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    Miehlen

    Modellbauer mit Leidenschaft: Hunsrückmühle klappert in Miehlen

    Wenn die Sonne scheint, ist das sprichwörtliche Klappern der Mühle besonders schön wahrzunehmen. Joachim Pabst hat nämlich eine Solarpumpe eingebaut, die für einen stetigen Wasserzufluss auf das oberschlächtige Mühlrad sorgt. Zu bewundern ist das in Miehlen in der Langgasse, wo Pabst im Hof seines Wohnhauses eine ganze Mühlenlandschaft im Modell präsentiert. Das Vorbild seines Mühlengebäudes steht im Hunsrück, für das Erdgeschoss und das Innere hat er sich auch andernorts etwas abgeschaut.

    Joachim Pabst mit seiner großen Wassermühle. Als gelernter Schumacher ist er handwerklich geschickt, aber hier hat er mit verschiedenen anderen Werkstoffen zu tun – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Seine Kreationen wirken auch im Ensemble harmonisch.  Fotos: Thorsten Stötzer
    Joachim Pabst mit seiner großen Wassermühle. Als gelernter Schumacher ist er handwerklich geschickt, aber hier hat er mit verschiedenen anderen Werkstoffen zu tun – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Seine Kreationen wirken auch im Ensemble harmonisch. Fotos: Thorsten Stötzer
    Foto: Thorsten Stötze

    Das Fachwerk aus Eiche hat er offen gelassen an dem hüfthohen Häuschen, sodass Blicke auf den sich drehenden Mühlstein und die Mechanik möglich sind. Alles funktioniert im kleinen Maßstab, doch „hier wird kein Mehl gemahlen“, stellt der 48-Jährige fest. Die Liebe zum Detail reicht von winzigen Säcken in den Modellen bis zum Dach der historischen Wassermühle. Joachim Pabst hat es mit rund 2000 kleinen Schieferplättchen gedeckt, jedes ist ungefähr so groß wie ein Daumennagel. Das Rohmaterial beschafft er sich auf der ehemaligen Grube Rosit im Herzbachtal bei Heidenrod-Nauroth, um es daheim fachgerecht zu schneiden und zu spalten.

    Die Dachrinnen sind wiederum aus Messing gefertigt; es sind diese Einzelheiten, die Betrachter am meisten faszinieren. Daneben dreht sich ein unterschlächtiges Mühlrad – der Begriff bedeutet, dass Wasser unten anströmt und Energie erzeugt. Es gehört nicht zur eigentlichen Mühle, leitet aber über zu einer ganzen Landschaft mit Blumen, Kies, dauergrünen Gewächsen und einem Teich als Wasserquelle. Pabst hat nicht Buch geführt, wie viele Stunden Arbeit in seinem Hobby stecken.

    Mit der Technik der Wassermühle hat er sich schätzungsweise ein halbes bis ein ganzes Jahr beschäftigt. „Früher stand hier ein riesengroßer Kirschbaum“, berichtet er über den Standort. Als der gefällt war, breitete sich Unkraut aus. Der Miehlener rodete den Baumstumpf und machte die Fläche zu einer Sehenswürdigkeit. Seit rund 30 Jahren widmet sich der gelernte Schuhmacher seiner Passion, die sich entwickelte, als er selbst eine Mühle besichtigt hatte. Aktuell arbeitet er an einem Sägegatter, „Klopfmühle“ genannt, das im Original im Schwarzwald angesiedelt ist. Das Sägeblatt steht senkrecht in der Anlage, das Dach will Pabst mit Holzschindeln bedecken: „Das ist Arbeit für den Winter“, erklärt er zu seinem Vorhaben.

    Am Rande des Hofs und in der Scheune ragen Windmühlen auf. Die Flügel bewegen sich überall, bei einem der Werke aus Holz ist die Technik komplett eingebaut. Bockwindmühle heißt ein gängiger Typ, bei dem sich das gesamte Mühlenhaus in den Wind drehen kann. Um Windmühlen in eine andere Richtung zu bringen, war allerdings ein großes Maß an Muskelkraft von Menschen und Pferden nötig. Joachim Pabst hat seine Miniaturmühlen bereits bei einigen Ausstellungen gezeigt. So etwa in Bettendorf und in Ransel im Landmuseum und im Rathaus seiner Heimatgemeinde Miehlen, deren Gewerbe früher zahlreiche Mühlen am Mühlbach und seinen Nebenbächen mitprägten.

    Wer in der Langgasse an dem Anwesen vorüberkommt, kann seine Werke mühelos von der Straße aus gut erkennen. „Viele gehen aber vorbei und sehen nichts“, schildert der Besitzer. Außerdem herrscht in der Nebenstraße kaum Fußgängerverkehr, anders ist das lediglich, wenn zum Beispiel in Miehlen im Oktober die Kerb gefeiert wird. Dabei ist gerade das große Mühlengebäude mit den 2000 Schieferplättchen auf dem Dach zu jeder Zeit eine Augenfreude: „Die steht im Sommer wie im Winter hier“, betont ihr Erbauer, Joachim Pabst.

    Von unserem Mitarbeiter
    Thorsten Stötzer
     

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