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Kreis Altenkirchen

Sommercamp hilft auf dem Weg zu Lehrstelle

Prävention statt Rehabilitation, also vorbeugen statt reparieren, diesen Ansatz verfolgt die Leuphana-Sommerakademie der gleichnamigen Universität Lüneburg. Der Untertitel „Fit für die Lehrstelle“ besagt, worum es geht: In einem dreiwöchigen Sommercamp können Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren ihre Chancen auf einen qualifizierten Schulabschluss und somit auf eine Ausbildungsstelle erhöhen – jetzt erstmals auch im Kreis Altenkirchen.

Angesichts des Fachkräftemangels müsse möglichst jeder Jugendliche ausbildungsreif gemacht werden, so das Credo der Partner. Vorne von links: Professor Kurt Czerwenka, KSK-Chef Andreas Reingen, Landrat Michael Lieber und Ulrike Mohrs, Leiterin der Arbeitsgentur Neuwied.
Angesichts des Fachkräftemangels müsse möglichst jeder Jugendliche ausbildungsreif gemacht werden, so das Credo der Partner. Vorne von links: Professor Kurt Czerwenka, KSK-Chef Andreas Reingen, Landrat Michael Lieber und Ulrike Mohrs, Leiterin der Arbeitsgentur Neuwied.
Foto: Elmar Hering

Kreis Altenkirchen – Prävention statt Rehabilitation, also vorbeugen statt reparieren, diesen Ansatz verfolgt die Leuphana-Sommerakademie der gleichnamigen Universität Lüneburg. Der Untertitel „Fit für die Lehrstelle“ besagt, worum es geht: In einem dreiwöchigen Sommercamp können Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren ihre Chancen auf einen qualifizierten Schulabschluss und somit auf eine Ausbildungsstelle erhöhen – jetzt erstmals auch im Kreis Altenkirchen.

Angesprochen sind Achtklässler, speziell jene, die Gefahr laufen, dass ihre Schulkarriere ohne passablen Abschluss (Bildungsgang Berufsreife) endet. Die besondere Stärke dieser freiwilligen Intensivkurse liegt in ihrem ganzheitlichen Ansatz und in ihrem einzigartigen Betreuungsschlüssel. Auf fünf Jugendliche kommen zwei Betreuer, in der Regel Pädagogen, Therapeuten, Künstler und Studierende.
Derzeit werden die sechs Realschulen plus und die drei Integrierten Gesamtschulen im Kreis angeschrieben und auf dieses Novum hingewiesen. Im Vorjahr kam dem Sommercamp im Kreis Neuwied die Vorreiterrolle in Rheinland-Pfalz zu, ebenfalls gefördert von der Agentur für Arbeit Neuwied. Deren Leiterin Ulrike Mohrs stellte jetzt zusammen mit Professor Kurt Czerwenka und Maren Voßhage-Zehnder von der Uni Lüneburg im Altenkirchener Kreishaus das Konzept der Sommerakademie vor. Aufmerksame Zuhörer waren Landrat Michael Lieber, Andreas Reingen und Markus Keggenhoff vom Vorstand der Kreissparkasse, ferner Vertreter des Kuratoriums der Sparkassenstiftung sowie des Jobcenters Betzdorf.

Die Kosten für das rund 140 000 Euro teure Leuphana-Sommercamp werden zu 49 Prozent von der Agentur für Arbeit Neuwied übernommen. Die restlichen 51 Prozent teilen sich – wie bei allen Leuphana-Sommerakademien – die Kooperationspartner vor Ort. Im Kreis Altenkirchen übernehmen der Landkreis, die Kreissparkasse und die Sparkassenstiftung diese Rolle, wobei in der Summe 30 000 Euro von der Sparkassenstiftung, rund 34 000 Euro von der Kreissparkasse und 10 000 Euro vom Landkreis getragen werden. Das erste Leuphana-Sommercamp für den Kreis Altenkirchen findet vom 7. bis 29. Juli mit maximal 30 Jugendlichen auf der Burg Hohensolms bei Wetzlar statt.

Seit 2007 haben bundesweit mehr als 600 Jugendliche an den kostenfreien Sommercamps teilgenommen, viele mit Migrationshintergrund. Bisherige Auswertungen zeigen, dass nahezu alle Teilnehmer den Hauptschulabschluss schaffen und dass bis zu 75 Prozent eine Lehrstelle finden. Zentrales Anliegen ist es, die Jugendlichen zu motivieren, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, ihre Kenntnisse in Deutsch, Mathe, Englisch und am Computer zu verbessern. Eingebettet ist dieses Lernen und soziale Üben in musische, sportliche und kreative Aktivitäten, bei denen individuelle Talente zum Vorschein kommen. Kontakte zu Unternehmen und eine gemeinsame Bühnenaufführung runden das Feriencamp ab. Eine zwölfmonatige Nachbetreuung soll die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sichern. Dafür, so Ulrike Mohrs, stehen in diesem Fall Studierende der Hochschulen Koblenz-Landau und Siegen zur Verfügung.
„Wir sind von dem Projekt überzeugt. Der Bedarf ist da“, sagten Landrat Lieber und der KSK-Vorsitzende Andreas Reingen. „Würde man die beiden Anteile addieren, so sind die 64 000 Euro auch für Sparkasse und Stiftung ein großer Brocken“, rechnete Reingen vor. Bei wiederholten Sommer-Akademien in den Folgejahren steht einer Ausweitung auf weitere Sponsoren nichts im Wege. elm

Altenkirchen Betzdorf
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