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Wellmich/Dahlheim

L 334 zwischen Dahlheim und Wellmich bleibt für lange Zeit gesperrt

Die starken Unwetter der vergangenen Tage hatten verheerende Folgen für die Landesstraße 334, die Dahlheim und Weyer mit St. Goarshausen-Wellmich verbindet: Das Rinnsal ist zu einem reißenden Bach angeschwollen, der an vielen Stellen die Straßenböschung weggerissen hat und die Straße unterspült. Wer mit seinem Pkw die Straßensperren umfährt, bringt sich in Lebensgefahr. Darauf weisen Kai Mifka, Fachgruppenleiter des Landesbetriebs Mobilität Diez, und Carsten Müller, Leiter der Masterstraßenmeisterei in Bad Ems, hin. Vorsichtig geschätzt, bleibt die Straße bis ins Frühjahr 2017 gesperrt.

Von unserer Reporterin Mira Müller

Aufgrund der starken Schauer hat sich der Wellmicher Bach zu einem reißenden Gewässer entwickelt. An verschiedenen Stellen hat er die Böschungen und Bankette der L 334 mitgerissen und die Straße unterspült. Die Asphaltdecke ist an einigen Stellen einfach weggebrochen.
Aufgrund der starken Schauer hat sich der Wellmicher Bach zu einem reißenden Gewässer entwickelt. An verschiedenen Stellen hat er die Böschungen und Bankette der L 334 mitgerissen und die Straße unterspült. Die Asphaltdecke ist an einigen Stellen einfach weggebrochen.
Foto: Mira Müller

Rund 300 Höhenmeter werden auf dem 6,5 Kilometer langen Weg von Dahlheim hinunter nach Wellmich überwunden. Die Straße schlängelt sich durch ein enges Tal, überwiegend Felsen und steile Waldhänge links und rechts des Weges. Für gewöhnlich fließt neben der Straße noch ein kleines Bächlein. Doch der Starkregen in der Nacht von Sonntag auf Montag ließ ihn zu einem reißenden Gewässer ansteigen. Der lehmhaltige Boden der umliegenden Wälder konnte diese Wassermassen nicht aufnehmen. Sturzbäche mit Geröll schossen die Hänge herunter und verwüsteten die Straße. Ein Erdloch am Vereinsheim des Tennis-Clubs in Wellmich wurde ausgespült (wir berichteten), das Gebäude ist nach wie vor einsturzgefährdet und darf nicht betreten werden, berichtet Verbandsgemeindebürgermeister Werner Groß.

Gefahr versteckt sich unter der Oberfläche

Aber auch die Landesstraße und deren Unterbau ist in große Mitleidenschaft gezogen worden. War Anfang der Woche vor allem der untere Teil der Straße ab der Abzweigung nach Weyer betroffen, ziehen sich die Schäden an der Straße nach den Regenfällen in der Nacht auf Donnerstag entlang der L 334 bis nach Dahlheim. Vor allem an Biegungen des Baches, wo das Wasser gegen die Böschung prallt, wird loses Material einfach weggespült. Normalerweise sind Leitplanken und -pfosten etwa einen halben Meter von der Straße entfernt und ein Meter tief in den Banketten versenkt – nun hängen sie teilweise nur noch in der Luft, weil die Bankette von den Fluten mitgerissen wurden.

Die Straße ist an vielen Stellen unterspült

Sowohl oberhalb als auch unterhalb der Abzweigung Weyer ist die Straße unterspült worden. An der schlimmsten Stelle ist auf einer Länge von 30 Metern eine sechs Meter hohe Stützwand weggebrochen. Dort fließt quer zur Straße eigentlich ein kleines Rinnsal, der durch einen Kanal unter der Straße in den Wellmicher Bach geleitet wird. Aus dem Rinnsal wurde jedoch ein Sturzbach, der Geröll mit sich führte und den Kanal verstopfte. Unter der Straße liegt außerdem ein Abwasserkanal, der in Sand eingebettet ist. Der Sand rieselt nun einfach weg. Die Gefahr ist von oben nicht zu erahnen, doch teilweise ist der Unterbau der Straße bis über die Mitte weggespült worden, der Asphalt hängt in der Luft. An mindestens einer weiteren Stelle ist die Abwasserleitung aus Prath/Lykershausen ebenfalls freigespült worden, teils ist die Asphaltdecke einfach weggebrochen. Mitarbeiter der VG-Werke versuchen zu retten, was zu retten ist, denn noch sind die Leitungen intakt.

Sanierung dauert voraussichtlich bis ins Frühjahr 2017

Einige Meter weiter wurde im Jahr 2014 ein Streckenabschnitt saniert – auf dieselbe Weise könnte auch bei der nun notwendigen Sanierung der L 334 vorgegangen werden: Die Böschung samt Straße wurde seinerzeit mit Gabionen – mit Steinen gefüllte Stahlkörbe – und sogenannter bewehrter Erde befestigt. Bewehrte Erde bedeutet, dass Kunststoffgitter in mehreren Ebenen horizontal unter der Straße wie Bettlaken eingearbeitet wurden, die die Last der Fahrzeuge aufnehmen und den Straßenunterbau und die Böschung stabilisieren, erläutert Kai Mifka. Doch bis es mit den Bauarbeiten an der L 334 losgehen kann, müssen noch zahlreiche Schritte folgen: Wenn alle Schäden festgestellt sind, muss das weitere Vorgehen und die Art der Sanierung mit den Behörden abgestimmt werden. Nachdem die Aufträge ausgeschrieben wurden, kann erst mit den Arbeiten begonnen werden. "Einschließlich aller Bauarbeiten, die getätigt werden müssen, kann es sein, dass die L 334 bis zum Frühjahr 2017 gesperrt bleibt. Der LBM unternimmt alle Anstrengungen, es schneller hinzubekommen", sagt Mifka. "Vorsichtig geschätzt, wird die Sanierung mindestens eine halbe Million Euro kosten. Aber die genaue Höhe ist erst nach der Feststellung aller Schäden und der Festlegung der Sanierungsmaßnahmen möglich", ergänzt er.

Hinweise aus der Bevölkerung sind erwünscht

Eine weitere ausgespülte Stelle gibt es auch im Hasenbachtal entlang der B 274 bei St. Goarshausen. Ein Anlieger machte Carsten Müller darauf aufmerksam. Eine erste Maßnahme ist, etwa ein Kubikmeter große Wasserbausteine dort einzubringen, "damit die Stelle nicht noch weiter ausgespült wird", erläutert Müller und ergänzt: "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung mitguckt und auf Stellen hinweist, die von der Straße nicht direkt ersichtlich sind. Viele Augen sehen mehr. Wir sind für Hinweise dankbar."

Zu erreichen ist die Masterstraßenmeisterei Bad Ems unter der Telefonnummer 02603/935020.

Sanierung der B 42 bei Osterspai beginnt am Montag

Von langer Hand geplant ist die Sanierung der Bundesstraße 42 zwischen Osterspai und Kamp-Bornhofen (wir berichteten). Der ursprüngliche Plan war, die Straßenoberfläche unter Vollsperrung zu sanieren, doch der LBM folgte dem Wunsch der Bevölkerung, die Baustelle unter Ampelverkehr einzurichten. „Die Bauarbeiten auf der Bundesstraße B 42 zwischen Osterspai und Kamp-Bornhofen werden am Montag, 6. Juni, aufgenommen“, teilt der LBM mit. „Dabei geht es um notwendig gewordene Maßnahmen zur Ertüchtigung des Straßenkörpers. Die B 42 weist im betreffenden Streckenabschnitt mit einer Gesamtlänge von rund 4000 Metern deutliche Verformungen und Risse auf“, heißt es zu den Details. Zur Behebung ist eine Erneuerung der Asphaltbinder- und -deckschicht vorgesehen. Eine Umfahrung des Streckenabschnitts Osterspai–Kamp-Bornhofen über die Höhe entlang der L 334 ist nicht möglich, da auch diese Straße im Bereich Wellmich vom Unwetter stark geschädigt worden und zurzeit gesperrt ist. Die Arbeiten werden unter halbseitiger Sperrung der Fahrbahn auf Teillängen von etwa 1000 Metern erfolgen, teilt der LBM mit. Der Verkehr wird durch eine Lichtsignalanlage geregelt. Autofahrer müssen sich auf längere Wartezeiten an der Ampel einstellen. Mit dem Abschluss der Arbeiten ist planmäßig bis Ende September 2016 zu rechnen. Der LBM bittet die Verkehrsteilnehmer und Anlieger für die während der Bauarbeiten auftretenden Behinderungen um Verständnis.

Bad Ems Lahnstein
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