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Kreis Altenkirchen

Spritpreise: Wut und Frust im AK-Land

Wut, Frust, Angst und Resignation herrschen an den Zapfsäulen im AK-Land. Seit die Spritpreise ein neues Rekordhoch erreicht haben, bereitet den Autofahrern der Blick auf die Anzeigetafeln noch größere Bauchschmerzen als bisher. Denn die meisten Menschen im Kreis sind auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen. Vor allem bei Taxiunternehmen und Speditionen wächst nun rapide die Sorge, durch die hohen Kraftstoffkosten bald ihrer Existenz beraubt zu werden.

Die hohen Benzinpreise im Winter 2012 ärgern die Bürger im Kreis Altenkirchen.
Die hohen Benzinpreise im Winter 2012 ärgern die Bürger im Kreis Altenkirchen.
Foto: Markus Döring

Kreis Altenkirchen – Wut, Frust, Angst und Resignation herrschen an den Zapfsäulen im AK-Land. Seit die Spritpreise ein neues Rekordhoch erreicht haben, bereitet den Autofahrern der Blick auf die Anzeigetafeln noch größere Bauchschmerzen als bisher. Denn die meisten Menschen im Kreis sind auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen. Vor allem bei Taxiunternehmen und Speditionen wächst nun rapide die Sorge, durch die hohen Kraftstoffkosten bald ihrer Existenz beraubt zu werden.

 


Auf bis zu 1,69 Euro pro Liter kletterte gestern Vormittag der Preis für Super-E5 in Altenkirchen. In Betzdorf wurden bis zu 1,67 Euro verlangt. Auch Dieselfahrer mussten tief in die Tasche greifen: Bis zu 1,55 Euro zeigten die Anzeigetafeln in Altenkirchen an, in Betzdorf forderten die Tankstellen bis zu 1,53 Euro pro Liter. So teuer war der Kraftstoff noch nie.
„Als ich den Preis von 1,68 Euro gesehen habe, ist mir echt schlecht geworden“, sagt Till Idelberger aus Mammelzen. Beruflich bedingt fährt der 21-Jährige pro Tag mehr als 200 Kilometer. Da machen sich die Mehrkosten bemerkbar, „auch wenn es pro Tankfüllung nur ein paar Euro sind“. Seinen Seat betankt er mit Super-Sprit, denn über den billigeren E10-Kraftstoff habe er zu viel Negatives gehört. „Mein nächstes Auto wird ein Diesel sein.“
Für Claudia Schumann aus Altenkirchen ist der Anstieg „schon heftig, aber man kann ja nichts ändern“. Allerdings: Da noch sehr viele Autofahrer ihren Pkw für Kurzstrecken, etwa zum Brötchenholen benutzen, seien die Preise scheinbar noch nicht hoch genug, meint die Frau, die beruflich auf ihr Auto angewiesen ist. Alternativen im ÖPNV gebe es für sie nicht.
Moritz Otto aus Almersbach versucht wie viele Autofahrer, möglichst dann zu tanken, wenn die Benzinpreise fallen, in der jüngsten Vergangenheit also meist sonntags oder montags. Dementsprechend folgt 20-jährige Gymnasiast bei der Menge dem Vorbild anderer und tankt in teuren Phasen nicht voll.
Für Thomas Regner aus Seelbach grenzt der gewaltige Anstieg der Spritpreise schon an „Mafia-Methoden“. Dem seien die Autofahrer hilflos ausgesetzt. Er selbst, sagt der 47-Jährige, achte noch mehr auf eine spritsparende Fahrweise und lasse hin und wieder den Pkw stehen, wenn er kleine Besorgungen auch zu Fuß erledigen könne.
Per pedes erledigt auch Karl-Heinz Schmidt aus Steineroth inzwischen gewisse Wege. „Im Moment versuche ich, die Fahrten zu reduzieren“, sagt der 56-Jährige, der sein Auto hauptsächlich für den Weg zur Arbeit nutzt. „Mittlerweile ist ein großer Frust da.“
Auch Vannina Heimann (21) aus Scheuerfeld lässt nun häufiger in ihrer Freizeit den Wagen stehen: „Jetzt überlege ich manchmal schon, ob die Fahrt nötig ist, und verzichte auch schon mal.“ Um zur Arbeit zu kommen, ist die Angestellte in der Gastronomie aber auf ein Auto angewiesen. Die Preispolitik der Ölkonzerne ist „eine ziemliche Unverschämtheit“, meint sie.
Resignation hat sich bei Mike Schlosser (32) aus Betzdorf breitgemacht. „Ich schaue schon gar nicht mehr auf die Preise, sonst ärgere ich mich nur.“ Anders als in größeren Städten sei man in der Region größtenteils auf das Auto angewiesen. „Wir haben keine Alternative.“
Existenzängste plagen nun immer stärker Transportunternehmen und Fahrdienste. „Die starke Preiserhöhung tut uns sehr weh“, klagt Wolfgang Herrmann von der gleichnamigen Spedition in Kirchen. Mehrere Kollegen hätten bereits aufgegeben, weil die Preissteigerung nur zum Teil und nur mit größeren zeitlichen Abstand an die Kunden weitergegeben werden kann. Herrmann entstehen gegenüber 2011 Mehrkosten von rund 4000 Euro pro Füllung, die alle fünf Tage nötig wird.
Durch eine Tarifbindung können auch die Taxis ihre Kosten nicht auf die Kunden abwälzen. „1,53 Euro pro Liter Diesel, das ist derzeit hart an der Grenze“, sagt Hans Bernd Dell vom gleichnamigen Taxidienst in Herdorf. „Ich bekomme Angst, aber wir müssen wohl oder übel weiterstrampeln.“ Anne Fuhrmann/Elmar Hering

Altenkirchen Betzdorf
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