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Bad Ems

Abtanzfete bot Alternative zum Karnevalstrubel: "Black & White" macht den Karneval bunter

Ein Meer aus schwarzen und weißen Stoffen im Kurtheater: tanzend, singend, jubelnd, feiernd. Das Publikum wird mal rot, mal blau, mal gelb angestrahlt, darüber eine schier endlose Decke, ein imposanter Kronleuchter. Auf der Bühne, wo sonst eher klassische Konzerte gespielt oder Abiturreden gehalten werden, sorgt die Coverband Sidewalk für Feierlaune und Partystimmung. Bereits zum 22. Mal lockt eine Alternative zu Fastnachtszügen und närrischen Sitzungen ins historische Kurhaus in Bad Ems. „Black & White – die Kultparty“ wird alljährlich von der Bad Emser Karnevalsgesellschaft (EKG) ausgerichtet und bietet einen Ausweg aus Alaaf und Helau, Büttenreden und Schunkeln – rund 1000 Menschen waren zum Feiern in die Kurstadt gekommen: eine Riesenparty ohne Abstriche.

Mal edel im kleinen Schwarzen oder Frack, mal abgefahren als Sträfling, Zebra oder Schachfigur oder, heiliger Strohsack, als Papst und Nonne: Die Gäste der legendären Abtanzfete in Schwarz-Weiß feiern traditionell, bis die Schwarte kracht. Foto: David Metzmacher
Mal edel im kleinen Schwarzen oder Frack, mal abgefahren als Sträfling, Zebra oder Schachfigur oder, heiliger Strohsack, als Papst und Nonne: Die Gäste der legendären Abtanzfete in Schwarz-Weiß feiern traditionell, bis die Schwarte kracht.
Foto: David Metzmacher

„Das Publikum bei Black & White ist ein anderes als auf den Karnevalssitzungen in der Umgebung“, erklärt Frank Ackermann, Präsident der EKG. Die beliebte Party solle seit jeher allen eine elegante Alternative zu Karnevalsveranstaltungen am Samstag vor Rosenmontag bieten. Das 22-jährige Jubiläum werde daher auch nicht besonders gefeiert. Und so bleibt es auch in diesem Jahr beim altbewährten Konzept: Livemusik, schwarz-weiße Kleidung und die beeindruckende Kulisse des Kurhauses. Nur die Bewirtung habe sich geändert: „Stadt Coblenz“ aus Fachbach sorgt für Speis und „Hottes Stadl“ aus Bad Ems für Trank, und das „zu zivilen Preisen“, so Ackermann.

20 Uhr: Es geht los. Im Marmorsaal spielt die Sunshine Dance Band Stücke wie „Achterbahn“ von Helene Fischer, „Hulapalu“ von Andreas Gabalier oder auch „Polka Polka Polka“ von Brings, einen der Dauerbrenner der Karnevalszeit. Menschen mittleren Alters tanzen zur Musik, drehen sich in Schwarz und Weiß im Marmorsaal auf und ab. Die Stimmung ist gut und wird besser, je später es wird. Hat die Koblenzer Band einmal Pause, übernimmt DJ Schengi das musikalische Zepter im Marmorsaal.

„Erscheinen in schwarzer und weißer Garderobe ist heftigst erwünscht!“, hieß es im Vorfeld auf den Veranstaltungsplakaten. Und die Mehrheit der Besucher hat sich brav an die schwarz-weiße Kleiderempfehlung gehalten. Jeder bunte Farbtupfer springt somit direkt ins Auge: ein Pirat mit rotem Kopftuch, ein orangefarbener Hut, eine grellgrüne Jacke. Einige scheinen ihre Karnevalskostüme nicht mehr ablegen zu wollen.

Frederick Czopowski ist als Prinz Freddy I. vom Hotel und Beach der aktuelle Karnevalsprinz der EKG. In diesen Tagen trägt er ein prunkvolles Kostüm, heute aber, getreu nach Motto, nur eine schlichte weiße Hose und ein weißes Poloshirt – lediglich ein kleiner Aufdruck darauf identifiziert ihn als Prinzen. „Black & White ist jedes Jahr wieder eine wahnsinnig tolle Mottoparty“, schwärmt Czopowski, deswegen sei er bereits das neunte Mal dabei. „Die Veranstaltung ist über den Kreis hinaus bekannt“, sagt der Prinz, „ob Karnevalist oder nicht, jeder feiert hier gerne.“

21 Uhr: Nun beginnt auch der Hauptakt des Abends. Sidewalk rockt das bald prall gefüllte Kurtheater. Die Bühnenpräsenz und Wucht der Coverband mit seinen Sängern Anita Kunkel und Jürgen Hallfel reißt die Menge in ihren Bann. Gefällige Partyhits und Mitsinghymnen im eigenen Stil und in eigener Dynamik sorgen für Konzertstimmung; das ist kein Karneval mehr. Das abwechslungsreiche Repertoire der Band kommt mit Liedern der vergangenen Jahre wie „Uptown Funk“ von Mark Ronson und Bruno Mars, bringt mit Stücken wie „Life is Life“ von Opus das vergangene Jahrhundert ins Kurtheater und dirigiert Publikumschöre zu „Tage wie diese“ von den Toten Hosen.

Carolin und Patricia (beide 27) sind zum dritten Mal bei Black & White, es sind viele Wiederholungstäter da. Sie kommen auch wegen der Musik von Sidewalk – „Die spielen eben echte Gassenhauer“, so Patricia. Hier treffe sie immer viele Bekannte und Freunde aus der Jugend wieder, erklärt sie, „eigentlich kommen fast alle hierher“. Auch für Carolin ist die Kultparty immer etwas Besonderes: „Allein das schöne Ambiente und die schicke Kleidung grenzen die Veranstaltung von vielen anderen ab. Schön, dass es eine Alternative zu Karnevalssitzungen in dieser Jahreszeit gibt.“

Für die Sicherheit rund um die Veranstaltung ist der Sicherheitsdienst Siseva aus Urmitz zuständig – bei diesem arbeitet Hans-Peter. „Die Party verläuft wie in den Vorjahren friedlich, keine Schlägereien oder Ähnliches“, erklärt er. Das liege vor allem am vernünftigen Publikum im Bad Emser Kurhaus, und wohl auch am Eintrittspreis von 14 Euro. „Die Besucher, die hierher kommen, möchten einfach zivilisiert feiern und Spaß haben“, glaubt Hans-Peter.

0 Uhr: Im Kurtheater herrscht nun Hochstimmung. Der gesamte Saal reißt zu „YMCA“ der Village People die Hände in die Luft oder singt aus vollen Kehlen ein Ständchen für zwei Geburtstagskinder, die Sidewalk auf die Bühne holt. Und auch wenn die Coverband eher wenig Karnevalsstimmung versprüht, lassen sie es sich dann aber doch nicht nehmen, das ein oder andere Karnevalslied zum Besten zu geben: Zu „Kölsche Jung“ von Brings wird dann tatsächlich noch ein wenig geschunkelt, dass es auch den meisten Karnevalsmuffeln Spaß macht. Und so ist Black & White eine Veranstaltung für alle: für jene, die die fünfte Jahreszeit bevorzugt meiden, sowie für die vielen Karnevalsbegeisterten.

Von unserem Mitarbeiter David Metzmacher

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Partylöwen feierten im Kursaalgebäude die legendäre Abtanzfete „Black & White“.

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