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Mittelrhein

Nach Unwetter: Zerstörte L334 von Dahlheim zum Rhein bleibt noch ein Jahr gesperrt

Nach dem Unwetter am 29. Mai hat der Wellmicher Bach die L 334 zwischen Dahlheim und St. Goarshausen zerstört. Die Schäden sind so gewaltig, dass die Strecke voraussichtlich noch ein Jahr für die Sanierung gesperrt bleiben wird. Ein Teilabschnitt könnte bis zur Abzweigung Weyer könnte noch in diesem Jahr fertig werden.

Nach dem Unwetter am 29. Mai hat der Wellmicher Bach die L 334 zwischen Dahlheim und St. Goarshausen zerstört. Foto: Mira Müller
Nach dem Unwetter am 29. Mai hat der Wellmicher Bach die L 334 zwischen Dahlheim und St. Goarshausen zerstört.
Foto: Mira Müller

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Wie wichtig auch kleinere Verkehrsadern sind, zeigt sich oft drastisch, wenn sie gesperrt sind. Ein Paradebeispiel dafür ist derzeit die L334, die Höhengemeinden im Welterbe Oberes Mittelrheintal mit der B 42 zwischen Dachsenhausen und St. Goarshausen-Wellmich verbindet. Die Landesstraße wurde von einem überfluteten Bachlauf nach dem schweren Unwetter mit Gewittern am 29. Mai zerstört, der Weg ab Dahlheim ins Tal ist versperrt. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Diez rechnet damit, dass sich die Sanierung bis Mitte 2017 hinziehen wird.

Das führt für die Anwohner in zahlreichen Gemeinden zu erheblichen Umwegen im Alltag. Das Einzige, was man mit etwas Galgenhumor laut Dahlheims Bürgermeister Dennis Maxeiner als positiv empfinden kann, ist der geringe Durchgangsverkehr im Ort: "Wir haben derzeit eine Art unfreiwillige Verkehrsberuhigung."

Umwege für Pendler und Schüler

Da sind beispielsweise die Schulkinder aus Weyer und Nochern, die die Grundschule in Dahlheim besuchen. Busse fahren normalerweise von Weyer die K102 hinunter und über die nun gesperrte L334 nach Dahlheim. Deshalb müssen die Schulbusse jetzt eine zusätzliche Schleife über Gemmerich und Dachsenhausen drehen. Pendler und Schulbusse in Richtung B42 oder Wilhelm-Hofmann-Gynmasium in St. Goarshausen müssen den Umweg über Kamp-Bornhofen (K103) nehmen.

Bei Hochwasser keine Verbindung auf die Taunushöhen

Besonders heikel könnte die Sperrung für St. Goarshausen-Wellmich im Falle eines Rhein-Hochwassers werden. Denn dann gäbe es dort keine Verbindung vom Tal auf die Taunushöhen mehr.

Der SPD-Ortsverein Dahlheim appelliert deshalb in einem Schreiben an den LBM: "Wir bitten um Mitteilung, ob es nicht möglich ist, infolge der Unwetterkatastrophe Sofortmaßnahmen zur Instandsetzung der gesamten Straße zu veranlassen", schreibt Ortsvereinvorsitzender Marco Jost. Laut Antwortschreiben von LBM-Leiter Lutz Nink geschieht genau dies. Doch die Schäden könnten nicht auf die Schnelle behoben werden.

An 27 Stellen zum Teil erheblich beschädigt

Die L334 ist zwischen Dahlheim und dem Abzweig auf die K102 nach Weyer an acht Stellen zum Teil erheblich beschädigt, im weiteren Verlauf ins Tal an weiteren 19 Stellen. Beispielsweise müssen ganze Böschungsbereiche neu aufgebaut oder Durchlässe erneuert werden. Außerdem muss das komplette Entwässerungssystem wiederhergestellt werden. Die Sanierung soll nun in zwei Bauabschnitten erfolgen. Für den ersten Teil von Dahlheim bis zur K102 wird ein Sanierungskonzept erstellt, wobei zuständige Behörden keine aufwendigen Genehmigungsverfahren verlangen, um das Verfahren zu beschleunigen. Somit könnte dieser Abschnitt bis Jahresende fertiggestellt sein und eine Umleitung über die bis dahin ebenfalls sanierte K 102 und die K 85 bis nach St. Goarshausen eingerichtet werden.

Größere Herausforderungen im unteren Abschnitt

"Die Sanierung der Schäden im zweiten Teil der Strecke bis Wellmich stellt uns im Vergleich zum oberen Teil vor wesentlich größere Herausforderungen", schreibt Lutz Nink. Dies sei im Wesentlichen dem engeren Verlauf der Schlucht mit bis zu sechs Meter hohen Böschungsbereichen und der Menge der Schadensereignisse geschuldet. Für ein Sanierungskonzept sind neben den üblichen Vermessungen statische Nachweise und hydraulische Berechnungen anzufertigen. Denn spezielle Stützkonstruktionen sind notwendig, und der Verlauf des Wellmicher Bachs muss in Teilbereichen verändert werden.

Arbeiten nur bei Vollsperrung möglich

Die Planungsarbeiten für den ersten Abschnitt werden vom LBM erledigt, der zweite wird an ein Ingenieurbüro vergeben: "So ist sichergestellt, dass die Planungen für beide Abschnitte parallel betrieben werden können", ist sich Nink der nötigen Eile bewusst. Trotzdem sei abzusehen, dass die Sanierung des unteren Abschnitts bis Mitte 2017 dauern werde. Die Asphaltdecke sei nur für Laien augenscheinlich stellenweise in Ordnung. Tatsächlich seien die Fahrbahndecke und der gesamte Unterbau beschädigt. Die Arbeiten können deshalb nur bei Vollsperrung erfolgen.

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