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Nassau

Dauerbaustelle im Nassauer Obertal: Ende ist endlich in Sicht

Die Baumaßnahme im Nassauer Obertal währt nun fast ein ganzes Jahr. Anwohner und Gewerbetreibende sind seit Langem genervt, kaum eine Stadtratssitzung vergeht, ohne dass die Behinderungen im Herzen Nassau thematisiert werden. Kein Wunder, dass zu Wochenbeginn einige ihren Augen nicht trauten. In der endlich fast fertigen Straße wurden Teile des Gehwegpflasters und der Rinnsteine wieder herausgerissen. Das Wort „unglaublich“ lag vielen auf der Zunge. Der für die Baumaßnahme verantwortliche Ingenieur Bernd Herold erklärt auf Anfrage, was passiert ist und warum das Projekt Obertal nicht wie ursprünglich geplant zum Michelsmarkt komplett abgeschlossen werden konnte.

Schreck für die Geschäftsinhaber im Obertal: Für die Beseitigung von Mängeln wird Pflaster stellenweise wieder aufgerissen. Foto: Anne Riege/Foto Jörg
Schreck für die Geschäftsinhaber im Obertal: Für die Beseitigung von Mängeln wird Pflaster stellenweise wieder aufgerissen.
Foto: Anne Riege/Foto Jörg

Mit dem Wiederaufreißen einiger Stellen in dieser Woche sollen laut Herold Mängel beseitigt werden. Zwar sei noch keine endgültige Abnahme vorgenommen worden, aber man habe die Straße bereits in Augenschein genommen, und offensichtliche Mängel werden nun beseitigt. Dazu gehören auch Korrekturen an Bordstein und Rinne. Zudem müssten noch Hülsen gesetzt werden, in denen die Verkehrsschilder ihren Halt finden. Es müssten hier und dort noch ein paar Stellen aufgebrochen werden. Herold hofft, dass alle noch anfallenden Arbeiten zur Mängelbeseitigung bis Ende kommender Woche abgeschlossen sein werden.

Dass der Zeitplan der Baumaßnahme um anderthalb Monate überzogen wurde, geht Herold zufolge auf eine ganze Reihe unvorhersehbarer Hindernisse zurück. Schon im ersten Bauabschnitt habe es Probleme gegeben, weil ein gerade erst verlegter Kanal schadhaft war. Bei der routinemäßigen Kontrolle per Kamera von innen stellte sich heraus, dass ein Riss den Kanal durchzog. Deshalb habe man den Bereich wieder herausreißen und neu verlegen müssen. „Das hat uns im gesamten Plan zurückgeworfen“, sagt Herold.

In der Bachgasse, die als dritter Abschnitt angegangen wurde, musste sogar ein Baustopp angeordnet werden. Dort entpuppte sich der als solides Betonwerk erscheinende Kaltbachdurchlass als äußerst porös, sodass die unmittelbar daneben verlaufenden Bauarbeiten wohl zu einem Kollaps der Bachverrohrung geführt hätten. Die Folge: Wasser wäre unkontrolliert in die Baugrube geströmt. Auch die anschließende genaue Untersuchung der Bausubstanz des Bachdurchlaufs benötigte viel Zeit. Um nicht noch weiter in Verzug zu geraten, wurde – als Plan B sozusagen – vorzeitig Bauabschnitt vier angegangen. Außerdem störten zwei schwere Unwetter mit starken Überflutungen die Arbeiten. Und nahezu flächendeckend fanden die Bauarbeiter Leitungen und Anschlüsse im Boden, die alten Plänen zufolge dort gar nicht oder an anderer Stelle hätten sein sollen. Teilweise existierten aber auch gar keine Aufzeichnungen auf früheren Zeiten. Herolds Fazit: „Aus vielen Gründen war kein geregelter Bauablauf möglich.“ Carlo Rosenkranz

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