakt für eine quirlige, ausgesprochen nett anzuschauende Attraktion sorgen. Übrigens: Mit 154 Sportassen stellen die Bambini die größte Fraktion, was wohl vor allem der Tatsache zu verdanken ist, dass neben der katholischen Kita St. Katharina Fachbach-Miellen-Nievern alle vier Bad Emser Kindergärten und Kitas – St. Martin, Arche Noah, Eisenbach und Play & Fun – mit großen „Abordnungen“ vertreten sind.

Ein deutlich „internationaleres“ Flair versprüht logischerweise das Starterfeld bei den Jugendlichen und Erwachsenen. Nicht nur aus dem gesamten Rhein-Lahn-Kreis und etlichen anderen Regionen des Landes, sondern auch aus Nordrein-Westfalen und Hessen und, mit jeweils einem Läufer aus Utrecht und Rotterdam, sogar aus den Niederlanden sind die Teilnehmer angereist. Monika Jesse ist für den Zehn-Kilometer-Lauf „nur“ aus Ransbach-Baumbach gekommen – und gesteht vor dem Start: „Eigentlich gefallen mir Strecken, die durch den Wald führen, besser. Aber die Kulisse hier ist natürlich umwerfend. Und außerdem ist der Lauf sehr gut organisiert.“

In der Tat: Fast 70 in orangefarben leuchtende Shirts gekleidete und damit kaum zu übersehende Helfer des Running Teams Bad Ems sind bei dieser Großveranstaltung im Einsatz, haben um 7 Uhr in der Frühe mit dem Aufbau angefangen und werden auch nach dem offiziellen Ende des Spektakels noch stundenlang beschäftigt sein. Sie nehmen Nachmeldungen entgegen, geben Startnummern aus und vieles mehr. Zudem radeln sie den Läufern voraus, um sofort eingreifen zu können, falls etwas passiert, und versorgen sie an mehreren Streckenpunkten mit Wasser. Das wird auch gerne in Anspruch genommen, denn es ist frühsommerlich warm. „25 Grad sind zu viel“, findet Ulrich Berghäuser aus Diethardt, der sich nach dem Zieleinlauf zwecks Erfrischung umgehend auf einen Brunnen stürzt. Bernd Mertgen aus Straßenhaus im Landkreis Neuwied ist da allerdings anderer Meinung: „Ich hab’s gern wärmer. Da tun die alten Knochen nicht so weh“, sagt er mit einem Schmunzeln. Dabei ist Mertgen, der für den VfL Waldbreitbach startet, in dieser Woche bereits an zwei Halbmarathons teilgenommen hat und in Bad Ems das für einen Stadtlauf bemerkenswert hohe Tempo schätzt, schlappe 69 Jahre alt. Als „Seniorchef“ läuft ihm eindeutig der 80-jährige Hans Metzelder aus Montabaur den Rang ab, während Ida Hopf, Luisa Klukowski, Mila Stein und Vincent Stumpf, gerade mal zwei Jahre alt, das andere Ende des Altersspektrums abdecken.

Vor allem diese Vielfalt und Bandbreite ist es, die dem Bad Emser Stadtlauf zu seiner besonderen Atmosphäre verhelfen. Kaum dem Krabbelalter entwachsen und eher den fortgeschrittenen Semestern zuzurechnen, Einzel- und Gruppenläufer, etwas ambitioniertere und rundum relaxt wirkende Teilnehmer – hier ist praktisch alles vertreten. Läufer, die sich durch nichts von der Strecke ablenken lassen, sieht man ebenso wie solche, die fröhlich den Zuschauern am Straßenrand zuwinken, eine ältere Dame, die den Fünf-Kilometer-Jedermann-Lauf hartnäckig im Walking-Tempo zurücklegt, ebenso wie eine vierköpfige Familie, die den fahrbaren Untersatz für die Kinder gleich dabei hat – glasklarer Beweis dafür, dass bei den meisten hier statt des Wettbewerbsgedankens der Spaß an der gemeinsamen Bewegung im Vordergrund steht. Auch dass die Stiftung Scheuern, vor allem beim Fünf-Kilometer-Walking, wieder mit einer großen Gruppe vertreten ist, spiegelt diesen „olympischen Geist“ ein Stück weit wider.

Während Jürgen Zanger am Zieleinlauf unermüdlich die vorbeiziehenden Läufer und Walker kommentiert, nehmen Michael Kapski, Zweiter Vorsitzender, und Thorsten Biester, sportlicher Leiter des Running Teams Bad Ems, sowie Volksbank-Bereichsleiter Günter Groß ein paar Meter weiter die Siegerehrungen vor. Die Zusammenarbeit mit der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg habe von Anfang an hervorragend funktioniert, lobt Jürgen Zanger den Hauptsponsor, dessen Namen der Stadtlauf im Übrigen auch trägt.

Rundum Zufriedenheit also? Ja, auch wenn sich die Veranstalter von einer Sache mehr versprochen haben: Vor drei Jahren führten sie, in den Fünf-Kilometer-Lauf eingebettet, die Firmenwertung ein. Die Hoffnung, damit „das Emser Gewerbe vom Sofa herunterzuholen“, wie Zanger es damals formulierte, hat sich bisher nicht erfüllt. „Es stößt leider nur auf mäßige Resonanz, weshalb wir uns ein neues Konzept überlegen werden“, berichtet Michael Kapski, der auch Erster Vorsitzender des Gewerbevereins Bad Ems plus ist und in seiner Doppelfunktion die Idee zur Firmenwertung hatte. Immerhin: Mit der Kita Play & Fun, der Firma Salzmann aus Nievern, der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg, der Emser Therme, dem Statistischen Landesamt und dem Run-for-Fun-Team der Stiftung Scheuern haben sich sechs Mitstreiter für diese Disziplin motivieren lassen. „Ich hab halt im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel gerührt“, sagt Firmenchef Jürgen Salzmann, dessen 27-köpfiges Läuferteam zum Lohn in der Kategorie „Größte Gruppe“ die Nase vorne hat.

Ulrike Bletzer

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