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    Straßendatenbank will in Kirchen niemand mehr missen

    Während in der Verbandsgemeinde Betzdorf diskutiert wird und wurde, ob per Spezialfahrzeug eine elektronische Erfassung aller Straßen Sinn macht, arbeitet die Verbandsgemeinde Kirchen bereits seit vielen Jahren mit so einer Straßendatenbank.

    Stefan Strunk vom Bauamt der Verbandsgemeinde Kirchen will die elektronische Straßendatenbank nicht mehr missen. Auf einen Blick hat er alle Gemeindestraßen und deren Zustand im Blick. Hier zum Beispiel die Straße „Zum Windhahn“ in Offhausen, die in einem schlechten Zustand ist und, so Planungen, 2018 ausgebaut werden soll.
    Stefan Strunk vom Bauamt der Verbandsgemeinde Kirchen will die elektronische Straßendatenbank nicht mehr missen. Auf einen Blick hat er alle Gemeindestraßen und deren Zustand im Blick. Hier zum Beispiel die Straße „Zum Windhahn“ in Offhausen, die in einem schlechten Zustand ist und, so Planungen, 2018 ausgebaut werden soll.
    Foto: Andreas Neuser

    Was in anderen Gemeinden in Aktenordnern notiert ist oder als Datengrundlage nicht vorhanden ist, das ist in Sachen Straßen samt Nebenanlagen in der VG Kirchen am Computer gleich per Mausklick abrufbar. Breite der Straße, Zustand der Oberfläche, Zustand der Bordsteine und Gehwege etc. sind für jede Straße einzeln abrufbar und zusätzlich mit jeder Menge Aufnahmen hinterlegt: 2000 Fotos pro Kilometer. Um das System zu erhalten, war erst einmal Geld zu investieren. Rund 90 000 Euro für die gesamte VG. Eine Firma aus Berlin (Eagle Eye) übernahm die elektronische Erfassung der gemeindeeigenen Straßen samt Nebenanlagen. Alles wurde fein säuberlich dokumentiert.

    Bis es einmal so weit war, so Stefan Strunk vom Bauamt, musste im Vorfeld in den Ortsgemeinen viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Auch da gab es die Argumente, die nun in Räten in der VG Betzdorf zu hören sind. So ein System brauchen wir nicht, wir kennen den Zustand unserer Straßen und wissen, wo etwas ausgebessert oder komplett erneuert werden muss. Auch wenn wir eine elektronische Erfassung hätten, so wird weiter argumentiert, dann hätten wir erst einmal nur Geld ausgegeben. Aber Finanzmittel zur Sanierung der Straßen habe man dennoch nicht. So sollte man sich die Ausgaben für die elektronische Erfassung doch sparen.

    Für Strunk vom Kirchener Bauamt bekannte Argumente. Dennoch gelang es in der Verbandsgemeinde Kirchen alle Gemeinderäte zu überzeugen. Überall wurde schließlich für die Straßendatenbank gestimmt. Fazit nach einigen Jahren: „Das System wollen wir hier nicht mehr missen“, sagt Stefan Strunk vom Bauamt in Kirchen. Beigeordneter Rainer Kipping pflichtet ihm noch in einem anderen Punkt bei: „Das elektronische Auge sieht bei einer Befahrung mehr als das menschliche Auge bei einer Begehung“.

    Was da alles von den Geräten bei einer Befahrung der Straßen erfasst wird, das sei bei einer Begehung nicht möglich. „Wer soll das alles notieren und fotografieren“, fragt sich Strunk. Und noch einen weiteren Vorteil habe das System. Es ist in das Katastersystem eingefügt. Will man Maße für einen bestimmten Straßenabschnitt haben, dann hat man gleich die genauen Daten vorliegen. Früher hätten da erst Vermessungen vor Ort erfolgen müssen. Das sei wieder mit Kosten verbunden.

    Strunk arbeitet eigentlich täglich mit dem System am Computer. Dass er so eine genaue Erfassung hat, das ist für ihn aus einem anderen Grund noch besonders wichtig: „Die Straßen sind vom Wert her das Wertvollste, was wir in den Gemeinden an Infrastruktur. Damit muss pfleglich umgegangen werden. Per Straßendatenbank gibt es hier den genauen Überblick. Straßenabschnitte sind in bestimmte Schadensklassen eingeteilt und farblich markiert. Man kann auch sehen, dass in dem einen oder anderen Bereich aktuell ein Sanierung mit einer neuen Teerdecke Sinn macht. Erfolge das zu spät, dann werde da ein teurer Vollausbau notwendig.

    Auch das genaue Hinsehen und frühzeitige Reagieren spare somit Geld, betont er mit Blick auf die Kosten, die erst einmal durch die elektronische Erfassung anfallen. Dem pflichtet auch Beigeordneter Kipping bei. Die umfangreiche Straßendatenbank ist eine wichtige Grundlage fürs Straßenerhaltungsmanagement. Die Straßendatenbank ist erweiterbar. Daten für Kanal und Wasser sollen auch noch eingearbeitet werden.

    Nachteile der Datenbank werde nicht gesehen. Gut, es hat Geld gekostet. Rund 90 000 Euro für die Befahrung von 140 Straßenkilometer in der Verbandsgemeinde. Eine Nachbefahrung in wenigen Jahren wird noch einmal rund 30 000 Euro kosten. Für Strunk und Kipping gut angelegtes Geld. Denn mit dem Straßenmanagement kann manche Straße rechtzeitig für „schmales Geld“ (Strunk) saniert werden.

    Aber so eine Straßendatenbank bedarf auch der Pflege. Regelmäßig müssen Veränderungen in den Straßen (Aufbrüche, neue Kanalschächte etc.) notiert, fotografiert und ins System eingepflegt werden. Die Elektronik kann doch nicht alles.„Diese Datenbank anzulegen, das war ein gute Entscheidung“, sind sich Strunk und Kipping rückblickend und auch für die Zukunft in der Bewertung einig.

    Strunk erzählt noch, dass Kritiker, die damals fanden, so ein System brauche man nicht, heute gerne auf die Daten zurückgreifen. Für Strunk der eindeutige Beweis, dass dieses System Sinn macht. Denn früher hätte er bei Nachfragen erst einmal Akten wälzen müssen. Heute geht das alles per Mausklick am Computer.

    Da können auch andere Fragen schnell beantwortet werden. In einem bestimmten Straßenabschnitt waren bei einer Ortsbegehung lose Pflastersteine einmal Thema. Denn die Pflastersteine sind oft locke. Sie müssen regelmäßig gesandet werden. Die Frage nach der Größe der Pflasterflächen auf allen Straßen in der Verbandsgemeinde Kirchen tauchte auf. Früher hätte da Strunk viele Ordner wälzen müssen, um das herauszufinden. Viele Stunden Arbeit wären das gewesen.

    Mit dem neuen System ging das am Computer sehr schnell. Das Ergebnis erstaunte alle: 43 000 Quadratmeter Pflasterfläche gibt es in der VG Kirchen. Aber in der Verbandsgemeinde Kirchen ist auch allen klar, dass mit einer noch so umfangreichen Straßenerfassung noch kein Geld für die Sanierung vorhanden ist. So hat jede Gemeinde jährliche fixe Beträge, um Straßen zu sanieren. So hofft man, dass die wertvolle Infrastruktur Straßen erhalten und in Zukunft auch wieder verbessert werden kann. Die Straßendatenbank gibt wertvolle Hinweise, wie das umzusetzen ist.

    In der Verbandsgemeinde Betzdorf wird in Ortsgemeinden kein Sinn in einer elektronischen Erfassung der Straßen gesehen. Man kenne seine Straßen im Ort und wisse, was zu tun sei. Das Problem sei eher die Finanzierung der notwendigen Straßensanierungen. In der VG Betzdorf wären rund 100 Kilometer Straßen abzufahren und zu erfassen. Die Gemeinderäte in Alsdorf, Wallmenroth und Grünebach haben sich bereits gegen eine elektronische Straßendatenbank ausgesprochen. In Scheuerfeld muss der Rat noch entscheiden. Aber auch hier sieht es nach einer Ablehnung aus. Die Stadt Betzdorf muss ebenso noch eine Entscheidung treffen. Da alle Ortsgemeinden das System ablehnen, ist es fraglich, ob so etwas nur auf Ebene der Stadt Sinn macht.

    Von Andreas Neuser

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