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Mittelrhein

Mittelrhein: Wellmicher Bach reißt Erdloch auf – Tennisheim einsturzgefährdet

Der Mittelrhein zwischen Braubach und St. Goarshausen ist in der Unwetter-Nacht von Sonntag auf Montag wohl nur knapp an einer Katastrophe vorbei gekommen. Am härtesten hat es Wellmich getroffen. Größter Schaden dürfte bislang das einsturzgefährdete Vereinsheim des Tennis-Clubs Loreley St. Goarshausen in Wellmich sein. Die B42 und weitere Straßen bleiben vorerst gesperrt.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Auf dem Gelände es Tennisclubs wurde von den Fluten entlang des Wellmicher Bachs ein großes Erdloch ausgespült. Feuerwehr und Polizei mussten das Gelände absperren. Ein Geologe der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Werner Groß, machten sich ein Bild von der Lage vor Ort. "Wir prüfen, ob das Gebäude ausreichend abgestützt und gerettet werden kann", sagte Groß. Die Fluten hatten auch eine Gasleitung beschädigt. Mehrere Anwohner eines Wohnhauses in der Nähe mussten laut Polizei evakuiert werden, bis die Leitung abgedichtet war. Auch die weiteren Tennisplätze standen vollends unter Wasser.

Schlaflose Nacht für die Anwohner

An der Bachstraße, wo Schlamm und Geröll in der Nacht mehrere Autos fortgespült hatten, wurde der Unrat, der sich vor allem um die Eisenbahnunterführung gesammelt hatte, mit schwerem Gerät geräumt. Eine Anwohnerin berichtete aufgeregt von der schlaflosen Nacht, in der sich die Wassermassen nicht nur durch den Bach einen Weg ins Tal verschafften: "Die Flut kam über einen Kiesweg vom Weinberg herunter und wollte durch unsere Haustür wieder hinaus." So schnell wie möglich dichtete die Familie die Rückseite ihres Hauses provisorisch so weit ab, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Doch unzählige Keller liefen mit Schlamm voll. In der VG Loreley waren nahezu alle Freiwilligen Feuerwehren im Dauereinsatz. Wie lange die Aufräumarbeiten noch dauern, konnte Wehrführer Dirk Jacoby in Wellmich noch nicht sagen.

Erinnerungen an Katastrophe von 1971

Die Anwohner am Mittelrhein sind Hochwassersorgen gewohnt und wissen damit umzugehen. Doch diese Flut von den Hängen hatte Ausmaße, die viele so noch nicht erlebt hatten. Ältere Anwohner fühlten sich an den Mai 1971 erinnert, als mit einem sechsstündigen Gewitterregen der vergleichsweise winzige Forstbach in St. Goarshausen sein Bett sprengte und zu einem schäumenden Wildwasser anschwoll, das mehrere Häuser schwer beschädigte und zahlreiche Autos in den Rhein spülte. Wie durch ein Wunder kamen damals keine Menschen zu Schaden.

Dahlheimer Schule und Sportplatz überflutet

Auch weiter oben am Dahlheimer Bach, der in den Wellmicher Bach mündet, musste mit schwerem Gerät dafür gesorgt werden, dass die Wassermassen abfließen können. Völlig überflutet wurde die Grundschule in Dahlheim. Viele freiwillige Helfer haben das Gebäude geräumt. Bis alles getrocknet und abgesichert ist, fällt die Schule aus. Wo normalerweise Parkplätze sind, war plötzlich ein breiter Fluss entstanden. Auch der Sportplatz neben der Schule wurde in Mitleidenschaft gezogen. Wie groß die Schäden am Kunstrasen sind, ist noch nicht abzuschätzen. Sorgen bereiteten Bürgermeister Dennis Maxeiner noch vier Fischteiche oberhalb der Schule, deren Dämme zu brechen drohten: "Wenn das passiert, bekommt die Schule noch eine zweite Flutwelle ab."

Die B42 war auch zwischen Braubach und Osterspai sowie bei Kestert gesperrt. Die B 42 war auch zwischen Braubach und Osterspai sowie bei Kestert gesperrt. Bei Kestert wurden vier Fahrer in ihren Autos von den Wasser- und Geröllmassen überrascht und kurzzeitig eingeschlossen. Bei der Kläranlage in Kestert liefen die Pumpen auf Hochtouren, um ein Überlaufen der Becken zu verhindern.

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