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    Umladestation für Biomüll: SGD Nord lässt sich Zeit

    Noch hat die SGD Nord den Änderungsantrag der Firma Remondis, mit dem der Entsorger die Genehmigung für den Betrieb einer Umladestation für Biomüll im Altenkirchener Gewerbegebiet an der B 414 erreichen möchte, nicht beschieden. Das teilte die Behörde auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Mit einer Entscheidung ist in den kommenden Wochen zu rechnen", hieß es weiter in der Antwort aus Koblenz. Remondis hatte das Begehren am 1. Juli des vergangenen Jahres bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion eingereicht.

    In dieser Halle soll vom 1. Juli an der Biomüll aus dem Kreis Altenkirchen für den Transport gen Harz umgeladen werden. Foto: Heinz-Günter Augst
    In dieser Halle soll vom 1. Juli an der Biomüll aus dem Kreis Altenkirchen für den Transport gen Harz umgeladen werden.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Von unserem Redakteur Volker Held

    Das Unternehmen wird zum 1. Juli nach dem Gewinn der Ausschreibung, die der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises auf den Weg gebracht hatte, nicht nur das Sammeln des Biomülls (wie bisher), sondern auch das Befördern und Umladen übernehmen, ehe die Firma Harz-Humus von der Kreisstadt aus den Inhalt der braunen Tonnen gen Quedlinburg befördert.

    Seit Bekanntwerden des Projektes wird massive Kritik an der ausstattungstechnisch auf ganz niedrigem Niveau geplanten Anlage geübt. Nicht nur die Vertreter von Firmen, deren Areale an das Remondis-Gelände in der Graf-Zeppelin-Straße angrenzen, versuchen - auch mit rechtlichem Beistand -, die Einrichtung ganz zu verbannen bzw. den Standard der Umladeeinheit auf das größtmögliche Niveau zu hieven. Auch die Stadt Altenkirchen machte in einem Schreiben an die SGD Nord auf die womöglich deutlich ansteigende Geruchsbelästigung in unmittelbarer Nähe zum Schul- und Sportzentrum sowie zum Waldfriedhof aufmerksam. In einer Resolution und einem offenen Brief an Landrat Michael Lieber positionierte sich der Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung klar: "Der Stadtrat von Altenkirchen lehnt das Betreiben der geplanten Biomüll-Umladestation und eine Anlage zur Erzeugung von Kompost an diesem Standort ab. Der Stadtrat kritisiert, dass die den Ratsvertretern zugesagten höheren Standards nicht mit in die Ausschreibung aufgenommen wurden und dadurch bei der erfolgten Vergabe nicht berücksichtigt wurden. ...Die von der Betriebsstätte ausgehenden Emissionen von Geruch, Staub, Ungeziefer und Keimen belasten erheblich die Umgebung ... Die Wohnbebauung der Stadt beginnt in knapp 500 m Entfernung. In gleicher Entfernung befinden sich das Schulzentrum (Gymnasium, Realschule plus), das Sportzentrum (Mehrfachturnhalle, zwei Sportplätze, Reitanlage, Tennisanlage etc.) sowie die Polizeiinspektion und die Bundesagentur für Arbeit. Durch die zu erwartenden Emissionen ist eine beträchtliche Belastung der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Hotelanlage auf der Glockenspitze gegeben. Die Schüler des Schulzentrums und die Nutzer der angrenzenden erweiterten Sportanlagen werden einer erheblichen Geruchsbelästigung ausgesetzt. Unmittelbar an das Industriegelände grenzt der städtische Waldfriedhof. Die Abstände zu den benachbarten Ortsgemeinden Ingelbach, Mammelzen, Michelbach und Sörth sind ähnlich gering."

    "Die Angelegenheit belastet uns sehr", erneuerte Bodo Richter, Geschäftsführer der Firma Rikutec, deren Gelände unmittelbar an den Grund und Boden der Firma Remondis mit der großen blauen Halle grenzt, in der der Biomüll umgeladen werden soll, seine vor geraumer Zeit geäußerte Gemütslage. Er ist ein bisschen verwundert, dass das Thema - auch in der Öffentlichkeit - eingeschlafen ist. "Still ruht der See", fasste er die vergangenen knapp drei Monate seit der Sitzung des Stadtrates zusammen. Jüngste Mails an die SGD seien bislang unbeantwortet geblieben. Diesen Umstand kann Gert Schumann, Geschäftsleitung der Schumann Möbelwerkstätte und Fastnachbar von Remondis, nur bedingt bestätigen. "Bislang haben wir mit dem zuständigen Sachbearbeiter gute Erfahrungen gemacht. Er war immer extrem zuvorkommend und hat uns immer noch auf bestimmte Punkte hingewiesen", berichtete Schumann, vermisste jedoch ebenfalls das Feedback auf Mails, die in den zurückliegenden Tagen gen Koblenz geschickt wurden mit der Bitte, auf den aktuellen Stand gebracht zu werden. Unterdessen haben die Verbandsgemeindewerke Altenkirchen die Firma Remondis noch einmal aufgefordert, das dem Antrag an die SGD Nord beigefügte Entwässerungskonzept erneut vorzulegen. Geklärt werden muss, ob das Abwasser nach Inbetriebnahme einer Umladestation erheblich mehr belastet ist oder nicht. "Wir haben im Gewerbegebiet ein Trennsystem zwischen Schmutz- und Oberflächenwasser. Das Schmutzwasser wird in Richtung Kläranlage Leuzbach geleitet, das Oberflächenwasser fließt ins Regenrückhaltebecken bei Michelbach", beschrieb Jürgen Kolb als Werkleiter die Situation.

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