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Rhein-Lahn

1,1 Millionen Euro: Kliniken im Rhein-Lahn-Kreis profitieren von Landesgeld

Schließungen auf dem Land, Konzentrationen in den Zentren: Gerade am ländlich geprägten Rhein-Lahn-Kreis lässt sich der Wandel im Gesundheitssystem in den vergangenen Jahren gut ablesen. Doch geht diese Entwicklung weiter? Welchen Plan verfolgt das Land?

Foto: hey

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler stellte nun das Krankenhaus-Investitionsprogramm für dieses Jahr vor. Darin werden unter anderem Kliniken aus dem Kreis mit mehr als einer Million Euro bedacht.

So erhält das St.-Vincenz-Krankenhaus in Diez 200 000 Euro. Damit wird die Erweiterung der Notaufnahme realisiert, zwei Funktionsräume sollen geschaffen werden (die RLZ berichtete). Nach Klinikangaben ist auch geplant, den Zugangsbereich zu optimieren und durch eine Tür vom Foyer abzutrennen. Zur Freude von Guido Wernert, dem Geschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhausgesellschaft, die die Diezer Klinik 2016 übernommen hat. Er wertet die Zusage aus Mainz als ein positives Signal und sieht die Ausbaupläne im Erdgeschoss in einem größeren Gesamtzusammenhang. Tatsächlich laufen nach seiner Darstellung schon seit geraumer Zeit Gespräche mit der Landesregierung in Mainz über eine Generalsanierung des Hauses, die einen Invest von geschätzt 12 Millionen Euro darstellt. Der aktuelle Zuschuss aus Mainz erfolgt zwar unabhängig von den großen Ausbauplänen, ist aber für Wernert ein "wichtiger erster Schritt".

Auch das Lahnsteiner St.-Elisabeth-Krankenhaus findet sich in dem Förderprogramm wieder: Geschäftsführer Pascal Scher kann sich über eine Finanzspritze von 400 000 Euro freuen, die für die Umstrukturierung der Psychiatrie genutzt werden sollen. Dies ist die zweite Fördertranche, bereits im vorletzten Jahr waren für den Umbau 1,8 Millionen Euro genehmigt worden. Der Baustart erfolgte vor zwei Wochen, die Psychiatrieabteilung soll von 55 auf 60 Betten erweitert werden, die Tagesklinik von 10 auf 20 Betten verdoppelt. Die neuen Flächen werden durch eine Neustrukturierung der anderen Fachabteilungen gewonnen. Der Umbau soll zudem eine grundlegende Modernisierung der Patientenzimmer, der Speise-, Tages- und Aufenthaltsräume sowie der Stationszimmer und Nebenräume ermöglichen. Auch der Außenbereich wird neu gestaltet – Patienten der geschlossenen Abteilung haben künftig die Möglichkeit, einen geschützten Garten zu nutzen. Insgesamt wird die geplante Baumaßnahme 3,1 Millionen Euro kosten. Rund 1,24 Millionen Euro finanziert das St.-Elisabeth-Krankenhaus aus Eigenmitteln.

Ein dritter Posten in dem aktuellen Investitionsprogramm fällt ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich von Pascal Scher: Denn auch die Katholischen Kliniken Lahn (KKL) werden mit 500 000 Euro gefördert – und diese gehören seit dem 1. Januar zum Elisabeth-Vinzenz-Verbund, dem Träger des Lahnsteiner Krankenhauses (unsere Zeitung berichtete). Die bewilligte Förderung ist ein Zuschuss für die Miete der Hufeland-Klinik – eine seit mehr als 20 Jahren vom Land so geübte Praxis. Der Mietvertrag mit der Stadt Bad Ems geht noch bis 2023, so lange bezuschusst das Land die Miete. Diese beträgt nach Informationen unserer Zeitung jährlich insgesamt mehr als 1,1 Millionen Euro – eine Menge Holz, gerade wenn man beachtet, dass das Gebäude der Hufeland in keinster Weise dem neusten Stand der Technik entspricht. Auch deshalb erscheint es aktuell mehr als fraglich, ob die Hufe-landklinik tatsächlich noch bis zum Jahr 2023 Patienten in Bad Ems versorgen wird – eine Umsiedlung aller stationären Bereiche nach Lahnstein scheint realistischer. Für mehr Klarheit soll am Jahresende der neue Landeskrankenhausplan sorgen, der gerade zwischen Land, Kommunen, Krankenhausträgern und Kassen verhandelt wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich Scher auch noch einmal zur Insolvenz des Paracelsuskonzerns – und bestätigt ein Interesse an dem Bad Emser Akutkrankenhaus der Gruppe. "Sollte die Paracelsus-Klinik auf der Höhe im Zuge des Bieterprozesses einzeln angeboten werden, sind wir interessiert." Bis Mai soll hier eine Entscheidung fallen.

Im Rahmen der Vorstellung des Investitionsprogramms teilte Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler mit, dass das Land den Krankenhäusern insgesamt 66 Millionen Euro für bauliche Investitionen zur Verfügung stelle. "Neben der Förderung für Einzelmaßnahmen stehen den Krankenhäusern auch mehr als 51 Millionen Euro aus der Pauschalförderung zur Verfügung", so die Ministerin. Damit können die Häuser Geräte anschaffen oder kleinere Baumaßnahmen tätigen. Inklusive der Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds können die Krankenhäuser damit in diesem Jahr mit Mitteln in Höhe von insgesamt rund 143 Millionen Euro rechnen – 6 Millionen Euro mehr als noch 2017. "Für die Landesregierung hat die gesundheitliche Versorgung in Rheinland-Pfalz höchste Priorität", erklärt Bätzing-Lichtenthäler.

Von unserem Redakteur Tobias Lui

Bad Ems Lahnstein
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