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    Kitaplätze in Bad Ems: Interimslösung rückt näher

    Landauf, landab werden Kindergartenplätze benötigt – entsprechend hoch ist auch der Druck auf die Kommunen, für (vom Gesetz garantierte) Kitplätze zu sorgen. Auch der Bad Emser Stadtrat schlägt sich seit Monaten mit dieser Thematik herum. In der jüngsten Ratssitzung nun stellte Architekt Marcus Merwald die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor, die Möglichkeiten und Kosten der Nutzung des Hauses Maria Anna in der Adolf-Bach-Promenade aufzeigen soll. Das ehemalige Müttergenesungsheim könnte als Übergangslösung dienen, bis das Alte Rathaus umgebaut beziehungsweise der städtische Kindergarten auf dem ehemalige Balzer-Gelände entstanden ist.

    Das Haus Maria Anna in der Adolf-Bach-Promenade (früheres Muttergenesungswerk) soll in wenigen Monaten Kitakinder beherbergen. Die Interimsvariante für drei Jahre würde nach Architektenangaben rund 383.500 Euro kosten – ohne die anfallenden Mietkosten. Foto: Tobias Lui
    Das Haus Maria Anna in der Adolf-Bach-Promenade (früheres Muttergenesungswerk) soll in wenigen Monaten Kitakinder beherbergen. Die Interimsvariante für drei Jahre würde nach Architektenangaben rund 383.500 Euro kosten – ohne die anfallenden Mietkosten.
    Foto: Tobias Lui

    Das Architektenbüro hatte zwei Varianten untersucht: eine Dreijahresnutzung (mit anschließendem Rückbau) und eine 20-Jahres-Variante. Der Stadtrat tendiert stark zur Interimslösung drei Jahre, einen Beschluss gab es in der Sitzung allerdings noch nicht. Dieser soll in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses fallen.

    „Vom gesetzlichen Umfang ist die Dreijahresvariante mit einer Interimslösung gleichzusetzen“, erklärte Experte Merwald den Ratsmitgliedern. Die gesetzlichen Auflagen (und damit die Kosten) seien hier deutlich niedriger, als bei bei der 20-Jahres-Variante. Der Architekt hatte untersucht, welche Umbaumaßnahmen nach einer Anmietung des Gebäudes für die Unterbringung von Kindern notwendig wären. „Vornweg: In beiden Varianten werden die gleichen Flächen beansprucht“, erklärte er. „Da hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf.“ Bei der Dreijahreslösung wären die baulichen Veränderungen im Gebäude minimal, „ein paar Türen müssten versetzt werden, außerdem zwei Durchbrüche für Wasser und Abwasser gemacht werden“, erklärte Merwald. „Wir bräuchten keine neuen Toiletten, alle Böden blieben erhalten.“ Malerarbeiten seien notwendig, genau wie Akustikverbesserungen an den Decken.

    Bei einer 20-Jahres-Lösung hingegen steigt der Aufwand exorbitant, da eine „Messlatte von Vorschriften“ beachtet werden muss. Alle Bäder werden rausgerissen, was mit hohen Kosten verbunden ist, auch sämtliche Elektroinstallationen müssen erneuert werden. „Alles in allem sind wir dann vom Rohbau nicht mehr allzu weit weg“, so Merwald, der aber auch deutlich machte, „dass diese Variante „eine sehr gute Lösung für eine Kita“ darstellen würde.

    Das entscheidende Argument für eine Interimslösung sind die Kosten: Während die Dreijahresvariante (inklusive Rückbau) mit 383.500 Euro berechnet wurde, würde die Dauervariante stolze 1,135 Millionen Euro notwendig machen – die Mietkosten jeweils gar nicht mitgerechnet ... „Im Hauptausschuss wurde die kleinere Version favorisiert“, sagte Stadtbürgermeister Berny Abt. Allerdings sei noch immer nicht klar, für wie viele Gruppen die Stadt überhaupt kurzfristig Kitaplätze schaffen muss. „Es stehen noch Gespräch mit der Kirche aus, ob deren Kita drei- oder fünfzügig wird.“ Im schlimmsten Fall, so der parteilose Stadtbürgermeister, „haben wir neun statt nur sieben Gruppen, die wir unterbringen müssen“. Sichtlich genervt, ob der sich ständig ändernden Zahlen, zeigte sich SPD-Fraktionschef Ralf Reiländer. „Letztlich ist der Kreis verantwortlich und muss Lösungen finden“, kritisierte er. „Eigentlich müssten erst freie Träger gesucht werden, bevor die Gemeinde infrage kommt.“ Die Kreisverwaltung bemühe sich nicht ausreichend um diese freien Träger, „und wir als Stadt sind die letzten, den die Hunde beißen“. Das ganze Zahlen-Hin-und-Her der Kreisverwaltung erinnert Reiländer „an eine Comedyveranstaltung“. Berny Abt nahm die Kreisverwaltung in Schutz, „denn auch sie bekommt ständig andere Angaben vom Landesjugendamt“. Aber den Hut mit den freien Trägern müsse der Kreis sich schon anziehen, „da wurde nicht viel unternommen“.

    Von unserem Redakteur
    Tobias Lui

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