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    Altenkirchen/Mammelzen

    Mündliche Anzeige: Kreisverwaltung ermittelt wegen gefällter Bäume

    Gegen das Fällen von 17 Linden in zwei Bereichen entlang der B 256 in Mammelzen ist bei der Kreisverwaltung Altenkirchen eine mündliche Anzeige wegen Verstoßes gegen das Naturschutzrecht eingegangen.

    Ein Teil des Steins des Anstoßes: In der Nähe des ehemaligen Kann-Betonwerks wurden auf diesem Pflanzstreifen Bäume gefällt. Verwerfungen im Pflaster sind in diesem Bereich deutlich zu erkennen. Foto:
    Ein Teil des Steins des Anstoßes: In der Nähe des ehemaligen Kann-Betonwerks wurden auf diesem Pflanzstreifen Bäume gefällt. Verwerfungen im Pflaster sind in diesem Bereich deutlich zu erkennen.
    Foto:

    Von unserem Redakteur Volker Held

    Die Bäume wurden im Auftrag der Gemeinde beseitigt. Ortsbürgermeister Dieter Rütscher war ein wenig überrascht ob des Vorganges und der Kritik, die ihm gegenüber vorgetragen wurde. "Die Wurzeln hatten das Pflaster des Gehsteiges teilweise bis zu zehn Zentimeter angehoben", nannte er den Grund für den Radikalschnitt der nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung circa 30 Jahre alten Gewächse mit einem Stammdurchmesser zwischen 25 und 42 Zentimetern. "Wir wollen unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen", ergänzte Rütscher. Kahl sollen die beiden Abschnitte (zum einen an der Bushaltestelle in Nähe des ehemaligen Werkes der Firma Kann-Beton und vor dem Friedhof im Ortsteil Hüttenhofen) nicht bleiben. "Es werden neue Bäume gesetzt, wobei sie in Schachtringe kommen, damit die Wurzeln sich tiefer in den Boden entwickeln und hoffentlich nicht mehr das Pflaster anheben", sagte Rütscher.

    Nach Eingang der Anzeige nahmen Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde die beiden Beete parallel zur Bundesstraße in Augenschein. "Dabei wurden flächige Hebungen der angrenzenden Fußwegbereiche sowie an wenigen Stellen geringfügige Anhebungen einzelner Pflastersteine festgestellt. An einigen Bäumen waren keine Veränderungen des angrenzenden Gehweges zu erkennen", teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit. Bei einem zweiten Ortstermin, an dem auch Rütscher teilnahm, wurde der Sachverhalt erörtert. Der Ortsbürgermeister habe die Beweggründe der Fällung dargelegt und mitgeteilt, dass eine Neuanpflanzung von Winterlinden bereits in Auftrag gegeben worden sei. Ob die Bäume in den Schachtringen "ausreichend Wurzelraum für ihre Entwicklung zu großen Bäumen haben", ist aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde allerdings fraglich und muss sichergestellt werden.

    Vertreter der Kreisverwaltung räumten ein, dass die Verkehrssicherungspflicht den Gemeinden obliege. "Insofern bestand zumindest bei den herausstehenden Pflastersteinen Handlungsbedarf", hieß es. Nach fachlicher Kenntnis der Naturschutzbehörde wäre die bautechnische Verkehrssicherheit der Fußwege aber auch mit verhältnismäßigem Aufwand herstellbar gewesen, ohne die Bäume fällen zu müssen: "Somit war die Baumfällung aus Sicht der Kreisverwaltung vermeidbar gewesen und naturschutzrechtlich nach dem Bundesnaturschutzgesetz unzulässig." Das Vorgehen der Ortsgemeinde verstoße zudem gegen "ihre im Naturschutzrecht festgeschriebene besondere Verpflichtung zur Berücksichtigung der Ziele des Naturschutzes und der Landespflege. Danach hätte die Gemeinde vor Beauftragung der Fällung der Bäume in jedem Fall einen Ortstermin und Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde durchführen müssen. Hier hätte man auch rechtzeitig über Alternativen sprechen können".

    Weitere Schritte behält sich die Kreisverwaltung vor. Sie prüft nun, ob wegen des Verstoßes gegen die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung zusätzlich zur vorgesehenen Ersatzpflanzung weitere Konsequenzen auf die Ortsgemeinde zukommen. Das kann beispielsweise ein Bußgeld sein. Einen solchen Schritt erwartet Rütscher nach dem Gespräch im Laufe dieser Woche indes nicht. Darüber hinaus hofft er, dass in der nachösterlichen Woche die neuen Bäume ihre Plätze eingenommen haben und die Pflasterarbeiten abgeschlossen sind. Dort, wo Linden unter Straßenlampen standen, werden keine neuen mehr vorgesehen.

    Altenkirchen Betzdorf
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